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Netzwelt

Amazon Echo und Google Home

Okay, Kuchen

Die virtuellen Assistenten von Amazon und Google können unbeabsichtigt aktiviert werden - durch falsche Signalwörter. Das ist bisweilen witzig, kann aber zum Problem werden.

picture alliance/ empics

Google Home und Amazons Echo

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Dienstag, 13.03.2018   19:21 Uhr

Es ist ein süßes Missverständnis: Der Befehl "Okay, Kuchen" weckt den sogenannten smarten Lautsprecher Google Home ebenso auf wie die eigentliche Aktivierungsphrase "Okay, Google". Auch "Okay, gut" oder "Okay, gucken wir mal" funktionieren, wie die Marktwächter der Verbraucherzentrale NRW herausgefunden haben.

Amazons Lautsprecher Echo mit der virtuellen Assistentin Alexa passiert so etwas den Marktwächtern zufolge ebenfalls. Er höre auf das eigentliche Aktivierungswort "Alexa", aber auch auf "Alexandra". Und statt nur bei "Echo" werde er auch bei "Gecko" aktiv, ebenso bei "Ham wa schon" statt "Amazon". Mitunter reagiere Alexa "sogar völlig willkürlich", heißt es im Artikel der Marktwächter.

"Verbraucher sollten sich bei der Nutzung von digitalen Sprachassistenten also bewusst machen, dass auch von ihnen unbeabsichtigt Daten an die Anbieter-Server übertragen werden könnten", schreibt die Verbraucherschützerin Ayten Öksüz. Es sei "denkbar", dass das gesprochene Wort der Nutzer "für Werbung genutzt werden könnte".

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Smarte Lautsprecher im Test: Gadgets mit Alexa und Google Assistant im Vergleich

In ihrer Untersuchung konnten die Tester allerdings nur feststellen, dass Daten mitunter an Googles Analyse- und Werbeserver übertragen werden, nicht aber, welche Daten. Die - an sich natürlich löbliche - verschlüsselte Übertragung verhindert genauere Einblicke.

In einem technischen Hintergrundpapier der Marktwächter heißt es allerdings, dass sich Amazon wiederum durch seine Nutzungsbedingungen grundsätzlich vorbehalte, Echo-Nutzerdaten für individualisierte Werbung zu nutzen.

Amazon will transparent sein

Auf SPIEGEL-Anfrage teilte Amazon mit, das Unternehmen habe "aktuell keinerlei Pläne, die über Alexa generierten Daten für Werbezwecke zu nutzen." Echo-Besitzer würden zudem am blauen Leuchtring des Lautsprechers erkennen, ob das Gerät gerade aktiviert sei. Auf Wunsch können sie auch ein akustisches Signal wählen, das immer erklingt, wenn der Echo "aufgeweckt" wurde. Und sie können einzelne oder alle Aufnahmen von Amazons Servern löschen.

Unabsichtlich gestartete Aufnahmen, die Alexa nicht verarbeiten kann, weil sie keine Frage oder keinen Befehl enthalten, beantwortet die Assistentin mit einem Satz wie "Das habe ich nicht verstanden". Gespeichert werden diese Aufnahmen trotzdem. Durch die hörbare Reaktion von Alexa sollten Nutzer aber bemerken, dass sie gerade mit dem Gerät interagiert haben.

Google hat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels eine Stellungnahme in Aussicht gestellt, sie aber noch nicht geschickt.

Update vom 15.3.: Google schreibt in einer E-Mail: "Wir verarbeiten die Sprache erst, nachdem die Hotwords "Hey Google" oder "OK Google" erkannt wurden. Wenn das Hotword nicht gehört wird, bleibt das Audio-Snippet lokal auf dem Gerät und wird verworfen."

Ähnlich wie bei Amazons Echo wird auch an Googles Lautsprecher angezeigt und durch eine Reaktion des Assistant verdeutlicht, ob er aktiv ist. Auch ein entsprechendes akustisches Signal lässt sich einstellen.

Zur Verwendung der aufgezeichneten Daten teilt Google mit: "Suchanfragen, die mit dem Assistant durchgeführt werden, tragen dazu bei, welche Anzeigen wir ausspielen." Auf myactivity.google.com könnten Nutzer den Verlauf oder einzelne Suchanfragen nachträglich löschen.

Missverständnisse werden in Kauf genommen

Dass die Geräte mitunter auf falsche Signalwörter reagieren, ist zu einem gewissen Grad eine bewusste Entscheidung der Hersteller. Wie das Technikportal "ZDNet" hier sehr anschaulich beschreibt, sind die Mikrofone in den Lautsprechern immer aktiv. Schnappen sie ein Geräusch auf, dessen Schallwellen denen des Aktivierungsbegriffs ähnlich genug sind, aktivieren sie die virtuellen Assistenten und damit die Datenübertragung zu den Servern der Anbieter.

