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11.12.2012
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Heimautomations-Apps im Test

Licht an per W-Lan

Von
Matthias Kremp

Steuergerät für vernetzte Funksteckdosen: Heimautomation leichtgemacht?

Jetzt übernehmen Smartphones auch den Haushalt: Per W-Lan und App bieten Hersteller die Kontrolle von Licht und Alarmanlage in den eigenen vier Wänden an - zum Teil auch vom Büro aus. Was die Anlagen wirklich können, zeigt der Test dreier Systeme zwischen 50 und 1000 Euro.

Zeitschaltuhren und Funksteckdosen aus dem Baumarkt gehören schon lange zu den Lieblingsspielzeugen vieler Hausbesitzer und Wohnungsmieter. Mit ihnen können Nutzer Lampen automatisch an- und ausschalten, wenn sie unterwegs ist. Das Kalkül dahinter: Einbrecher werden durch die simulierte Aktivität abgeschreckt.

Gern genommen sind auch Fernbedienungen für die Gartenleuchte, um zu gucken, wer sich da auf dem eigenen Grund und Boden herumtreibt. Zwischen drei und 30 Euro kosten solche Systeme.

Wer mehr Komfort will, zum Beispiel Lichtquellen im Haus von außen gezielt automatisieren oder steuern, muss auch mehr zahlen. Wenn ein Spezialist Kabel verlegt, Steckdosen und Schalter installiert, kostet das schnell einen vierstelligen Betrag.

Mehrere Anbieter versprechen günstigere Varianten. Vor allem setzen sie auf Handy, Tablet und W-Lan, um ähnliche Ergebnisse mit viel geringerem Aufwand und zu geringeren Kosten zu erzielen. Sie bieten etwa funkgesteuerte Steckdosen an, die per Smartphone-App geschaltet werden können.

Doch was kann die Fernsteuerung via Web. Wir haben drei Produkte mit unterschiedlichen Preisen und Potential getestet.

Teurer und kompliziert: Eminent e-Domotica-Starterkit

Fotostrecke

W-Lan-Steckdosen: Eminent e-Domotica-Starterset
Das mit weitem Abstand teuerste System hat uns die niederländische Firma Eminent zum Test geschickt. Das e-Domotica Starterkit kostet satte 998 Euro. Dafür bekommt der Käufer einen großen Karton voller kleiner Gadgets. Das wichtigste davon ist das e-Centre 2 genannte Steuergerät. Es sieht zwar aus wie ein Tablet und hat auch einen Touchscreen, kann aber mangels Akku nicht weit von einer Steckdose entfernt werden.

Der Bildschirm gehört zur besonders billigen Sorte, bietet sehr wenig Kontrast und ist stark blickwinkelabhängig. Gut, dass es eine Android-App gibt, mit der sich das System von einem richtigen Tablet aus viel komfortabler steuern lässt. Das e-Centre 2 muss dabei aber stets mit dem Netz verbunden bleiben, weil es die Schaltzentrale des e-Domotica-Systems ist.

Zum Starterpack gehören zwei Schaltsteckdosen, eine davon mit Messfunktion für den Energieverbrauch. Außerdem liegen ein Bewegungsmelder, ein Rauchmelder sowie eine Webcam mit Motor im Karton.

Die Einrichtung des Systems läuft über eine Web-Oberfläche im Browser. Im Test klappte das erst nach einigen Anläufen und mehreren Updates. Um überhaupt etwas einstellen zu können, muss der Nutzer einen Account bei Eminent, dem Hersteller des Systems, einrichten. Drei Monate lang kann er die dort gebotenen Funktionen kostenlos verwenden. Danach wird ein Abo fällig, um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können. Kostenpunkt: je nach Laufzeit zwischen acht und zehn Euro pro Monat.

