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Leben und Lernen

Mietpreise in Uni-Städten

So teuer sind WG-Zimmer

Für Studenten ist es oft schwer, bezahlbare Zimmer in Uni-Nähe zu finden. Eine Analyse von Wohnungsangeboten zeigt, in welchen Städten die Mieten besonders teuer sind - und wo es noch bezahlbare WG-Zimmer gibt.

imago/Westend61

Studenten-WG

Dienstag, 07.08.2018   12:44 Uhr

Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Semesterstart. Tausende neue Studenten wollen in die Uni-Städte ziehen und suchen nach Unterkünften - und an ihrer Not verdient mancher Vermieter gut. Das zeigt eine Analyse der "Wirtschaftswoche", für die das Maklerunternehmen Homeday im Auftrag des Magazins die Mietpreise in 75 Uni- und Hochschulstädten mit denen von 2015 verglichen hat. Verwendet wurden Daten von zehn Millionen konkreten Wohnungsangeboten.

Das Ergebnis: Im Schnitt sind die Mieten für WG-taugliche Wohnungen in den vergangenen drei Jahren um zwölf Prozent gestiegen. Am stärksten trafen die Mieterhöhungen Uni-Städte wie München, Berlin, Stuttgart und Passau. Hier waren es sogar mehr als 20 Prozent.

470 Euro kalt für ein WG-Zimmer - oder 160 Euro

Teuerster Wohnungsmarkt ist mit Abstand München. Der Analyse zufolge stiegen die Mieten hier um fast ein Viertel. Wer etwa eine 75-Quadratmeterwohnung miete, müsse dafür kalt durchschnittlich 1410 Euro im Monat zahlen, hieß es. In einer Dreier-WG wären das bei 17,60 Euro pro Quadratmeter für jeden Bewohner 470 Euro im Monat - ohne Heizung, Wasser, Strom und weitere Nebenkosten, so die Rechnung.

Nach München sind die teuersten Uni-Städte demzufolge Frankfurt, Stuttgart, Konstanz, Freiburg und Hamburg. Keine einzige der untersuchten Städte verzeichnete einen Rückgang der Mieten.

Aber: Es gab auch Hochschulstandorte, in denen die Mieterhöhungen geringer ausfielen - wie etwa Jena, Chemnitz, Greifswald, Senftenberg und Saarbrücken. Hier stiegen die WG-Mieten nur um 2,5 bis 2,7 Prozent an.

Und es gibt auch Städte, in denen Wohnungen noch weniger als sechs Euro Miete pro Quadratmeter kosten - zum Beispiel Wittenberg, Chemnitz, Senftenberg, Salzgitter, Cottbus und Iserlohn. In einer Dreier-WG in der Größe von 75 Quadratmetern zahlt jeder Bewohner somit weniger als 160 Euro im Monat.

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insgesamt 11 Beiträge
scgtef 07.08.2018
1. Ideen sammeln
Wie kann das Wohnen zu vernünftigen Preisen im ganzen Land erreicht werden? Wie kann der Anteil an Wohneigentum in D erhöht werden, auch zur Vermeidung von Altersarmut? Wie können die Preise in den Metropolen sinken? Wer hat [...]
Wie kann das Wohnen zu vernünftigen Preisen im ganzen Land erreicht werden? Wie kann der Anteil an Wohneigentum in D erhöht werden, auch zur Vermeidung von Altersarmut? Wie können die Preise in den Metropolen sinken? Wer hat Ideen?
Sibylle1969 07.08.2018
2.
Ich habe seinerzeit im Ruhrgebiet studiert, der wichtigste Grund dafür waren die vergleichsweise niedrigen Mieten. Ein Studentenwohnheimzimmer 1989 kostete rund 200 Mark warm im Monat, meine spätere Einzimmerwohnung rund 280 [...]
Ich habe seinerzeit im Ruhrgebiet studiert, der wichtigste Grund dafür waren die vergleichsweise niedrigen Mieten. Ein Studentenwohnheimzimmer 1989 kostete rund 200 Mark warm im Monat, meine spätere Einzimmerwohnung rund 280 Mark warm. Eine teurere Unistadt hätte ich mir nicht leisten können, die Alternative wäre dann gewesen, bei den Eltern wohnen zu bleiben und zu pendeln. Das wollte ich nicht, es war auch absolut wichtig und richtig für mich, zum Studium eine eigene Bude zu haben. Auch heute sind die Mieten im Ruhrgebiet recht niedrig, und an den Ruhrgebietsunis Duisburg-Essen, Bochum und Dortmund sowie an mehreren FHs kann man viele Fächer studieren. Der Freizeitwert dieser Städte ist auch recht hoch, die öffentlichen Verkehrsmittel gut ausgebaut. Ich kann das Ruhrgebiet nur empfehlen, wenn man knapp bei Kasse ist.
Korken 07.08.2018
3. Umland
Die genannten Städte haben eine gute ÖPNV Verbindung ins Umland. Wenn man etwas flexibel ist kann man da sparen.
Die genannten Städte haben eine gute ÖPNV Verbindung ins Umland. Wenn man etwas flexibel ist kann man da sparen.
fundador 07.08.2018
4. Klarer Aufruf an alle Studierenden:
Geht zum Studieren nach Wittenberg, Chemnitz, Senftenberg, Salzgitter, Cottbus und Iserlohn, wenn Ihr dort Euer Lieblingsfach findet. Zumindest die Ost-Universitäten sind frisch renoviert und bestens ausgestattet, die Anzahl der [...]
Geht zum Studieren nach Wittenberg, Chemnitz, Senftenberg, Salzgitter, Cottbus und Iserlohn, wenn Ihr dort Euer Lieblingsfach findet. Zumindest die Ost-Universitäten sind frisch renoviert und bestens ausgestattet, die Anzahl der Studierenden pro Lehrendem überdurchschnittlich gering und Ablenkung durch Nachtleben findet dort wohl eher nicht statt, führt also auch zu kürzerer Studiendauer als an den überfüllten Unis auf dem teuren Pflaster von München, Berlin, Stuttgart, Tübingen, Köln usw.
lachina 07.08.2018
5. Leider ist es doch noch so, dass die Unis
einen gewissen Ruf haben, ein Geisteswissenschaftler aus Heidelberg anders als einer aus Kiel, und ein Ingenieur von der TU Karlsruhe anders als einer von Cottbus. Die Lebensverhältnisse in D sollten gleich sein, sind sie aber [...]
einen gewissen Ruf haben, ein Geisteswissenschaftler aus Heidelberg anders als einer aus Kiel, und ein Ingenieur von der TU Karlsruhe anders als einer von Cottbus. Die Lebensverhältnisse in D sollten gleich sein, sind sie aber nicht.

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