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22.12.2012
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Neue Gadgets

Diese Lampe wird mit Schwerkraft betrieben

Eine Lampe für afrikanische Dörfer, die kein Kerosin und keine Batterien braucht, und eine Spielkonsole, die auf Android basiert und nur 99 Dollar kosten soll: die wöchentliche Gadget-Schau von neuerdings.com.

Hierzulande stellt man sich höchstens mal für eine Gartenparty ein paar Petroleumlampen hin, aber laut dem Entwickler der Gravity Lights können weltweit über 1,5 Milliarden Menschen nicht auf elektrische Beleuchtung vertrauen.

Sie benutzen stattdessen Lampen auf Basis fossiler Brennstoffe, hauptsächlich Petroleumlampen. Petroleum wird aus Erdöl gewonnen, ist gesundheitsschädlich und umweltgefährlich.

Gravity Light dagegen funktioniert mit Schwerkraft, die nicht abnimmt, überall erhältlich ist und niemandem schadet, solange man nicht aus großer Höhe hinunterfällt. Die Idee hinter Gravity Light wird im folgenden Video kurz vorgestellt.

Die Schwerkraftlampe wird eingeschaltet, indem man einen Gewichtsbeutel anhebt, der dann von der Schwerkraft wieder langsam zu Boden gezogen wird. Je nach Füllung (z.B. Sand, Steine, Wasser) und Einstellung der Lichtstärke leuchtet das Gravity Light eine gute halbe Stunde, bevor das Gewicht wieder angehoben werden muss.

Es entstehen beim Betrieb also keine Folgekosten, man muss keinen Brennstoff besorgen, sondern nur jede halbe Stunde kurz ein Gewicht anheben

Mehr Informationen über das Gravity Light auf Indiegogo und auf der Website Deciwatt. Die Finanzierungsrunde läuft noch bis zum 15. Januar. Das Geld zur Produktion einer ersten Serie von 1.000 Gravity Lights ist zwar schon zusammengekommen, aber man will noch mehr erreichen und Zubehör für entwickeln: einen Akku beispielsweise, eine Leselampe oder ein Transistorradio.

Mit 60 US-Dollar (45 Euro) sponsort man ein Gravity Light für einen Menschen in Afrika oder Indien und erhält selbst eine Schwerkraftlampe nach Hause geschickt. Für den Versand außerhalb Großbritanniens oder der USA kommen noch 15 US-Dollar (11 Euro) dazu.
(Frank Müller)

Mehr bei neuerdings.com.

eSfere: Spielkonsole auf Android-Basis für 99 Dollar?

eSfere-Konsole: Reales Produkt oder bloß heiße Luft?

Die Android-Spielkonsole eSfere soll ebenso wie die ebenfalls Android-basierte Ouya über eine Crowdfunding-Plattform finanziert werden. 390.000 US-Dollar sollen bei Indiegogo zusammen kommen, aktueller Stand auf der Projektseite zur eSfere: unter 1.000 US-Dollar. Dabei kann man sich das Gerät im Vorfeld für 99 US-Dollar (zirka 80 Euro) zuzüglich 15 US-Dollar Versand nach Europa sichern.

Die technischen Daten klingen gut - ähnlich denen von Ouya. So sollen ein Tegra-3-Prozessor, 2 GB RAM, 16 GB Flash-Speicher, zwei USB-Ports, Bluetooth, Wi-Fi 802.11 b/g/n, Ethernet und ein HDMI-Ausgang (1.080p) verbaut werden. Das Design erinnert an einen halbierten Ball, sieht aber durchaus schick aus - auch weil mehrere Farbvariationen vorgesehen sind.

Anders als die Ouya soll die eSfere-Konsole über keinen herkömmlichen Controller verfügen. Stattdessen erinnert das Eingabegerät an ein Tablet oder gar an das Pad der neuen Nintendo-Konsole Wii U. Der Unterschied ist allerdings, dass kein Touchscreen zum Einsatz kommen soll, sondern ein Touchpad - ähnlich wie auf der Rückseite der PlayStation Vita. Durch Berührungen und Fingertippen werden Spiele und Apps bedient - Multitouch wird unterstützt, Gyroskop und Beschleunigungssensor gibt's auch. Das dürfte so ähnlich wie beispielsweise bei dem Google TV-Player NSZ-GS7 von Sony funktionieren, der über eine vergleichbare Fernbedienung verfügt.

Aber ähnlich wie bei der kürzlich vorgestellten Oton-Konsole geben die Macher einige Gründe, misstrauisch zu werden. Unter anderem gibt man stolz bekannt, dass es passend zu Konsole und dem sogenannten Touch&Play-Controller auch eine Blumenvase geben wird, die die Wohnung ergänzend schmücken soll. Zudem heißt es, dass man motiviert sei, die bestmöglichen Komponenten zu verbauen, durchaus gerne den Tegra-4-Prozessor von Nvidia. Nur hat der Hersteller noch gar nicht verraten, wann der Tegra-3-Nachfolger erscheinen soll - wenn überhaupt.

