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29.03.2013
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Handy-Upgrade

Ersatzakkus für Samsung-Handys im Test

Von Fabian Sawatzki
Pad & Phone

Lohnt es sich, einen neuen Akku fürs Smartphone zu kaufen? Womöglich einen extrastarken von einem Dritthersteller? Das Magazin "Pad & Phone" hat zahlreiche getestet, gibt Praxistipps und zeigt, worauf Sie beim Kauf achten müssen.

Aktuelle Smartphones müssen sich an stetig steigenden Leistungsanforderungen messen, denn die meisten Modelle nutzen größere sowie hellere Displays, Prozessoren mit exponentiell steigender Kernanzahl und zusätzlichen GPU-Recheneinheiten.

Zwar wird versucht, mit effizienteren Prozessen sowie Softwareoptimierungen den Stromhunger zu senken, aber unterm Strich steigt der Energiebedarf. Aufgrund dessen müssen selbst Smartphones mit leistungsfähigen Akkus oft jeden Tag an die Steckdose. Viele Nutzer erwägen deshalb den Kauf eines Zweitakkus, um auch auf längeren Reisen nicht ständig auf die Akkuanzeige blicken zu müssen. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, worauf Sie beim Kauf eines Akkus achten müssen und wie Sie dessen Lebensdauer durch optimale Nutzung überproportional steigern können.

Entscheidende Werte

Wenn Sie einen Akku finden möchten, der für Ihr Smartphone geeignet ist, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass dieser dieselbe Spannung liefert wie der Standardakku. Andernfalls kann es zu einem instabilen Betrieb Ihres Smartphones oder gar zu Hardwareschäden kommen. Der zweite wichtige Wert, auf den Sie achten müssen, ist die Nennladung, welche in (Milli-)Amperestunden angegeben wird. Dieser Wert wird oft als Angabe für die Laufzeit eines Akkus genutzt, tatsächlich hat er aber eher indirekt damit zu tun.

Erst wenn man Spannung und Nennladung kombiniert, erhält man das Energiespeichervermögen eines Akkumulators in Wattstunden. Dieser Wert ist entscheidend dafür, wie lange der Akku bei voller Kapazität hält. Allerdings spielen auch Alter und Zustand des Akkus eine wichtige Rolle.

Umgang mit dem Akku

Heutzutage kommt in nahezu jedem aktuellen Smartphone ein Lithium-Ionen-Akkumulator zum Einsatz. Ein Akku auf Grundlage der Lithium-Ionen-Technik ist in der Lage, mobile Endgeräte mit hohem Energiebedarf platzsparend zu versorgen. Vorausgesetzt, Sie pflegen einen optimalen Umgang mit dem Akku, arbeitet er abhängig von der Qualität auch nach zahlreichen Ladezyklen ohne größeren Kapazitätsverlust.

Bei aktuellen Lithium-Ionen-Akkumulatoren ist weniger das Alter, sondern vielmehr die Anzahl der Ladezyklen entscheidend. Dabei gilt: Durch geringes Laden und Entladen wird die Haltbarkeit des Akkus überproportional verbessert. Wenn Sie Ihren Akku folglich nur auf 50 Prozent der Gesamtkapazität entladen und anschließend wieder aufladen, ist es durchaus möglich, dass er die doppelte Zyklenzahl durchhält als wenn Sie ihn komplett entladen lassen. Denn bei vollständigen Entlade- und Ladezyklen entstehen hohe Belastungen für die Elektroden, welche sich signifikant auf die Haltbarkeit auswirken.

Darüber hinaus wirken sich auch hohe Temperaturen drastisch auf die Haltbarkeit aus - optimalerweise arbeiten Sie mit Ihrem Smartphone bei Raumtemperatur. Laut Experten empfiehlt es sich nach dem Kauf eines neuen Akkus zudem, diesen beim ersten Aufladevorgang mindestens acht Stunden am Stück aufzuladen. Seine volle Leistung kann er in etwa nach fünf Ladezyklen abrufen.

