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21.02.2012
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Streit um Namensrechte

Apple droht iPad-Chinesen mit Klage

Von Matthias Kremp
Eine Apple-Angestellte demonstriert in Shanghai das iPad 2: Wem gehört der Name iPad?
AP

Eine Apple-Angestellte demonstriert in Shanghai das iPad 2: Wem gehört der Name iPad?

Apples Anwälte fordern das chinesische Unternehmen Proview auf, seine Klagewelle gegen den Konzern einzustellen. Andernfalls müssten die Adressaten rechtliche Konsequenzen tragen. Der Empfänger kündigte umgehend Gesprächsbereitschaft an.

"Für Schäden, die [Apple] aus diffamierenden Aussagen oder ungesetzlichen Handlungen entstehen, behalten wir uns alle Rechte vor, weitere juristische Schritte gegen natürliche und juristische Personen einzuleiten." Das sind drastische Worte, eine klare Drohung. Es ist der Schlusssatz eines dreiseitigen Briefes, den Apples Anwälte in China dem Vorstandsvorsitzenden und Gründer von Proview Technology in die Industriestadt Shenzhen geschickt haben. Die Botschaft dürfte klar sein: Lasst uns endlich in Ruhe, oder ihr werdet zu spüren bekommen, mit wem ihr euch angelegt habt.

Dabei hatte Apple lange stillgehalten. Nach einer Klage von Proview hatte ein Gericht in Shenzhen Apple im Dezember 2011 das Recht abgesprochen, in China die Marke iPad zu verwenden. Der Grund: Das chinesische Unternehmen hatte die Rechtmäßigkeit eines Vertrages angezweifelt, den Apple 2009 mit dem taiwanischen Ableger von Proview abgeschlossen hatte.

Über die einzig zum Zweck der Sicherung von iPad-Namensrechten gegründete britische Firma IP Applications Developement LTD (IPADL) hatte der US-Konzern vor der Vorstellung seines Tablet-Computers weltweit heimlich iPad-Namensrechte eingekauft. Darunter seien auch die zehn Namensrechte gewesen, die Proview zuvor gehalten hatte. Apples Strohmänner zahlten damals 35.000 britische Pfund (42.000 Euro) für die Übertragung der Rechte. Proview gibt nun vor Gericht an, seine taiwanische Dependance, mit der IPADL den Vertrag geschlossen habe, sei gar nicht berechtigt gewesen, die Rechte für das chinesische Festland zu veräußern.

Proview stellt enorme Forderungen

Mehrere Gerichte in China schlossen sich dieser Haltung an, gaben Proview recht und veranlassten teilweise Beschlagnahmeaktionen. Berichten zufolge verstecken viele Händler ihre iPad-Bestände seither in Hinterzimmern, die Tablets sind aus Regalen und Auslagen verschwunden. Verkauft werden sie trotzdem, unter der Hand. Zuletzt hat laut Proview das Volksgericht der Stadt Huizhou gegen Apple entschieden. Seinem Urteil zufolge sollten Händler in ganz China die Flachrechner aus dem Sortiment nehmen. Unklar ist, welche rechtliche Bedeutung dieses Urteil hat. Offenbar ist es aber, wie andere, ähnlich lautende Beschlüsse, nur lokal gültig. Laut "Cnet" hat Proview mittlerweile in 40 Städten Klage gegen Apple erhoben.

FOTOSTRECKE

Markenrechtsstreit: iPads verschwinden aus Chinas Läden
Proview rechtfertigt sich für seine Aktionen damit, dass Verhandlungen über die Namensrechte mit Apple gescheitert seien. Das Unternehmen hatte Apple daraufhin auf zehn Milliarden Yuan (1,2 Milliarden Euro) Schadensersatz wegen Verstößen gegen das Markenrecht verklagt. Kämpferisch erklärte Proviews Anwalt, man wolle "den Ausgleich jetzt auf andere Weise eintreiben".

