Lade Daten...
20.12.2012
Schrift:
-
+

Günstige SSDs

Dieses Geschenk beschleunigt PC und Notebook

Von
Matthias Kremp

Bisher waren sie Luxus, jetzt sind sie bezahlbar: Die Preise für SSD-Festplatten sind vor Weihnachten gefallen. Wir haben ausprobiert, was der schnelle Speicher bringt und zeigen, wie man die Laufwerke einbaut.

Nie wieder ohne! Wer zum ersten Mal einen Rechner mit SSD-Festplatte ausprobiert, will nicht mehr auf den schnellen Speicher verzichten. Eine SSD (Solid State Disk) macht im Grunde dasselbe wie eine Festplatte, sie speichert das Betriebssystem, die Programme und Daten. Nur macht sie das viel schneller als herkömmliche Festplatten. Die einfache Erklärung für den Vorsprung: Statt auf einer rotierenden Metallplatte werden die Daten bei SSDs in Speicherchips abgelegt. Es gibt also keine mechanischen Bauteile und damit auch kaum Verzögerungen beim Zugriff auf die Daten. Allerdings sind Notebooks mit integrierter SSD und SSDs zum Nachrüsten meist sehr teuer.

Grundsätzlich hat sich daran bis heute nichts geändert. Aber jetzt, kurz vor Weihnachten, sind die Preise für Nachrüst-SSDs erträglich geworden. Eine 128-GB-SSD bieten Elektronik-Supermärkte und Online-Händler derzeit ab 80 Euro an, die doppelte Speichermenge gibt es für 140 Euro. Wer noch mehr SSD-Speicher haben möchte, muss dann wieder deutlich mehr zahlen, bekommt eine 500-GB-SSD ab etwa 350 Euro. Vor wenigen Monaten waren solchen Preise noch nicht vorstellbar.

Beim Kauf sollte man allerdings nicht nur nach dem Preis gehen. Gerade bei günstigen Angeboten lohnt es sich, vorher im Internet Anwender- und Testberichte des jeweiligen Modells zu suchen. Immer wieder kommt es vor, dass SSDs aufgrund von Software-Fehlern Probleme bereiten und erst nach mehreren Updates ihrer Systemsoftware zuverlässig laufen. Bei unseren Tests mit den neuen Massenspeichern sind wir von solchen Ärgernissen glücklicherweise verschont geblieben.

Wie viel darf's denn sein?

Die Hemmschwelle, die eingebaute Festplatte in PC oder Notebook durch eine SSD zu ersetzen, ist durch die neuen Preise gesenkt worden. Bleibt die Frage, wie viel Speicherplatz man braucht. In der Regel sollten 128 GB ausreichen, um Betriebssystem und Programme unterzubringen. Auf einer solchen SSD bleibt dann aber nur wenig Platz für Musiksammlung, Fotos oder gar Videos. Flexibler ist man mit einem 256-GB-Modell, während 512 GB auch umfangreichen Musik- und Fotosammlungen ausreichend Platz bieten.

Günstiger kommt man allerdings ans Ziel, wenn man solche Daten auf eine externe Festplatte auslagert. Eine schlanke 1-Terabyte-USB-Festplatte bekommt man ab etwa 80 Euro. Für unseren Test haben wir uns für die Luxusvariante entschieden, eine 512-GB-SSD von Samsung genommen, auf die wir den Inhalt der 512-GB-Festplatte unseres Notebooks 1:1 übertragen konnten.

Der Einzug geht schneller als der Umzug

Während der mechanische Einbau der SSD mit wenigen Handgriffen erledigt war (siehe Fotostrecke), ist das Kopieren von Software und Daten von der alten Festplatte auf die neue SSD zeitaufwendig und nur mit Spezialsoftware zu bewerkstelligen. Die meisten Hersteller bieten ihre SSDs deshalb in verschiedenen Versionen an. Zum einen gibt es die Basisversionen, die quasi nackt geliefert werden und auf die man Betriebssystem und Programme neu installieren muss.

Es gibt aber auch Aufrüstpakete. Sie enthalten zum Beispiel einen Rahmen zum Einbau der SSD in einen Desktop-PC oder ein externes Gehäuse, in das man die alte Festplatte einbauen kann, um sie als externes Laufwerk zu nutzen. Vor allem aber enthalten die Aufrüstpakete Software für die Datenübertragung.

Alternativ kann man sich auch selbst mit Tools wie Acronis True Image HD, Paragon Migrate OS to SSD, oder dem etwas komplizierteren GParted behelfen. Da ich die SSD in ein Macbook einbauen wollte, half diese Windows-Software gar nichts. Für Mac-Nutzer gibt es die seit Jahren erprobte Carbon Copy Cloner-Software, die die Aufgabe gut erledigt hat. Schnell ist die Software allerdings nicht. Im Test hat es mehr als fünf Stunden gedauert, um die Daten komplett zu übertragen.