Die Möglichkeiten, die e-Domotica bietet, sind dafür vielfältig. Abgesehen davon, dass das System Dinge ein- und ausschaltet, dimmt und regelt, kann es auch überwachen. Im Alarmfall verschickt es nicht nur SMS oder E-Mail, sondern ruft auch jemanden an. Der Nachteil dieser Vielfalt: Es kann recht aufwendig sein, e-Domotica zu konfigurieren.

Das e-Domotica-System, soll den Einstieg in die Heimautomation einfach und billig ermöglichen, sagt der Hersteller. Tatsächlich ist es weit günstiger als vergleichbare Systeme, die von Spezialisten installiert werden müssen. Und doch geben die Kosten des Starter-Kits zu denken. 998 Euro lautet die Preisempfehlung des Herstellers, 799 Euro werden im Onlinehandel aufgerufen. Abzüglich der Steuereinheit könnten man die im Paket gebündelten Geräte aber auch für weniger als 400 Euro einzeln kaufen. Das e-Centre 2 wird also mit 600 Euro (400 Euro Straßenpreis) berechnet.

Vor- und Nachteile des e-domotica

Komplettpaket

Vielfältige Möglichkeiten

Einsatz als Alarmanlage denkbar

Gutes Zubehörangebot

Unflexibles Steuergerät

Komplexe Installation

Keine iOS-App

Teuer

Einfach, gut, etwas teuer: Belkin WeMo

Fotostrecke

W-Lan-Steckdosen: Belkin WeMo
Für deutlich weniger Geld bietet der Zubehörhersteller Belkin den Einstieg in die Heimautomation an. 50 Euro kostet eine der WeMo genannten Funksteckdosen. Wir haben ein Komplettset aus Steckdose und Bewegungsmelder getestet, das mit 100 Euro zu Buche schlägt. Die App zur Steuerung der Belkin-Geräte gibt es kostenlos für iOS, eine Android-Variante ist in Planung.

Das schöne an Belkins System ist, wie einfach, problemlos und schnell es eingerichtet ist. Die Netzwerkkonfiguration wird von der App erklärt, dauert eine Minute, dann funktioniert das System. Funksteckdosen und weiteres WeMo-Zubehör werden automatisch erkannt und in der App, nach Schaltern und Sensoren getrennt, aufgelistet.

Die Einrichtung von automatischen Aktionen geht sehr schnell und einfach von der Hand, wobei man zeitgesteuerte und sensorgesteuerte Aktionen und auch Kombinationen planen kann. Der Nutzer gibt also nicht nur vor, dass eine Lampe zu einem bestimmten Zeitpunkt an- oder ausgehen soll. Er kann den Vorgang auch mit einem Bewegungsmelder abstimmen.

Besonders gut gefällt, dass all das auch ganz einfach via Internet funktioniert. Auch Nutzer ohne Kenntnis von Dingen wie DynDNS und Port-Weiterleitung können vom Büro aus die Hausbeleuchtung einschalten, den Weihnachtsbaum zum Strahlen bringen oder die Kaffeemaschine einschalten.

Da gibt kaum etwas auszusetzen. Und doch macht das System noch nicht ganz glücklich. Zum einen ist das Angebot an Zubehör sehr überschaubar: Es gibt eine Funksteckdose, einen Bewegungsmelder und ein Babyfon für WeMo. Dimmer, Kameras oder Einbauschalter fehlen - noch. Und billig ist der Spaß angesichts anderer Funksteckdosen, die nur die Hälfte kosten, auch nicht.

Vor- und Nachteile des Belkin WeMo

Sehr einfache Konfiguration

Sehr einfache Bedienung

Viele Automatisierungsmöglichkeiten

Wenig Zubehör

Keine Android-App

Relativ teuer

Schalten ohne Automatik: Steckerchecker

Fotostrecke

W-Lan-Steckdosen: Steckerchecker
Der Steckerchecker unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht von den beiden zuvor getesteten Systemen. Vor allem, weil er nur eine App ist. Die Hardware dazu kann man sich selbst von verschiedenen Herstellern zusammenstellen, was die Sache recht günstig machen kann. Wichtig ist, dass der Nutzer vor dem Kauf auf der Seite des Anbieters prüft, welche Schalter und Dimmer kompatibel sind. Dafür kann er sich dann beispielsweise Funksteckdosen kaufen, die nur 17 Euro pro Stück kosten. Ein Starterset mit zwei Funktsteckdosen und dem unbedingt notwendigen Netzwerk-Gateway kostet etwa bei Intertechno 99 Euro.