Unerwartetes Friedensangebot

Diese Haltung scheint sich mittlerweile geändert zu haben. Apple hat vor den Gerichten in Shenzhen und Guangdong Berufung gegen die jeweiligen Urteile eingelegt. Mit neuem Beweismaterial, darunter "zahllose E-Mails" sowie "Dokumente, die den Gerichten bisher nicht vorlagen", will der US-Konzern die chinesischen Richter nun zu einem neuen Urteilsschluss bewegen.

Am Dienstag erklärte Proview-Anwalt Xie Xianghui dann, sein Mandant sei doch noch willens, seine Klagen fallen zu lassen. Beide Seiten seien "immer noch in der Lage, sich zusammenzusetzen und zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen." Dass Apples Berufungsverfahren und der Brief an den Proview-Gründer dieses Friedensangebot beeinflusst haben, wäre reine Spekulation.

Ob Apple das Angebot annehmen wird, ist unklar. In dem Brief an Proview gibt es immerhin den fast schon versöhnend klingenden Satz: "Gegenüber der Presse die Tatsachen zu verdrehen und den Konflikt damit weiter anzuheizen, wirkt sich nachteilig auf das Interesse beider Seiten aus, zu einer gemeinsamen Lösung in der Sache zu kommen." Zumindest das kann man so interpretieren, dass Apple die Tür für Proview noch einen Spalt breit offen hält.