Wie eindeutig die Wellenform ist, hängt von mehreren Faktoren ab: von der Nähe des Sprechers zu den Mikrofonen, von den Umgebungsgeräuschen, vom Akzent und der Lautstärke der Nutzer zum Beispiel.

Die Hersteller müssen eine Schwelle für die Eindeutigkeit der Wellenform festlegen, ab der sie ihre Assistenten aktivieren. Liegt sie zu hoch, reagiert das Gerät möglicherweise nur selten auf das richtige Aktivierungswort - einfach, weil die Nutzer zu weit entfernt sind, zu undeutlich sprechen oder sie die anderen Geräusche im Raum nicht genug übertönen. Liegt die Schwelle niedrig, reicht es, ein Signal zu erzeugen, das dem des eigentlichen Aktivierungswortes ähnlich ist.

Die niedrige Schwelle entspricht dem Gedanken der Hersteller, ihre Sprachsysteme lieber zu oft als zu selten anspringen zu lassen, weil letzteres für die Nutzer frustrierender wäre. Anders ausgedrückt: "Okay, Kuchen" statt "Okay, Google" ist kein Fehler, sondern ein Feature.

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Die besten Siri-Sprüche: "Miezekatze, Miezekatze, Miezekatze"
insgesamt 29 Beiträge
DieHappy 13.03.2018
1.
Ich verstehe nicht, warum man sich so eine "Stasi Röhre" in die Bude stellen sollte. Meine Heizung kann ich selber hochdrehen, wenn ich etwas wissen will setze ich mich an die Tastatur und kann besser und [...]
Ich verstehe nicht, warum man sich so eine "Stasi Röhre" in die Bude stellen sollte. Meine Heizung kann ich selber hochdrehen, wenn ich etwas wissen will setze ich mich an die Tastatur und kann besser und zielgerichteter recherchieren als es Alexa je könnte, und Musik höre oder die Schuhe zubinden kann ich auch selber.
larifaris 13.03.2018
2. wer interagiert hier?
wenn das gerät aufnahmen des gesprochenen wortes ohne das das aktivierende zauberwort gesprochen wurde verarbeitet kann man kaum von interaktion zwischen mensch und maschine sprechen, es agiert allein die maschine. Und sie [...]
wenn das gerät aufnahmen des gesprochenen wortes ohne das das aktivierende zauberwort gesprochen wurde verarbeitet kann man kaum von interaktion zwischen mensch und maschine sprechen, es agiert allein die maschine. Und sie agiert wie sie soll...
hansa_vor 13.03.2018
3.
"Unsere" Alexa macht was sie soll und auch bislang nur dann wenn sie etwas machen soll. Sehr angenehm und gemütlich morgens nur zu sagen "Alexa, starte meinen Tag" und schon spült die Kaffeemaschine, [...]
"Unsere" Alexa macht was sie soll und auch bislang nur dann wenn sie etwas machen soll. Sehr angenehm und gemütlich morgens nur zu sagen "Alexa, starte meinen Tag" und schon spült die Kaffeemaschine, angenehme Beleuchtung wird eingeschaltet, die Rollos gehen hoch und ich weiß was ich heute anziehen muss. Ja, sie mag "Eigenarten" haben, aber damit WILL ich leben und alle die von STASI reden, bitte machen Sie wie sie wollen und wir hier zuhause wie wir ;) Ja, zuweilen nervt es, wenn du im Supermarkt bist und deine Tochter noch schnell gefühlt 50 Artikel zur Einkaufsliste hinzufügt aber okay. Lass ich mir halt einen Witz oder ein paar Komplimente von Alexa machen wenn ich nach Hause komme:) Positiv ist ebenfalls, dass ich sofort über Bewegungen um unser Haus per SMS benachrichtigt werde und problemlos aus dem Urlaub, wo auch immer auf diesem Planeten, alle Lichter einschalten kann, die Kameras ausrichten kann, mit den potentiellen "Einbrechern" sprechen kann und somit viel entspannter im Urlaub bin. Selbst Blumengießen bringe ich ihr gerade bei, beim Müll raus bringen hakt es noch, aber da wird bestimmt auch bald eine Lösung zu bekommen sein. Zusammengefasst, nach nun etwa 7 Monaten möchte ich Alexa nicht mehr missen.
AndyH 13.03.2018
4. Dafür habe ich
meine Familie. Benötige keine Hilfe aus Kalifornien Rolladen zu bewegen, Licht anzumachen. Sprechen tue ich mit lebendigen Wesen mit Gehirn.
meine Familie. Benötige keine Hilfe aus Kalifornien Rolladen zu bewegen, Licht anzumachen. Sprechen tue ich mit lebendigen Wesen mit Gehirn.
murksdoc 13.03.2018
5. Alexxa, jib mir die Kuchl
Alexxa, jib mir die Googel - nee, nich' die Kuchl - Alexxa, lech die Knarre wech - Alexxa, die iss jelad...
Alexxa, jib mir die Googel - nee, nich' die Kuchl - Alexxa, lech die Knarre wech - Alexxa, die iss jelad...

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