Aber das Warten lohnt sich. Als die Prozedur endlich erledigt ist, mögen wir unseren Augen kaum trauen, als wir das altgediente Notebook zum ersten Mal von seiner neuen SSD starten lassen. Das Betriebssystem steht nach wenig mehr als zehn Sekunden arbeitsbereit im Speicher, vorher brauchte es für denselben Vorgang fast zehnmal so lange.

Dasselbe gilt für Programme. Selbst ein fünf Jahre altes Photoshop braucht nicht mehr als ein paar Sekunden, um sich in den Speicher zu wuchten. Der Unterschied ist derart deutlich spürbar, dass man meinen könnte, vor einem neuen Computer zu sitzen. Das SSD-Upgrade hat sich gelohnt.

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 68 Beiträge
1.
Walter Sobchak 20.12.2012
Mit Windows 7 und der damit vorhanden "System Backup" ist ein Umstieg auf SSD ein Kinderspiel und innerhalb kurzer Zeit machbar. Dazu das Backup auf eine externe USB(3) Festplatte erstellen. Dann eine System Recovery [...]
Mit Windows 7 und der damit vorhanden "System Backup" ist ein Umstieg auf SSD ein Kinderspiel und innerhalb kurzer Zeit machbar. Dazu das Backup auf eine externe USB(3) Festplatte erstellen. Dann eine System Recovery CD/DVD mit Windows 7 Boardmitteln erstellen. Davon booten und "Advanced Recovery" waehlen. Dann Backup von der externen Platte auswaehlen und arbeiten lassen. Umstieg von 128 auf 256 erfordert dann noch eine nachtraegliche Vergroesserung im "Disk Management" was eine Sekunde dauert. Extra Spezialsoftware braucht somit nicht gekauft werden.
2.
Meckermann 20.12.2012
---Zitat--- Günstiger kommt man allerdings ans Ziel, wenn man solche Daten auf eine externe Festplatte auslagert ---Zitatende--- Oder im Falle eines Desktop PCs halt auch auf eine interne...
---Zitat--- Günstiger kommt man allerdings ans Ziel, wenn man solche Daten auf eine externe Festplatte auslagert ---Zitatende--- Oder im Falle eines Desktop PCs halt auch auf eine interne...
3. TimeMachine
frank@franmedia.de 20.12.2012
Da ich gerade ebenfalls mein MacBook mit einer SSD aufgerüstet hab, kann ich das Gefühl der Beschleunigung nur bestätigen. Es lohnt sich sehr. Verwirrt hat mich aber Ihre Aussage, dass der Einbau einfacher ist als die [...]
Da ich gerade ebenfalls mein MacBook mit einer SSD aufgerüstet hab, kann ich das Gefühl der Beschleunigung nur bestätigen. Es lohnt sich sehr. Verwirrt hat mich aber Ihre Aussage, dass der Einbau einfacher ist als die Datenkopie. Bei meinem halbwegs neuen MacBook hab ich mir schon etwas Mühe gegeben nichts kaputt zu machen oder zu zerkratzen. Dafür ist mit einem Mac der Umzug der Daten doch wohl ein Kinderspiel. Man bootet einfach von einer externen Platte und restauriert die neue SSD mit dem vor dem Ausbau gemachten TimeMachine Backup. Das sind sehr wenige Handgriffe und selbst 400GB Daten sind damit während einer längeren Mittagspause kopiert. Und ein Backup macht doch jeder, oder?
4. Seit einem Jahr SSD und happy
cor 20.12.2012
Ich bin vor ca einem Jahr auf SSD umgestiegen (Windows 7) und mein Résumé ist: Nur eine Neuinstallation ist wirklich sauber.
Ich bin vor ca einem Jahr auf SSD umgestiegen (Windows 7) und mein Résumé ist: Nur eine Neuinstallation ist wirklich sauber.
5.
chrome_koran 20.12.2012
Für den Mac braucht sowieso keine extra Software gekauft _zu_ werden.Das erwähnte Carbon Copy Cloner ist m.W. kostenlos. Alternativ, komfortabler und dazu viel schneller geht es mit den Bordmitteln von Mac OS X: einmal [...]
Für den Mac braucht sowieso keine extra Software gekauft _zu_ werden.Das erwähnte Carbon Copy Cloner ist m.W. kostenlos. Alternativ, komfortabler und dazu viel schneller geht es mit den Bordmitteln von Mac OS X: einmal TimeMachine und gut ist, einfacher geht's nicht.

MEHR IM INTERNET

Verwandte Themen

Alles über SSDs

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter RSS
alles zum Thema Angefasst
RSS
Rubriken

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten