Lade Daten...
07.12.2012
Schrift:
-
+

64 Euro Wochenumsatz

App-Entwickler lästert über neues Windows

Rubicon Development

"Great Big War Game": Auf Android und iOS erfolgreich, nicht jedoch auf Windows-Tablets

Das hatte sich der Unternehmer Paul Johnson anders vorgestellt: Für Tausende Dollar ließ er ein erfolgreiches Spiel auf Microsofts neues Tablet-Windows portieren. Doch der Umsatz war gering. Die Schuld an seinem Scheitern schiebt er dem Windows-Konzern zu.

Berlin - Microsoft muss für sein Betriebssystem Windows RT harsche Kritik eines App-Entwicklers einstecken. Eine Woche nach Veröffentlichung einer Spiele-App für Microsofts neues PC- und Tablet-Betriebssystem habe er "die stolze Summe von 52 britischen Pfund" (rund 64 Euro) eingenommen, schreibt Paul Johnson in einem verärgerten Blog-Eintrag.

Johnson ist Eigentümer des britischen Spielestudios Rubicon Development. Die Portierung des Bestseller-Spiels "Great Big War Game" auf Windows RT habe ihn 16.000 Dollar (12.400 Euro) gekostet. Auf Apples iOS-Geräten sei das Spiel sofort auf den ersten Platz der Charts geklettert, in Googles Play Store für Android-Geräte sei es ähnlich erfolgreich angelaufen.

"Wir haben eine Menge Zeit, Ressourcen und Geld verschwendet, um diese Plattform zu unterstützen, und es hat uns nur Ärger eingebracht", klagt Johnson. Er kritisiert in erster Linie, dass er von Microsoft kaum unterstützt worden sei. Der Software-Konzern weigere sich, den Verkauf mit Werbung zu fördern, schrieb Johnson. "Apple bewirbt unsere Apps regelmäßig. Android bewirbt unsere Apps regelmäßig. Sogar RIM (Blackberry) bewirbt unsere Apps regelmäßig." Microsoft dagegen halte es offenbar nicht für nötig, kleinere Studios zu unterstützen.

Nun, schreibt Johnson, sei die App "dazu verdammt, für immer im Mülleimer" des Windows Stores liegen zu bleiben, wo potentiellen Kunden es gar nicht erst bemerken würden. Er gehe davon aus, dass die App künftig sogar weniger als 52 Pfund Umsatz pro Woche einbringen werde. Er klagt: "Selbst wenn das aktuelle Niveau gehalten würde, wird es zwei Jahre dauern, das Gehalt des Programmierers, der das Spiel [auf Windows RT] portiert hat, wieder einzuspielen.

Mit der Veröffentlichung von Windows 8 hat Microsoft erstmals eine Version des Betriebssystems speziell für Tablets mit ARM-Prozessoren herausgebracht, Windows RT. Der Erfolg eines mobilen Betriebssystems hängt in der Regel nicht unwesentlich von einem umfangreichen und attraktiven Angebot an verfügbaren Apps ab. Mit Windows 8 sollte es Entwicklern besonders einfach gemacht werden, Anwendungen ohne großen Aufwand auf diese Plattform zu portieren.

