21.06.2012
Windows Phone 8
Microsoft stellt Windows für Smartphones vor
Gerade präsentierte Microsoft einen eigenen Tablet-Computer, jetzt die nächste Version seines Mobil-Betriebssystems. Im Herbst soll Windows Phone 8 verfügbar sein, kündigte Microsoft-Manager Joe Belfiore am Mittwoch auf einer Veranstaltung in San Francisco an, und damit etwa zeitgleich mit der neuen Windows-Version für den Desktop.
Das ist kein Zufall: Microsoft plant ein Windows für alle Geräte, ob nun herkömmlicher Rechner, Tablet oder Smartphone. Im Detail mögen sich die Versionen unterscheiden, für Entwickler aber soll es kaum einen Unterschied machen, ob nun eine App für ein Telefon oder für ein Desktopsystem programmiert wird. Die Nutzer sollen eine Benutzeroberfläche, Microsoft nennt seine interaktiven Kacheln "Metro", auf allen Gadgets vorfinden.
Entwickler könnten mit ihren einmal programmierten Apps ohne großen Mehraufwand auf einen Schlag mehr als 1,3 Milliarden Menschen erreichen, sagte Belfiore. Aus einer internen Präsentation (die allerdings schon etwas älter ist) geht außerdem hervor, dass auch die nächste Wohnzimmer-Konsole Xbox 720 mit Windows 8 laufen soll - die Apps laufen dann auch auf dem Fernseher.
Belfiore kündigte "viele leistungsstarke Telefone" an, die genug Leistung für aufwendige Videospiele mitbringen sollen. Erste Windows Phone 8-Geräte werde es in drei verschiedenen Display-Größen in verschiedenen Bildschirmauflösungen von den Herstellern Nokia, Huawei, HTC und Samsung geben.
Bisherige Besitzer eines Windows Phone werden allerdings nicht von den neuen Apps profitieren können. Ihr Smartphone ist mit dem neuen System nicht kompatibel. Das aktuelle Windows-Smartphone Nokia Lumia 900 bietet die Telekom offenbar auch aus diesem Grund ihren Kunden gar nicht erst an. "Wer von uns würde sich nicht aufregen, wenn er quasi ein niegelnagelneues Handy hat, aber die neueste Software nicht nutzen kann?", schreibt eine Telekom-Mitarbeiterin in einem Supportforum.
Die neuen Windows-8-Telefone sollen auch als Geldbörse dienen. Dazu wird den Herstellern der Einbau der Nahfeld-Mobilfunktechnik NFC vorgeschrieben. Mit NFC lassen sich zum Beispiel Dateien berührungslos von einem zum anderen Handy austauschen. Auch zum Bezahlen an speziell ausgerüsteten Kassen will Windows Phone 8 NFC nutzen. Dabei sollen die Sicherheitselemente nicht wie üblich im Gerät selbst, sondern auf der SIM-Karte gespeichert werden.
ore/dpa

