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Leben und Lernen

Studienfach im Überblick

Alle Fakten rund ums Wirtschaftsinformatikstudium

Wirtschaftsinformatiker sind in vielen Firmen gefragt. Wie man an einen Studienplatz kommt und wie das Studium abläuft, erfahren Sie hier.

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Wirtschaftsinformatik gehört zu den beliebtesten Studiengängen in Deutschland

Von Sylvia Lundschien
Donnerstag, 09.08.2018   13:00 Uhr

Wirtschaftsinformatiker sind echte Allrounder. Sie entwickeln Software, leiten IT-Abteilungen oder beraten Unternehmen. Die Jobaussichten sind also ausgezeichnet - und das Gehalt ebenso.

Wo kann ich in Deutschland Wirtschaftsinformatik studieren?

Wirtschaftsinformatik gehört zu den gefragtesten Studiengängen Deutschlands - rund 55.000 Studierende zählte das Fach im Wintersemester 2015/16 laut Statistischem Bundesamt. Besonders beliebt sind die Studiengänge der Universität Mannheim, der TU München, des Karlsruher Instituts für Technologie und der Universität Münster.

Je nach Hochschule liegt der inhaltliche Schwerpunkt entweder auf Wirtschaft oder Informatik. Möglich ist es auch, Wirtschaftsinformatik als duales Studium oder Fernstudium zu absolvieren. Berufsbegleitende Studien oder Abendkurse werden ebenfalls angeboten. Gelegentlich wird das Fach auch mit seinem englischen Titel "Business Informatics" beschrieben.

Was sind die Voraussetzungen, um Wirtschaftsinformatik zu studieren?

Um Wirtschaftsinformatik zu studieren, wird in der Regel eine Hochschulzugangsberechtigung wie das Abitur benötigt. Der Numerus Clausus ist mit einem Schnitt zwischen den Noten Zwei und Drei aber eher moderat. An vielen Unis oder Fachhochschulen entfällt der NC auch komplett. Dafür achten manche Hochschulen bei Bewerbern mehr auf die Noten in den Abiturfächern Mathe, Englisch und Deutsch oder verlangen ein rund achtwöchiges Vorpraktikum.

Auch mit einem Fachabitur stehen die Chancen auf einen Studienplatz gut. Wer ohne Abitur Wirtschaftsinformatik studieren will, muss aber einige Voraussetzungen erfüllen und beispielsweise einen Meisterbrief, drei Jahre Berufserfahrung oder eine abgeschlossene fachlich relevante Berufsausbildung vorweisen. Manchmal wird auch ein Beratungsgespräch oder eine Vorprüfung verlangt.

Wie ist das Studium der Wirtschaftsinformatik aufgebaut?

Wirtschaftsinformatik ist ein interdisziplinärer Studiengang. Einerseits werden Themen wie Finanzen, Rechnungswesen, Personal oder Marketing abgedeckt, andererseits geht es auch ums Programmieren, Datenbankmanagement oder Systemadministration. Jede Hochschule setzt eigene Akzente. Häufig wird im Studium projektbezogen gearbeitet, und auch sozialwissenschaftliche und psychologische Themen fließen mit ein.

Die Regelstudienzeit beträgt für den Bachelor of Science im Schnitt sechs Semester, der Master of Science in Wirtschaftsinformatik wird üblicherweise nach vier Semestern beendet. Die Praxisanbindung ist während des Studiums hoch - viele Ausbildungsstätten sind eng mit Unternehmen vernetzt, wodurch sich ideale Möglichkeiten für Praktika und Abschlussarbeiten ergeben.

Welche persönlichen Anforderungen gibt es, um Wirtschaftsinformatik zu studieren?

Um Wirtschaftsinformatik zu studieren, sind mathematische Kenntnisse unverzichtbar. Manche Unis bieten dafür spezielle Auffrischungskurse zu Studienbeginn an. Studierende sollten Spaß an technischen Prozessen mitbringen, gut kommunizieren können und sicher Englisch sprechen. Programmierkenntnisse sind meist keine Vorbedingung für das Studium.

Welche Berufschancen habe ich mit einem Wirtschaftsinformatikstudium?

Die Berufschancen für Wirtschaftsinformatiker stehen sehr gut, denn sie können in vielen unterschiedlichen Bereichen arbeiten - wie beispielsweise als IT-Consultants, als Softwareentwickler, als Unternehmensberater oder im Controlling. Angestellt sind Wirtschaftsinformatiker häufig bei Banken und Versicherungen sowie bei Industrie-, Handels- und Kommunikationsunternehmen. Das Einstiegsgehalt für Wirtschaftsinformatiker liegt etwa zwischen 40.000 bis 50.000 Euro brutto im Jahr, mit wachsender Erfahrung gibt es deutliche Gehaltssprünge.

