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Netzwelt

Sicherheitslücke in iOS 6.1

Fingertricks hebeln iPhone-Sperre aus

Die Pannenserie mit dem iPhone-Betriebssystem iOS 6.1 reißt nicht ab. Jetzt zeigt ein Hacker, wie er mit ein paar Tastenkombinationen das Zahlenschloss eines Apple-Handys umgehen kann.

iPhone-Sperrbildschirm: Mit ein paar einfachen Tricks kann man den Zahlencode umgehen

Freitag, 15.02.2013   10:59 Uhr

Apples Betriebssystem iOS 6.1 hat einen schlechten Start. Erst muss ein Problem mit UMTS-Verbindungen per Update beseitigt werden, dann rät Microsoft dazu, Geräte mit iOS 6.1 aus seinen E-Mail-Servern auszusperren. Jetzt ist auch noch eine Sicherheitslücke im Sperrbildschirm von iPhones gefunden worden. Dieser Lockscreen soll eigentlich verhindern, dass sich Unbefugte Zugang zum Handy verschaffen, lässt sich aber ohne Hilfsmittel umgehen.

In einem Blog-Eintrag erklärt iPhone-Jailbreaker Adrian D'Urso von Jailbreaknation, wie er die Zahlensperre seines iPhones mit ein paar Tastenkombinationen umgehen kann: Er überfordert das System durch zeitlich geschickt abgepasste Aktionen und verschafft sich so vollen Zugriff auf die Kontaktliste, Kurznachrichten, Fotos und die Voice-Mailbox. Der Trick ist nicht ganz einfach auszuführen, dafür aber prinzipiell auch für Computerlaien erlernbar. Mit ein wenig Übung dürfte er in weniger als zehn Sekunden durchführbar sein.

Welche iOS-Geräte anfällig sind, ob nur auf iOS 6.1 oder auch auf 6.1.1, beschreibt D'Urso nicht. In den Blog-Kommentaren erklären manche Leser, dass der Trick auch bei ihnen funktioniere; andere können ihn wiederum nicht reproduzieren. Auch bei einem Versuch des Autors auf einem iPhone 4s mit iOS 6.1.1 klappten mehrere Versuche nicht. Apple jedenfalls erklärte bei AllThingsD, dass sie an einer Lösung arbeiteten. "Wir sind uns des Problems bewusst und werden es in einem zukünftigen Software-Update lösen."

Bis dahin gilt: Ein herumliegendes iPhone ist trotz Zahlenschloss ungeschützt, zumindest Personen gegenüber, die den Trick kennen und eingeübt haben. Wer Zugriff auf ein iPhone und ein paar Minuten Zeit hat, kann sich durch private Nachrichten und Aufnahmen klicken oder Nachrichten im Namen des Besitzers verschicken. Aber auch sonst gilt, dass der Lockscreen im Grunde nur vor neugierigen Menschen schützt, etwa so, wie ein Aktenkofferschloss. Wer ein iPhone wirklich knacken will, schafft das.

kno

insgesamt 80 Beiträge
cor 15.02.2013
1. Vorhang auf
Let the Apple-Bashing begin! Jemand Popcorn?
Let the Apple-Bashing begin! Jemand Popcorn?
earl grey 15.02.2013
2. Otternasen...
Ich nehm Otternasen... Ist Weibsvolk anwesend?
Zitat von corLet the Apple-Bashing begin! Jemand Popcorn?
Ich nehm Otternasen... Ist Weibsvolk anwesend?
habmeinemeinung 15.02.2013
3. iUnlock
Köstlich, die unfehlbare super ordentliche und alles andere in den Schatten stellende Edel Schmiede Apple mal wieder. Ob sie das den Fanboys auch als Feature andrehen können?
Köstlich, die unfehlbare super ordentliche und alles andere in den Schatten stellende Edel Schmiede Apple mal wieder. Ob sie das den Fanboys auch als Feature andrehen können?
wakaba 15.02.2013
4.
Was gibts den da zu sperren? Das Arme-Leute-Knebel-Vertrags-Handy hat doch keine wichtigen Infos drauf ausser einen Angry-Birds Highscore.
Zitat von corLet the Apple-Bashing begin! Jemand Popcorn?
Was gibts den da zu sperren? Das Arme-Leute-Knebel-Vertrags-Handy hat doch keine wichtigen Infos drauf ausser einen Angry-Birds Highscore.
Mertrager 15.02.2013
5. Eigentlich immer...
sollte man sein Mobiltelefon außerhalb des privaten Bereichs nicht unbeaufsichtigt rumliegen lassen. Auch dann nicht, wenn der "Bug" behoben ist.
sollte man sein Mobiltelefon außerhalb des privaten Bereichs nicht unbeaufsichtigt rumliegen lassen. Auch dann nicht, wenn der "Bug" behoben ist.

Zum Autor

  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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