Forum

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insgesamt 16 Beiträge
1. apple ist nur noch peinlich
chinataxi 21.02.2012
dei marke zersetzt sich vom hippen underdog zum düsteren imperator und sklaventreiber. ich habe glücklicherweise noch keinen cent in die heisse luft firma investiert. wer mies spielt muss sich nciht wundern dass es andere auch [...]
Zitat von sysopApples Anwälte fordern das chinesische Unternehmen Proview auf, seine Klagewelle gegen den Konzern einzustellen. Andernfalls müssten die Adressaten rechtlichen Konsequenzen tragen. Der Empfänger kündigte umgehend Gesprächsbereitschaft an. Streit um Namensrechte: Apple droht iPad-Chinesen mit Klage - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,816673,00.html)
dei marke zersetzt sich vom hippen underdog zum düsteren imperator und sklaventreiber. ich habe glücklicherweise noch keinen cent in die heisse luft firma investiert. wer mies spielt muss sich nciht wundern dass es andere auch können: nur ein beispiel: Apple verklagt Cafe Apfelkind wegen Apfel-Logo - Wirtschaft - sueddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/computerkonzern-verklagt-bonner-cafe-wehe-sie-veraeppeln-apples-apfel-1.1173840) lol@apple
2. Merkwürdig ...
frozen 21.02.2012
Das Eine hat mit dem Anderen nicht viel zu tun und wird hier unzulänglich vermischt. Mir stellt es sich so dar, dass eine chinesische Provinzfirma hier seinen "Gewinn" ohne eigenes Zutun maximieren will. Schade nur, [...]
Zitat von chinataxidei marke zersetzt sich vom hippen underdog zum düsteren imperator und sklaventreiber.
Das Eine hat mit dem Anderen nicht viel zu tun und wird hier unzulänglich vermischt. Mir stellt es sich so dar, dass eine chinesische Provinzfirma hier seinen "Gewinn" ohne eigenes Zutun maximieren will. Schade nur, dass sich gerade Chinesische Firmen dahingehend hervortun, gerade auf diese Belange eher seltener Rücksicht zu nehmen. Scheinbar sind die Rechte rechtmäßig erworben worden ... also wo soll jetzt noch die Berechtigung für eine Nachforderung zu sein? Zu den Slavenäußerungen ... dazu müsste man die gültigen chinesischen Verhältnisse kennen. Natürlich kann man Appel nicht komplett von der Verantwortung freisprechen, allerdings leben wir alle mit Gütern, die unter weit fragwürdigeren Umständen produziert wurden, hier kräht kein Hahn danach. Man legt sich die Karten halt, wie sie einem passen ... um dann kräftig drauflos zu meckern ...
3. Süß, wie naiv
Willi Wacker 21.02.2012
Es geht Proview doch einzig und allein darum, Apple an den Verhandlungstisch zu zwingen und einige Millionen abzugreifen. Apple käme es vielleicht sogar günstiger, wenn sie in China (welchem?) eine neue Marke anmelden und die [...]
Zitat von chinataxidei marke zersetzt sich vom hippen underdog zum düsteren imperator und sklaventreiber. ich habe glücklicherweise noch keinen cent in die heisse luft firma investiert. wer mies spielt muss sich nciht wundern dass es andere auch können: nur ein beispiel:
Es geht Proview doch einzig und allein darum, Apple an den Verhandlungstisch zu zwingen und einige Millionen abzugreifen. Apple käme es vielleicht sogar günstiger, wenn sie in China (welchem?) eine neue Marke anmelden und die Verpackung sowie einige Webseiten ändern. Die politisch brisante Frage wurde überhaupt nicht dargestellt. Wenn Apple in Taiwan die Rechte für Gesamtchina gekauft hat, gilt das dann für ganz China? Üblicherweise ist (Rot)China ja der Auffassung, das Tawain ein Teil Chinas ist. DA liegt ein Knackpunkt. Ansonsten kennen wir die Verträge überhaupt nicht. Das einzige was man von ferne sagen kann, ist, das es hier um eine Menge Geld geht. Und nicht im Geringsten um verlorene Ehre. Erinnert ein wenig an die Dame die die Costa Concordia Reederei wegen einer abgebrochenen Schwangerschaft verklagen wollte. Obwohl sie nie mit dem Schiff gefahren war. Man kann´s ja mal versuchen. Mehr als reichwerden geht nicht.
4. Ich wünsche den Chinesen viel Erfolg,
wadoe2 21.02.2012
wenn sie gegen ein Unternehmen vorgehen, das selbst jede Gelegenheit wahrnimmt, mit seinen Rechten andere durch den Wolf zu drehen. Wenn ein nicht-US Unternehmen seine Rechte in den USA einklagt, dann steht die Sache in der [...]
wenn sie gegen ein Unternehmen vorgehen, das selbst jede Gelegenheit wahrnimmt, mit seinen Rechten andere durch den Wolf zu drehen. Wenn ein nicht-US Unternehmen seine Rechte in den USA einklagt, dann steht die Sache in der Regel sehr schlecht für den Kläger, da sie häufig einer richterlichen Arroganz ausgesetzt werden, die man vielleicht in irgendwelchen Bananenrepubliken erwartet. Anders herum ist es relativ einfach in den USA für US-Unternehmen Rechte durchzusetzen. Das ist so etwas wie eine "Kultivierung amerikanischer Interessen". In den USA lernt man nun, dass dies auch in anderen Ländern funktioniert, aber diesmal nicht zum Vorteil von US-Firmen. Um auf den Fall zurückzukommen: Ich bin nicht der Überzeugung, dass es sehr weise von Apple war, einem Unternehmen zu drohen. Das mögen unter anderem auch Richter in China nicht gerne sehen. Eine außergerichtliche Einigung wäre klüger. Die allerdings lässt sich nicht mit ein paar Peanuts und mittels heimlicher Spielchen erlangen.
5. Anwalts Liebling
FrankDr 21.02.2012
Apple: "Ihr habt zwar Recht, aber Recht haben und Recht kriegen sind zwei paar Schuhe. Recht haben nämlich nur wir, denn wir sind größer, aggressiver und klagen euch alle in den Tod."
Apple: "Ihr habt zwar Recht, aber Recht haben und Recht kriegen sind zwei paar Schuhe. Recht haben nämlich nur wir, denn wir sind größer, aggressiver und klagen euch alle in den Tod."

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