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Leben und Lernen

Studenten-Oscar

"Wir rasten komplett aus!"

Fast jeder Filmstudent träumt vom eigenen Oscar - für Studenten aus Hamburg und Ludwigsburg wird das jetzt Realität. Ihre Filme räumen die Studenten-Trophäe ab. Nur die Platzierung steht noch nicht fest.

KLAUS KNUFFMANN/HMS

Das Team von "Watu Wote": Tobias Rosen (Creative Producer), Julia Drache (Drehbuch), Matrid Nyagah & Bramwel Iro (Produktion, Lightbox Africa), Katja Benrath (Regie), Felix Striegel (Kamera) (von links nach rechts)

Freitag, 15.09.2017   08:05 Uhr

Zwei Filmproduktionen deutscher Hochschulen sind unter den diesjährigen Gewinnern der Studenten-Oscars. "Watu Wote/All of Us" von Katja Benrath (Hamburg Media School) und "Galamsey" von Johannes Preuss (Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg) hätten sich gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt, teilte die Oscar-Akademie in Beverly Hills mit.

Die zwei deutschen Gewinner können die Preise am 12. Oktober in Los Angeles in Empfang nehmen. Dann wird auch bekanntgegeben, wer von ihnen den Oscar in Gold, Silber oder Bronze erhält.

Mit den Studenten-Oscars ehrt die Akademie seit 1972 Auslandsregisseure und junge Talente von Filmhochschulen in den USA. In diesem Jahr wurden 1587 Filme aus Dutzenden Ländern eingereicht. In den vergangenen Jahren waren immer wieder deutsche Produktionen ausgezeichnet worden.

Der Trailer zum Film "Watu Wote"

"Juhuuuuu... Wir haben gewonnen!!", jubelte Preisträgerin Katja Benrath auf Facebook. "Danke an alle - Thank you to EVERYBODY!!!" Ebenfalls in dem sozialen Netzwerk schrieb die Hamburg Media School am Donnerstagmorgen begeistert: "Wahnsinn! Wir rasten komplett aus und stoßen (erstmal) mit Kaffee an."

Benrath betont, dass der Erfolg auch auf der engen Zusammenarbeit mit dem kenianischen Team beruht. Der Film wurde mit der Serviceproduktionsfirma Lightbox Africa aus Nairobi an Originalschauplätzen in Kenia gedreht.

"Watu Wote" spielt im Norden Kenias, in einer Region, die seit Jahrzehnten von Terroranschlägen der islamistischen Shabab-Miliz erschüttert wird. Der Film erzählt die Geschichte einer Christin, die sich nach der Ermordung ihrer Familie auf eine mehrtägige Busreise begibt. Als Schabab-Milizionäre den Bus überfallen und einige Insassen erschießen, schützen die muslimischen Mitreisenden die christliche Frau und fordern die Terroristen heraus. Die Christin und die meisten anderen Reisenden überleben und der Bus entkommt. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit.

Über "Galamsey" von Johannes Preuss heißt es auf der Website des Internationalen Naturfilmfestivals Eckernförde: "Eine subjektiv erzählte Reportage über illegale Goldgräber in Ghana. Die Themen Quecksilberverschmutzung, Armut, Ausbeutung und Korruption werden hier etwas anders angepackt als üblich. Investigativer Journalismus trifft auf harte Typen, scheppernde Beats, 3D Animation und einen Hauch von Gonzo vor tropischer Kulisse."

mamk/dpa

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