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Leben und Lernen

Sankt Georgen

Katholischer Rektor verliert Posten wegen Äußerungen zu Homosexualität

Der Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen hat sich für Homosexuelle eingesetzt - und deshalb seinen Job verloren. Der Vatikan verlangt laut Medienberichten, dass er seine Position überdenkt.

Montag, 08.10.2018   09:47 Uhr

Der Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main hat sich positiv über die Homosexualität geäußert und nun seinen Posten verloren. Die Bildungskongregation im Vatikan verweigere dem Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig die Bestätigung als wiedergewählter Rektor und verlange einen öffentlichen Widerruf seiner Positionen, berichteten der "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Frankfurter Rundschau".

Wucherpfennig hatte demnach bereits vor zwei Jahren die biblischen Verurteilungen der Homosexualität in einem Zeitungsinterview als "tiefsitzende, zum Teil missverständlich formulierte Stellen" bezeichnet. Der Geistliche, der im katholischen Stadtdekanat Frankfurt auch als Homosexuellen-Seelsorger wirke, habe sich zudem dafür ausgesprochen, gleichgeschlechtlich Liebende stärker kirchlich anzuerkennen.

Im Februar war Wucherpfennig für eine dritte Amtszeit an der Spitze der Theologisch-Philosophischen Hochschule wiedergewählt worden. Die zuständige Vatikan-Kongregation verweigere ihm bislang aber die nötige Unbedenklichkeitserklärung zum Verbleib im Amt, heißt es in den Berichten.

Bischof von Limburg stimmte "uneingeschränkt" für Wiederwahl

Der für Sankt Georgen zuständige Bischof von Limburg, Georg Bätzing, unterstützte Wucherpfennig hingegen. Er habe der Wiederwahl "uneingeschränkt" zugestimmt, sagte ein Bistumssprecher. Bätzing habe auch in Rom deutlich gemacht, dass "Bistum und Jesuitenorden gut beraten sind, an der bewährten Hochschulleitung festzuhalten".

Der Frankfurter Stadtdekan, Johannes zu Eltz, kritisierte die Entscheidung Roms. Wucherpfennig sei ein "lauterer Priester und ein unbestechlicher Wissenschaftler", sagte zu Eltz den Zeitungen. "Die Infragestellung seiner Integrität und seine völlig ungerechtfertigte Bestrafung schmerzen mich." Der Dekan fügte hinzu: "Wie dumm geht es denn eigentlich noch?"

lie/AFP

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