Samsung Galaxy S II

Der Standardakku des weit verbreiteten Samsung-Smartphones erreicht bereits mit 6,1 Wattstunden Energiespeichervermögen hervorragende Werte von 3 Stunden und 42 Minuten unter Volllast beziehungsweise 5 Stunden und 6 Minuten unter Teillast. Mit dem 6,66-Wattstunden-Akku reicht es immerhin für etwa 20 weitere Minuten, Vollast und Teillast.

Samsung Galaxy S

Sehr genügsam in puncto Stromverbrauch zeigt sich das Galaxy S. Der Standardakku (nach 1,5 Jahren dauerhaftem Gebrauch) mit einer Kapazität von 5,55 Wattstunden reicht für 2 Stunden und 36 Minuten Spielspaß unter Volllast mit maximaler Display-Helligkeit. Ein Grund dafür ist sicherlich der genügsame Singlecore-Prozessor. Nach dem Wechsel auf den fabrikneuen und um 1,11 Wattstunden stärkeren Akku werden 47 weitere Minuten unter Volllast ermöglicht. Die Laufzeit unter Teillast erhöht sich sogar von 3 Stunden und 30 Minuten auf 5 Stunden und 3 Minuten.

Wem das noch nicht genügt, der kann noch einen Schritt weiter gehen und Akkus verwenden, die nicht mehr auf das Standardgehäuse zugeschnitten sind, aber dafür wesentlich höhere Kapazitäten bieten. In der Regel wird eine neue Rückseite mitgeliefert, die sich allerdings negativ auf den Bedienkomfort auswirken kann, da das Smartphone damit dicker wird.

Wir haben ein 11,1-Wattstunden-Modell verwendet und konnten das Galaxy S damit 5 Stunden und 29 Minuten unter Volllast schwitzen lassen. Bei durchschnittlicher Nutzung reicht der Akku daher mehrere Tage, ohne an die Steckdose zu müssen. Enttäuscht hat uns hingegen ein 2,96-Wattstunden-Akku - lediglich 98 Minuten konnten wir das Galaxy S damit unter Volllast betreiben. Selbst als Ersatzakku raten wir Ihnen daher von einem Modell ab, das über weniger Kapazität verfügt als der Standardakku.

Samsung Galaxy Note

Das Phablet (Smartphone-Tablet-Mischling) Galaxy Note wird von Haus aus bereits mit einem leistungsfähigen Akku mit 9,25 Wattstunden ausgestattet. Auf den ersten Blick müsste das Galaxy Note damit hervorragende Laufzeitwerte erreichen, allerdings wird die hohe Kapazität durch den mit 5,3 Zoll riesigen Touchscreen relativiert. Dieser stellt sich nämlich auf höchster Helligkeitsstufe als echter Stromfresser heraus. Unter Volllast erreichen wir in unserem Test (zunächst unter Android 2.3.3) damit gerade einmal 2 Stunden und 46 Minuten Laufzeit. Unter Teillast sind es mit 4 Stunden und 17 Minuten immerhin 91 Minuten mehr. Daher reicht die Akkulaufzeit kaum aus, wenn das Galaxy Note über den Tag hinweg intensiv genutzt wird.

Auch ein Update auf die aktuelle Android-Version 4.0.4 bringt zwar einige neue Features, aber einen softwareseitigen Einfluss auf die Akkulaufzeit konnten wir im Test nicht feststellen. Die ermittelten Werte sind fast identisch mit denen unter Android 2.3.5, obwohl Android 4.0.4 eigentlich eine höhere Akkulaufzeit verspricht. Erst der Wechsel auf einen 9,8-Wattstunden-Akku bot eine kleine Steigerung der Akkulaufzeit. Die zusätzlichen 0,5 Wattstunden des Akkus erhöhen die Laufzeit unter Volllast um 9 Minuten beziehungsweise 22 Minuten unter Teillast.

Fazit

Die Akkulaufzeit ist aktuell bei vielen Smartphones ein stark limitierender Faktor. Kaum ein Modell kann bei moderater Nutzung mehrere Tage von dem Standard-Akku zehren. Besonders für Nutzer, die beruflich auf ihr Smartphone angewiesen sind, ist der Kauf eines Zusatzakkus für längere Durststrecken ohne Steckdose absolut sinnvoll. Wie unser Test zeigt, gibt es viele günstige Modelle mit ansprechender Leistung, um den Flaschenhals Akkulaufzeit zu umgehen.