Besonderheiten

Wirtschaftsinformatik gehört seit vielen Jahren zu den Top Ten der beliebtesten Studiengänge unter Männern, sie stellen über 70 Prozent der Studierenden ihres Fachs.

insgesamt 4 Beiträge
t1taner 09.08.2018
1. Verwaltungsinformatik
In einigen Bundesländern wie Nds Hochschule Hannover gibt es seit kurzem das Pendant Verwaltungsinformatik. Hierbei werden einige der Wirtschaftsmodule durch Recht und Verwaltung ersetzt. Dieser Studiengang ist wesentlich [...]
In einigen Bundesländern wie Nds Hochschule Hannover gibt es seit kurzem das Pendant Verwaltungsinformatik. Hierbei werden einige der Wirtschaftsmodule durch Recht und Verwaltung ersetzt. Dieser Studiengang ist wesentlich kleiner, das Interesse der Ministerien und Kommunen ist daran aber so enorm, dass ein Großteil der Studenten mit kräftigen Stipendien ausgestattet werden. Dies ist eine sehr spannende Alternative für Leute die ihre Zukunft eher außerhalb der freien Wirtschaft sehen, Wirtschaftsinformatik ansonsten aber interessant finden.
neowave 09.08.2018
2. Besser nicht!
Besser nicht! Wer angemessen und gerecht bezahlt werden will, und soviel sollte ein jeder sich selbst wert sein, geht mit dieser Ausbilsung überall hin, nur nicht in die Verwaltung.
Zitat von t1tanerIn einigen Bundesländern wie Nds Hochschule Hannover gibt es seit kurzem das Pendant Verwaltungsinformatik. Hierbei werden einige der Wirtschaftsmodule durch Recht und Verwaltung ersetzt. Dieser Studiengang ist wesentlich kleiner, das Interesse der Ministerien und Kommunen ist daran aber so enorm, dass ein Großteil der Studenten mit kräftigen Stipendien ausgestattet werden. Dies ist eine sehr spannende Alternative für Leute die ihre Zukunft eher außerhalb der freien Wirtschaft sehen, Wirtschaftsinformatik ansonsten aber interessant finden.
Besser nicht! Wer angemessen und gerecht bezahlt werden will, und soviel sollte ein jeder sich selbst wert sein, geht mit dieser Ausbilsung überall hin, nur nicht in die Verwaltung.
Sibylle1969 09.08.2018
3.
Als Wirtschaftsinformatiker verdient man in der freien Wirtschaft sicher meist besser als in der Verwaltung, aber dennoch gibt es Leute, für die ein Job im öffentlichen Dienst attraktiv ist. Stichwort Jobsicherheit und [...]
Als Wirtschaftsinformatiker verdient man in der freien Wirtschaft sicher meist besser als in der Verwaltung, aber dennoch gibt es Leute, für die ein Job im öffentlichen Dienst attraktiv ist. Stichwort Jobsicherheit und Work-Life-Balance. Muss jeder für sich selbst wissen. Denn in der freien Wirtschaft ist das selten mit Nine to Five getan.
VormSpiegel 09.08.2018
4. Wer nichts wird, wird Wirt-schafts-Informatiker
Praktisch alle die im reinen Informatik Studium gescheitert sind, haben es dann mit Wirtschafts-Informatik weiter versucht. Gefühlt gibt es gar nicht so viele die direkt mit Wirtschafts-Informatik anfangen, aber viele die fallen [...]
Praktisch alle die im reinen Informatik Studium gescheitert sind, haben es dann mit Wirtschafts-Informatik weiter versucht. Gefühlt gibt es gar nicht so viele die direkt mit Wirtschafts-Informatik anfangen, aber viele die fallen da einfach so rein, weil irgendein angestrebtes Studium scheitert (einige Fächer die man bestanden hat kann man sich ja auch anrechnen lassen, so wird das 2te Studium in den meisten Fällen auch entspannter und mit etwas mehr Erfahrung kann man sich dem besser annehmen). Nicht desto trotz, gerade Wirtschafts-Informatiker haben doch sehr oft einfach viel zu wenig Ahnung von der Programmierung und enden als reine "Schwätzer", alles blind versprechen und "hoffen" das der reine Informatiker die versprochene Karre aus dem Dreck ziehen kann.

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