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Leben und Lernen

Trotz schlechter Noten

Studentin hat Anspruch auf Master-Platz

Sie möchte Lehrerin werden, doch ihre Noten aus dem Bachelor-Studium reichten nicht für einen Master-Platz. Dagegen klagte eine Osnabrücker Studentin - und bekam nun recht. Allerdings gilt das Urteil nur für Lehramtsanwärter.

dpa

Universität Osnabrück: Bachelor-Studentin muss zum Lehramt-Master zugelassen werden

Freitag, 17.01.2014   16:45 Uhr

Wer vom Bachelor- ins Masterstudium wechseln möchte, scheitert manchmal am Notendurchschnitt. Zumindest für Lehramtsstudenten ist das nicht zulässig, entschied das Verwaltungsgericht Osnabrück in einem am Freitag bekanntgegebenen Urteil (Aktenzeichen 1 A 77/13).

Geklagt hatte eine Lehramtsstudentin: Die Universität Osnabrück hatte sie nicht für das Master-Studium für das Lehramt am Gymnasium zugelassen. Die Begründung: Die Leistungen, die die Studentin im Bachelorstudium erzielt hatte, genügten nicht den in der Zugangs- und Zulassungsordnung festgesetzten Voraussetzungen. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Osnabrück die Uni bereits verpflichtet, die Klägerin vorläufig zum Sommersemester zum Master-Studium zuzulassen (Aktenzeichen 1 C 8/13), das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hatte diese Entscheidung im Juli bestätigt (Aktenzeichen Az. 2 ME 228/13).

Nach dem vorläufigen Verfahren urteilte das Verwaltungsgericht Osnabrück im Dezember: Die Zugangsregelungen der Uni Osnabrück seien in Bezug auf das Lehramts-Master-Studium nicht verfassungskonform und deshalb unwirksam. Die Zulassungsbestimmungen sei eine "unzulässige Hürde für das für einen berufsqualifizierenden Abschluss notwendige Studium", teilte das Gericht jetzt mit. Das Bachelor-Studium sei für jene Studenten wertlos, die die festgelegten Noten nicht erreichen. Schließlich qualifiziere ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelor-Studium den Absolventen nicht für die Ausübung des Lehrerberufs. Vielmehr muss er sowohl einen Master als auch das Referendariat vorweisen und das Staatsexamen bestanden haben, so wollen es die Vorschriften. Dementsprechend seien Lehramts-Bachelor-Absolventen auf das Master-Studium angewiesen, wenn sie ihren Ausbildungsweg fortsetzen wollen.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, das Gericht hat Berufung zugelassen.

fln

insgesamt 147 Beiträge
gog-magog 17.01.2014
1.
Wenn man sich in einen Studienplatz einklagen kann, dann kann man das Abitur getrost abschaffen. Wozu noch Qualifikationen, wenn es der Anwalt erledigt?
Zitat von sysopdpaSie möchte Lehrerin werden, doch ihre Noten aus dem Bachelor-Studium reichten nicht für einen Master-Platz. Dagegen klagte eine Osnabrücker Studentin - und bekam nun recht. Allerdings gilt das Urteil nur für Lehramtsanwärter. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/urteil-universitaet-muss-lehramt-bachelorstudenten-zum-master-zulassen-a-944151.html
Wenn man sich in einen Studienplatz einklagen kann, dann kann man das Abitur getrost abschaffen. Wozu noch Qualifikationen, wenn es der Anwalt erledigt?
Wolffpack 17.01.2014
2.
Artikel wohl nicht gelesen? Es geht um den Masterplatz, nicht den Bachelor. Und, übrigens auch im Artikel schön wiedergegeben: Der ist nicht berufsqualifizierend. Es ist sowieso der blanke Hohn, dass Lehramtsstudienplätze [...]
Zitat von gog-magogWenn man sich in einen Studienplatz einklagen kann, dann kann man das Abitur getrost abschaffen. Wozu noch Qualifikationen, wenn es der Anwalt erledigt?
Artikel wohl nicht gelesen? Es geht um den Masterplatz, nicht den Bachelor. Und, übrigens auch im Artikel schön wiedergegeben: Der ist nicht berufsqualifizierend. Es ist sowieso der blanke Hohn, dass Lehramtsstudienplätze in BA&MA unterteilt werden, einfach nur sinnbefreit. Und dann kommt noch oben drein, das man dann nur in dem Bundesland, wo man auch studiert hat, sein Ref machen darf. Außer man findet aus dem Zielbundesland jemandem zum tauschen. Lachhaft. Darüber das Pädagogik in der Lehrerausbildung eine wenn überhaupt untergeordnete Rolle spielt, wollen wir gar nicht erst reden.
Niamey 17.01.2014
3. Kommt Jungs,
Zitat von sysopdpaSie möchte Lehrerin werden, doch ihre Noten aus dem Bachelor-Studium reichten nicht für einen Master-Platz. Dagegen klagte eine Osnabrücker Studentin - und bekam nun recht. Allerdings gilt das Urteil nur für Lehramtsanwärter. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/urteil-universitaet-muss-lehramt-bachelorstudenten-zum-master-zulassen-a-944151.html
stadtmöwe 17.01.2014
4. Na super,
das sind genau die Lehrer, die wir brauchen ... Ich würde mir eher mehr als weniger Auswahl wünschen. Und eine besserere Lehrerausbildung, die neue Erkenntnisse wie von Gerald Hüther praktisch umsetzt. Schule wie sie mal war [...]
das sind genau die Lehrer, die wir brauchen ... Ich würde mir eher mehr als weniger Auswahl wünschen. Und eine besserere Lehrerausbildung, die neue Erkenntnisse wie von Gerald Hüther praktisch umsetzt. Schule wie sie mal war ist nichts für Kinder. Wir brauchen da wirklich neue Ansätze.
Binar 17.01.2014
5. Tolles Vorbild für zukünftige Schüler ...
Für den Master hats nicht gereicht, da klagt man sich eben rein. Wenn jetzt jeder schlechte Student sich mit Hilfe einer Klage seinen Zugang zum Masterstudium erzwingt, armes Deutschland. Wenn sie im Masterstudium wieder [...]
Für den Master hats nicht gereicht, da klagt man sich eben rein. Wenn jetzt jeder schlechte Student sich mit Hilfe einer Klage seinen Zugang zum Masterstudium erzwingt, armes Deutschland. Wenn sie im Masterstudium wieder versagt, will sie sich dann den erfolgreichen Abschluss einklagen? Wenn jetzt jeder mittelmässige Student diesen Weg über die Gerichte geht, was passiert dann mit den Studenten, die das Leistungsniveau haben, aber mangels Plätze dann aussen vorbleiben müssen?

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