Die für Android und iOS verfügbare App selbst ist kostenlos, kann dann aber nur zwei Geräte schalten. Wer mehr will, muss die 4,99 Euro teure Premium-Variante kaufen. Beiden Versionen gemein ist, dass sie nur schalten können und keine Automatikfunktionen besitzen. Auch mit Sensoren oder Kameras arbeitet die App nicht zusammen und kann auch nicht via Internet auf die Funksteckdosen zu Hause zugreifen.

Aber solche Mängel will der Hersteller beheben, die Möglichkeiten der Software ausweiten und zu mehr Funkschaltern kompatibel werden. Vieles davon sei schon in Planung, versichern die Entwickler. Noch bekommt man mit dem Steckerchecker nicht viel mehr als einen universeller Funkschalter auf dem Handy. Aber der ist immerhin günstig.

Vor- und Nachteile des Steckercheckers

Einfache Konfiguration

Einfache Bedienung

Kompatibel zu verschiedenen Hardware-Systemen

Sehr günstiger Preis

Keine Autmatisierungsfunktionen

Unterstützt bisher nur Schalter und Dimmer

Kein Fernzugriff

Forum

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insgesamt 42 Beiträge
1. windowsphone
funnyhill 11.12.2012
dass spiegel immer noch nicht auf windowsphone eingeht ist schon ein bisschen schwach...
dass spiegel immer noch nicht auf windowsphone eingeht ist schon ein bisschen schwach...
2. Automatisation ist gut
Tom63 11.12.2012
Diese Steuerungen sind ein erster Schritt zum energiesparen. Ich selbst habe eine komplette Steuerung für meine Wohnung entwickelt und spare damit richtig Geld. Die Anbieter die jetzt auf dem Markt sind haben die Konzepte [...]
Zitat von sysopMatthias Kremp Jetzt übernehmen Smartphones auch den Haushalt: Per W-Lan und App bieten Hersteller die Kontrolle von Licht und Alarmanlage in den eigenen vier Wänden an - zum Teil auch vom Büro aus. Was die Anlagen wirklich können, zeigt der Test dreier Systeme zwischen 50 und 1000 Euro. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/belkin-wemo-steckerchecker-und-e-domotica-funksteckdosen-im-test-a-870982.html
Diese Steuerungen sind ein erster Schritt zum energiesparen. Ich selbst habe eine komplette Steuerung für meine Wohnung entwickelt und spare damit richtig Geld. Die Anbieter die jetzt auf dem Markt sind haben die Konzepte nicht zuende gedacht, denn zur Automatisation gehört auch das man die Heizung und Fenster und einiges mehr mitsteuern kann. Ich rate jedoch von Gagets ab die mit Funk gesteuert werden da dort meistens Batterien im Einsatz sind. und dadurch nicht kontrollierbare Schaltzustände eintreten können. Weiters müssen diese Gagets per Funk gegen Zugriffe von aussen gesichert werden und das ist viel zu aufwändig. Meine gesammelten Informationen durch mitlaufende Zähler sind: Kosten für Heizung jährlich mit Strom ca. 500.- € ( 130m2 Wohnfläche Altbau mit Vollwärmeschutz und Fenster UG-Wert 0,7) Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ist mit 12m2 Fläche einzubeziehen. Strom 3 Personen pro Jahr ca. 2000 Kwh. Die kosten für diese Gesamtsteuerung liegen bei mehr als 1000.- €, diese Kosten sind aber schnell eingespart. Bei Fragen kann man mich unter thomas_huber1963@web.de kontaktieren.
3. Steckerchecker kann mehr ...
DerNerd 11.12.2012