Die offiziellen Fotos hinterlassen zudem den Eindruck, als gebe es gar keine realen Prototypen, die man ablichten könnte. Dennoch soll mit der Auslieferung bei erfolgreicher Finanzierung bereits Mitte 2013 begonnen werden? Davon abgesehen: Über die Schöpfer von eSfere ist nichts bekannt, die Domain der offiziellen Webseite wurde erst kürzlich registriert - genauso wie das Unternehmen selbst.

Trotz alledem versprechen Android-Spielkonsolen in den kommenden Monaten interessante Entwicklungen.
(Sven Wernicke)

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Forum

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insgesamt 97 Beiträge
1. Gravity-Light
gerd 22.12.2012
Wenn man 10 kg Masse in 30 Minuten um 1,5 Meter absenkt, erhält man eine Leistung von 0,08 Watt. Mit einer hocheffizienten LED (125 Lumen/Watt) kann man damit ein Lichtlein von 10 Lumen erzeugen, was einer 1Watt Glühbirne [...]
Wenn man 10 kg Masse in 30 Minuten um 1,5 Meter absenkt, erhält man eine Leistung von 0,08 Watt. Mit einer hocheffizienten LED (125 Lumen/Watt) kann man damit ein Lichtlein von 10 Lumen erzeugen, was einer 1Watt Glühbirne entspricht. Das ganze Licht auf eine DIN-A4-Seite konzentriert ergibt dort 150 Lux . Mit dieser Beleuchtuingsstärke kann man kaum lesen. Wenn damit eine Hütte erleuchtet werden soll (10 Quadratmeter) dann ergibt das eine Beleuchtungsstärke von 1 Lux. Das ist wenig heller als der Vollmond (0,2 Lux). Was soll so eine Lampe bringen? Bei uns wäre es als Nachtlicht fürs Kinderzimmer geeignet.
2. Die Wiederentdeckung der Physik
awoth 22.12.2012
Nach Jahren der Wissensvernuchtung durch konzertierte Teformaktionen der Politik kommt wenigstens im Gadgetsektor physikalisches Grundwissen wieder zum Einsatz! Gewürzt mit ein wenig Nachhaltigkeit und Deitte Welt Rettung ist das [...]
Nach Jahren der Wissensvernuchtung durch konzertierte Teformaktionen der Politik kommt wenigstens im Gadgetsektor physikalisches Grundwissen wieder zum Einsatz! Gewürzt mit ein wenig Nachhaltigkeit und Deitte Welt Rettung ist das geniale Konzept des Gravity Light eine Notiz in SPON wert! Es gibt sie also doch noch, die Genies, die Naturwissenschaft verstehen und zum Nutzen der Menschheit anwenden! Sie war schon fast vergessen, die Gravity Clock (24 h Laufzeit nach Angeben eherner Tannenzapfen). Zubehör hatte sie auch: ein possierliches Vögelchen, dass aufgrund eines ausgefeilten Mechanismus (irgenwie mit Chips und Android basiert??) sogar lautstark die Tageszeit krähen konnte!
3. Spitzen Produkt.
allereber 22.12.2012
Vorsicht !!! Die Strommafia will das verhindern.
Vorsicht !!! Die Strommafia will das verhindern.
4. Grossvaterlight
Antares42 22.12.2012
Hehe, dieses Gravity Light find ich gut. Erinnert mich an die uralten Standuhren, die hatten auch ein dickes Gewicht im Kasten als Energiequelle. http://de.wikipedia.org/wiki/Bodenstanduhr
Hehe, dieses Gravity Light find ich gut. Erinnert mich an die uralten Standuhren, die hatten auch ein dickes Gewicht im Kasten als Energiequelle. http://de.wikipedia.org/wiki/Bodenstanduhr
5. Nicht mir
legnetz 22.12.2012
... sondern mit MUSKELkraft wird diese Lampe betrieben. Durch Anheben des Gewichtbeutels wird Energie darin gespeichert (Gewichtskraft * Höhenunterschied = Lageenergie). Diese Lageenergie stammt aus den Muskeln des Anhebers. Durch [...]
... sondern mit MUSKELkraft wird diese Lampe betrieben. Durch Anheben des Gewichtbeutels wird Energie darin gespeichert (Gewichtskraft * Höhenunterschied = Lageenergie). Diese Lageenergie stammt aus den Muskeln des Anhebers. Durch die Wirkung der Schwerkraft wird diese Lageenergie dann langsam in elektrische Energie umgewandelt. Physik, Grundkurs. Fröhliche Feiertage ;-)

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