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Leben und Lernen

Eventmanagement

Das Wichtigste über Studium und Ausbildung

Mal schnell für 400 Personen eine Party organisieren? Kein Problem für Eventmanager. Welche Wege es in den Beruf gibt - ein Überblick.

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Ausbildung, Studium, Praktikum: Viele Wege führen in den Beruf Eventmanager.

Von Sylvia Lundschien
Donnerstag, 04.10.2018   17:28 Uhr

Streng genommen ist Eventmanagement in Deutschland kein klassisches Studienfach wie Germanistik oder Informatik. Wer sich dennoch auf dem traditionellen akademischen Weg zum Eventmanager ausbilden lassen will, kann beispielsweise ein Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) oder der Sportwissenschaft aufnehmen. Mit gezielten Praktika und Vertiefungen im Studium kann so der Einstieg in die Eventbranche gut gelingen.

Wo kann ich in Deutschland Eventmanagement studieren?

Der übliche Zugang ins Eventmanagement führt in Deutschland meist über Fachhochschulen und Berufsakademien. So bietet unter anderem die HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft einen Bachelor in Medien- und Eventmanagement an. Andere FHs wie die Fachhochschule Dresden, die SRH Hochschule Berlin (beide Zielabschluss Bachelor) haben sich den Schwerpunkt Tourismus und Hotellerie gesetzt, weitere FHs die Schwerpunkte Sportevents oder Internationales Eventmanagement. Universitäre Angebote gibt es zudem an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit dem Bachelor-Beifach Interkulturelles Musik- und Veranstaltungsmanagement sowie den Masterstudiengang Kulturmanagement und Kulturtourismus an der Europa-Universität-Viadrina in Frankfurt (Oder). Auch der Blick ins Ausland lohnt: So bieten die Europa-Wirtschaftsschulen Wien und die Freie Universität Bozen in Südtirol ebenfalls Programme im Bereich Eventmanagement.

Viele Ausbildungsangebote müssen allerdings privat finanziert werden - auch an staatlichen Universitäten kann das Masterstudium kostenpflichtig sein. Wer im Fernstudium Eventmanagement lernt, sollte genau darauf achten, dass der Zielabschluss zu den Berufswünschen passt - denn die Bezeichnung "Eventmanager" ist nicht geschützt.

Was sind die Voraussetzungen, um Eventmanagement zu studieren?

Die Ausbildung oder das Studium Eventmanagement sind sehr praxisorientiert und durchlässig. In der Regel benötigt man entweder das Abitur oder die mittlere Reife, um an einer Fachhochschule angenommen zu werden. Entscheidet man sich für ein Studium an einer Universität, ist hier meist das Abitur Voraussetzung. Allerdings kann dies für einige wenige Angebote entfallen, wenn Berufserfahrung in einem themenverwandten Gebiet vorhanden ist.

Wer sich für ein duales Studium Eventmanagement entscheidet, benötigt in der Regel ebenfalls das Abitur oder Fachabitur. Die Bewerbung erfolgt dann direkt über einen Betrieb. Manche FHs wie die HMKW bieten ebenfalls ein duales Studium an. Dabei erlangen Sie gleichzeitig den Abschluss Bachelor of Arts sowie Kauffrau/-mann für Marketingkommunikation oder Veranstaltungskauffrau/-mann. Die Ausbildungsberufe werden über die Industrie- und Handelskammer geprüft und sind damit staatlich anerkannt.

Erst seit 2001 gibt es die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau/-mann, für die der Realschulabschluss oder das Abitur Voraussetzung sind. Die Ausbildung bietet eine breite Grundlage, auf der sich ein persönliches Spezialgebiet aufbauen lässt.

Wie ist das Eventmanagementstudium aufgebaut?

Das Studium und die Ausbildung zum Eventmanager können ganz unterschiedlich verlaufen. Dies ist nicht nur von der Ausbildungsstätte, sondern auch vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Eine Ausbildung dauert durchschnittlich drei Jahre, für ein Bachelorstudium an einer Fachhochschule inklusive Praktika sind ungefähr sechs bis acht Semester einzuplanen. Ein Masterstudium umfasst üblicherweise vier Semester.

Inhaltlich wichtig ist bei allen Ausbildungsformen, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen: Dazu gehören Planung, Budgetierung, Finanzkontrolle sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Organisationstalent ist die zweite Säule für jeden zukünftigen Eventmanager. Hierzu gehören Konzeption und Projektmanagement, Logistik, Rechts- und Sicherheitsfragen sowie Personalplanung. Weitere Eckpfeiler der Ausbildung sind Psychologie, Marktforschung und Moderationskenntnisse.

Beim Schwerpunkt Sportmanagement ergänzen möglicherweise auch Vereins- und Verbandsmanagement sowie Vertrieb und Verkauf von Sportartikeln den Stundenplan. Wer sich für Medienmanagement entscheidet, lernt auch den professionellen Umgang mit Videos, Hörfunk und sozialen Medien kennen. Im Berufsleben ist außerdem mit regelmäßigen Weiterbildungen zu rechnen.

Welche persönlichen Anforderungen gibt es, um Eventmanagement zu studieren?

Eventmanager sind vor allem starke Kommunikations- und Organisationstalente. Offenheit und Freude am Umgang mit Menschen sind sehr wichtig für den Beruf. Mathe und Wirtschaftskenntnisse sind zudem essenziell, um bei der Planung den Überblick zu behalten. Die eigenen Neigungen und Talente sind Hinweise auf eine mögliche Spezialisierung - im Bereich Medien, Musik, Sport, Tourismus oder Messeveranstaltungen. Hinzu kommen noch sehr gute Englischkenntnisse und weitere Fremdsprachen. Eventmanager brauchen zudem ein gesundes Verhältnis zu Druck und Stress, denn in Hochphasen haben sie keinen geregelten Feierabend. Bereitschaft zur Weiterbildung gehört ebenfalls zum Job dazu, wie auch sehr gute Kenntnisse digitaler Angebote und sozialer Medien, die sich für die eigenen Events nutzen lassen.