Das kleine Kästchen (das es im Übrigen von verschiedenen Herstellern gib) kann mehr als es schein. Vergessen Sie einmal die App "Steckerchecker" welche eigentlich nur an/aus kennt und nur eine handvoll Steckdosen. Der [...]
Das kleine Kästchen (das es im Übrigen von verschiedenen Herstellern gib) kann mehr als es schein. Vergessen Sie einmal die App "Steckerchecker" welche eigentlich nur an/aus kennt und nur eine handvoll Steckdosen. Der Sender ist das Besondere. Dessen Protokoll ist derart "Lowlevel", daß sich damit alle nur erdenklichen Funkprotokolle zusammenbauen lassen. Ein bisschen PHP und Windows oder Linux und schon lassen sich auch "ein paar Euro teuer" Steckdosen aus dem Baumarkt schalten, oder der Garangentoröffner, oder das Rollo, oder das ferngesteuerte Dachfenster. In Zusammenhang mit günstigen Alarmanlagenkomponenten und geschickter Programmierung geht auch ganz einfach die Implementation von Bewegungsmeldern und oder Zeitschalten. Weil sich knapp 16000 Funksteckdosen/Dimmer/etc schalten lassen genügt dieses Kästchen auch höheren Ansprüchen.
4. IP-Kamera
HansD 11.12.2012
IP-Kameras wie in der Galerie gibt es von mehreren Anbietern, die baugleich sind. Kosten um die 50 bis 70 Euro in Netz. Wer ein wenig Ahnung von Netzwerktechnik hat, kommt mit der Installation einfach zurecht. Man kann die Kamera [...]
IP-Kameras wie in der Galerie gibt es von mehreren Anbietern, die baugleich sind. Kosten um die 50 bis 70 Euro in Netz. Wer ein wenig Ahnung von Netzwerktechnik hat, kommt mit der Installation einfach zurecht. Man kann die Kamera via DynDNS weltweit über Internet steuern, vorausgesetzt zu Hause ist das WLAN aktiviert. Steuerbar über ein Android Smartphone/Tablet oder auch iPhone. Entsprechende Apps gibt es entweder kostenlos mit Werbung oder für ein paar Euro ohne Werbung. Die Kamera ist normalerweise horizontal und vertikal schwenkbar, hat ein Mikrofon und Lautsprecher eingebaut. Live-Übertragung von Bild und Ton auf Smartphone usw. Bewegungsmelder ist auch eingebaut, so kann man es so einstellen, dass sobald Bewegung erkannt wird, sofort 6 Fotos aufgenommen werden und per Email an eingestellte Adressen versendet werden. Man kann auch dauerhaft aufzeichnen und die Fotos auf einen FTP-Server hochladen lassen. Für die dunkle Jahreszeit ein super Gadget, vorallem wenn man das Haus bzw die Wohnung alleine lassen muss. Man kann natürlich auch mehrere dieser Kameras gleichzeitig betreiben und auf alle über Smartphone zugreifen. Natürlich gibt es auch einen Nachtmodus. Und eben alles steuerbar über ein Smartphone oder auch Rechner mit Internetverbindung. Sollte man mal eine Woche im Urlaub sein, kann man jederzeit sehen, was zu Hause los ist. Ich finds top. Ist man daheim, Kamera einfach abstecken oder Richtung Decke schwenken.
5. Oberflächlich ...
hgb 11.12.2012
ist dieser Artikel. Basta! Es gibt eine ganze Reihe von Systemen, die fast alle Wünsche der Haussteuerung ermöglichen. Homematic z.B. oder das Smart Home System von RWE. Also erst mal die Guten suchen und dann über Trends [...]
ist dieser Artikel. Basta! Es gibt eine ganze Reihe von Systemen, die fast alle Wünsche der Haussteuerung ermöglichen. Homematic z.B. oder das Smart Home System von RWE. Also erst mal die Guten suchen und dann über Trends berichten;)

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