Besitzer von Smartphones mit nicht zugänglichem Akku hingegen bleibt nur die Möglichkeit, auf die unhandlichen Akkupacks zurückzugreifen.

Dieser Text ist erschienen im Magazin "Pad & Phone"

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 45 Beiträge
1. Galaxy Note
schneider_f62 29.03.2013
Ich nutze mein Note beruflich sehr viel im Gelände, meist auch mit GPS. Da hat sich eine Powerbank bewährt - nur wenig größer als das Note selber, reicht aber, um das Gerät 3x voll nachzuladen.
Ich nutze mein Note beruflich sehr viel im Gelände, meist auch mit GPS. Da hat sich eine Powerbank bewährt - nur wenig größer als das Note selber, reicht aber, um das Gerät 3x voll nachzuladen.
2. Vorsicht Werbung...
mccomment 29.03.2013
...statt redaktionellem Beitrag :-)). Ist der Artikel etwa gesponsort? Ich habe 5mal das Wort akku-king gezählt und toll, ein 11,1 Wh-Modell von akku-king hält viel länger als ein 2,96 Wh-Modell von Hama. Schade, denn das Thema [...]
...statt redaktionellem Beitrag :-)). Ist der Artikel etwa gesponsort? Ich habe 5mal das Wort akku-king gezählt und toll, ein 11,1 Wh-Modell von akku-king hält viel länger als ein 2,96 Wh-Modell von Hama. Schade, denn das Thema ist durchaus für viele Leser interessant. Leider nicht in dieser Form.
3. Nennladung
tetrafluorethen 29.03.2013
Die Nennladung hat also nur 'indirekt' mit der Akkulaufzeit zu tun, soso. Die Einheit der Ladung ist Amperesekunden, die Einheit des Stroms ist Ampere. Fließt ein Strom von einem Ampere eine Sekunde lang, fließt 1As durch den [...]
Die Nennladung hat also nur 'indirekt' mit der Akkulaufzeit zu tun, soso. Die Einheit der Ladung ist Amperesekunden, die Einheit des Stroms ist Ampere. Fließt ein Strom von einem Ampere eine Sekunde lang, fließt 1As durch den Leiterquerschnitt. Als Stromquelle genutzt ist die Ladung also direkt proportional zur Akkulaufzeit und hat damit so 'indirekt' etwas zu tun wie der Fuß mit dem Fußball. Diesmal sei es spon aber verziehen, ist es doch ein Artikel aus einem 'Fachmagazin'
4. Günstig
mulhollanddriver 29.03.2013
Samsung-Akkus sind so günstig, daß man gleich das Original kaufen kann und sollte.
Samsung-Akkus sind so günstig, daß man gleich das Original kaufen kann und sollte.
5. Für die meisten Smartphone- und sonstiger Spielzeugbesitzer
Hajojunge 29.03.2013
... ist das Thema Ersatzakku nicht relevant. In der Mehrzahl der Fälle ist der Akku fest eingeschweißt, und sein Ende bedeutet das Aus für das ganze Gerät, denn nach 2..3 Jahren ist ein Austausch beim Hersteller viel zu teuer, der [...]
... ist das Thema Ersatzakku nicht relevant. In der Mehrzahl der Fälle ist der Akku fest eingeschweißt, und sein Ende bedeutet das Aus für das ganze Gerät, denn nach 2..3 Jahren ist ein Austausch beim Hersteller viel zu teuer, der wirft das Ding in den Elektronikschrott und liefert einfach ein Austauschgerät. Wehe dem, der seine Daten nicht gesichert hat. Und nach spätestens 3...4 Jahren ist das Gerät eh völlig passee. Daher sollte man sich gut überlegen, ob man 400..800 € für diesen Edelschrott ausgibt. Auch die Tablets haben fast ausnahmslos fest verbaute Akkus, neuerdings auch Digitalkameras. Geht's noch? Da hilft nur Kaufverzicht, bis die Hersteller umdenken und ihre geplante und ins Gerät hineinkonstruierte Obsoleszenz aufgeben.

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