Welche Berufschancen habe ich mit einem Eventmanagementstudium?

Eventmanager arbeiten für Großveranstaltungen wie Festivals, Messen und Kongresse, auf Sportevents und Kreuzfahrten, aber auch bei Stadtfesten, Galerieeröffnungen oder Firmenevents. Größere Unternehmen stellen zudem eigene Eventmanager im Bereich Eventmarketing ein. Je nach persönlichem Schwerpunkt sind sie auch später als Berater, als Vereinsmanager oder im Tourismus tätig - die Palette der Möglichkeiten ist vielfältig. Selbstständigkeit und Unternehmensgründung kommen ebenfalls infrage, besonders bei Nischenmärkten - manche Eventmanager organisieren beispielsweise große Hochzeitsfeiern.

Das Gehalt schwankt stark je nach Ausbildung, Berufserfahrung und Standort des Unternehmens. Pro Jahr dürfen Eventmanager durchschnittlich mit etwa 35.000 bis 40.000 Euro brutto rechnen, das Gehalt kann aber auch bei bis zu 45.000 Euro liegen.

Besonderheiten

Der Beruf Eventmanager ist nicht geschützt - theoretisch kann sich jeder so bezeichnen, der einmal eine Grillparty organisiert hat. Die Bezeichnung Veranstaltungskauffrau/-mann ist hingegen ein von der Industrie- und Handelskammer geprüfter Abschluss. Für Bewerber lohnt es sich deshalb im Vorfeld, die möglichen Abschlüsse und Ausbildungswege aufmerksam zu vergleichen.

insgesamt 14 Beiträge
Sibylle1969 04.10.2018
1.
Eventmanager/in hört sich erst mal toll an, und viele Stellen sich den Job gaaanz toll vor, daher dürften die Jobs in diesem Bereich auch gefragt sein, aber ich denke, das die Realität nicht ganz so toll ist. Viel Stress, [...]
Eventmanager/in hört sich erst mal toll an, und viele Stellen sich den Job gaaanz toll vor, daher dürften die Jobs in diesem Bereich auch gefragt sein, aber ich denke, das die Realität nicht ganz so toll ist. Viel Stress, relativ geringe Bezahlung (35-40.000 Euro mit abgeschlossenem Studium sind nun wirklich nicht doll), viele Überstunde...
TS_Alien 04.10.2018
2.
Geld ist nicht alles. Die Frage ist, ob man auch nach 20 Jahren noch Spaß an seinem Beruf haben wird. Ungeregelte Arbeitszeiten, Fehler der anderen ausbügeln, negativer Stress, das Privatleben muss zurückstehen, die Konkurrenz [...]
Geld ist nicht alles. Die Frage ist, ob man auch nach 20 Jahren noch Spaß an seinem Beruf haben wird. Ungeregelte Arbeitszeiten, Fehler der anderen ausbügeln, negativer Stress, das Privatleben muss zurückstehen, die Konkurrenz ist groß (und wird aus der eigenen Sicht immer jünger!), ... . Das bleibt nicht in den Klamotten stecken. Es gibt deutlich bessere Berufe.
kulturnase 05.10.2018
3. aus der Praxis
Bitte vergeßt die ganzen Akademien und die dortigen Abschlüsse. Sie sind meistens von zweifelhafter Qualität (einfach mal die Qualifikation der Dozenten prüfen, sind selten echte Professoren) und unverschämt teuer (35 T€) [...]
Bitte vergeßt die ganzen Akademien und die dortigen Abschlüsse. Sie sind meistens von zweifelhafter Qualität (einfach mal die Qualifikation der Dozenten prüfen, sind selten echte Professoren) und unverschämt teuer (35 T€) und es ist m.E. Alles, nur kein Studium. Auch ist eine Spezialisierung nicht notwendig, macht dann lieber allgemein BWL. Wenn es unbedingt „Eventmanagement“ (ist in der Branche das Schlimmste was man sagen kann: Ich bin Eventmanager = Looser) sein muß, werdet Veranstaltungskaufleute, aber bei einem richtigen Unternehmen (keine Discothek, kein Club, keine kleine Agentur etc., dort seit ihr nur billige Arbeitskräfte). Danach ggfs. ein richtiges Studium und der Karriere steht nichts mehr im Wege. Informiert Euch bei den Fachmedien (CIM, Tagungswirtschaft, Events etc.) und Verbänden (EVVC, FAMAB etc.).
sammilch 05.10.2018
4.
Eventmanager als Studium...heidewitzka. Und ich dachte schon, Musikmanager als Studiengang wäre dämlich ( kann man an der Popakademie studieren). Mein Bekannter veranstaltet seit 20 Jahren hauptberuflich bundesweit Konzerte [...]
Eventmanager als Studium...heidewitzka. Und ich dachte schon, Musikmanager als Studiengang wäre dämlich ( kann man an der Popakademie studieren). Mein Bekannter veranstaltet seit 20 Jahren hauptberuflich bundesweit Konzerte und Festivals, ganz ohne das studiert zu haben. Ich glaube mit etwas Feingefühl für das Zielpublikum und ein paar grundlegenden Googel-Add Kenntnissen kann man das auch ohne Studium erfolgreich arbeiten.
steingärtner 05.10.2018
5. Was es alles gibt
Gibt es eigentlich schon den Studiengang Nail-Design ?
Gibt es eigentlich schon den Studiengang Nail-Design ?

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