mak/dpa

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 86 Beiträge
1.
Karbonator 07.12.2012
Wer ein schlechtes Spiel auf den Markt bringt, das es ohne nervige Werbung nicht in den Charts nach oben schafft, sollte sich doch bitte nicht beim Hersteller des Betriebssystems beschweren. Selten so einen nutzlosen Artikel [...]
Wer ein schlechtes Spiel auf den Markt bringt, das es ohne nervige Werbung nicht in den Charts nach oben schafft, sollte sich doch bitte nicht beim Hersteller des Betriebssystems beschweren. Selten so einen nutzlosen Artikel gelesen.
2. Trottel
gushkaiser 07.12.2012
Zuallererst sollte man sich Gedanken machen und recherchieren, bevor man unsummen in ein Spiel auf einem "neuen" Betriebssystem pumpt. Natürlich kann man sichs leicht machen und die Schuld auf Microsoft schieben, dass [...]
Zuallererst sollte man sich Gedanken machen und recherchieren, bevor man unsummen in ein Spiel auf einem "neuen" Betriebssystem pumpt. Natürlich kann man sichs leicht machen und die Schuld auf Microsoft schieben, dass das Betriebssystem aber erst jetzt mit den Surface Tablets und dem Nokia Lumia durchstartet, darüber macht man sich kaum Gedanken. Sogar der Apple-Store hat einmal klein angefangen, und Windows 8 entwickelt sich doch gerade erst, und das kann eben nur passieren, wenn immer mehr und mehr Programmierer dort programmieren, sodass es eine grosse App-Vielfalt gibt. Windows Phone ist wenigstens nicht komplett geklaut wie Android, und ich bin mir sicher dass mit der Zeit auch dort die App-Quantität steigen wird. Wenn keiner dafür programmiert, wo bleibt der reiz für die Kunden? Also irgendwo muss es ja wohl mal anfangen und ich bin sicher das entwickelt sich alles noch. Microsoft sollte aber nicht denselben fehler machen, und nur Kreditkartenzahlung anbieten wie google (wobei ich nicht weiss, wie man dort bezahlt) sondern ähnlich wie Apple iTunes-Guthabenkarten rausbringen.
3. Zweifelhaft
Tatsächlich 07.12.2012
Windows hat zwar die Fenster weltweit verbreitet, aber obwohl normale Progs jetzt Apps heißen, bringt man Windows mit allem möglichen in Verbindung, nur nicht mit Apps. Dafür besteht in Zusammenhang mit Windows keine Kultur. [...]
Windows hat zwar die Fenster weltweit verbreitet, aber obwohl normale Progs jetzt Apps heißen, bringt man Windows mit allem möglichen in Verbindung, nur nicht mit Apps. Dafür besteht in Zusammenhang mit Windows keine Kultur. Unsereins ist mit Monatszeitschriften und darin Tausenden von Share- und Freewares aufgewachsen (heute im WWW), aber die Digital Natives kennen nunmal eher Apps auf ihren Smartphones und Tablets. Microsoft bekommt für seine erbärmliche Produktpolitik hoffentlich gewaltig von den Kunden auf die Mütze. Für Millionen, eher noch Milliarden (!) von Büro-Nutzern ist die Win8-Oberfläche eine Zumutung. Wenn dort nicht schnellstens nachgebessert wird, wird kaum eine Firma je Win8 installieren, die Admins bekommen Krämpfe. Und die werden noch mehr Krämpfe bekommen, wenn Microsoft in Zukunft seine Upgrades im Stile von Firefox liefern wird. Und wo passt in diese verkorkste Ballmer-Politik die App des betroffenen Entwicklers rein? Dass es SO ein Flop wird, konnte niemand ahnen, aber Wunderumsätze hätte ich an seiner Stelle nicht erwartet. Das ist eher so wie Seat für VW - jedes Jahr seit Ewigkeiten rote Zahlen, aber die Marktpräsenz will man nicht an Fiat usw. verlieren, daher schleppt man sie mit. Sollte der Entwickler auch tun. Dieses Jahr schön Minus für die Steuer, ab dem dritten Jahr kommt er ins Verdienen.
4.
Tatsächlich 07.12.2012
Falsch, der Artikel wäre eine prima Fallstudie für ein Assessment Center. Es muss heißen "Selten so einen sich selbst überschätzenden Unternehmer gesehen".
Zitat von KarbonatorWer ein schlechtes Spiel auf den Markt bringt, das es ohne nervige Werbung nicht in den Charts nach oben schafft, sollte sich doch bitte nicht beim Hersteller des Betriebssystems beschweren. Selten so einen nutzlosen Artikel gelesen.
Falsch, der Artikel wäre eine prima Fallstudie für ein Assessment Center. Es muss heißen "Selten so einen sich selbst überschätzenden Unternehmer gesehen".
5. In der ...
webman 07.12.2012
In der produzierenden Industrie passiert es alle Tage dass ein Produkt nicht angenommen wird und das unternehmen auf den Entwicklungs-und Produktionskosten sitzen bleibt -- nicht jedes App. ist ne CashCow daran werden sich noch [...]
In der produzierenden Industrie passiert es alle Tage dass ein Produkt nicht angenommen wird und das unternehmen auf den Entwicklungs-und Produktionskosten sitzen bleibt -- nicht jedes App. ist ne CashCow daran werden sich noch einige gewöhnen müssen ...

Empfehlen

MEHR IM INTERNET

Verwandte Themen

Apps für Smartphones und Tablets

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter RSS
alles zum Thema Windows 8
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten