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Netzwelt

Nokia Lumia 1020 im Test

So gut fotografiert die Smartphone-Superkamera

Nokias neues Windows-Smartphone protzt mit einer 41-Megapixel-Kamera. Der Test zeigt, was die gewaltige Auflösung bringt.

Matthias Kremp
Von
Dienstag, 17.09.2013   09:38 Uhr

Als Nokia Anfang 2012 ankündigte, ein Smartphone mit einer 41-Megapixel-Kamera bestücken zu wollen, glaubten manche an einen Scherz. Als im Sommer 2012 das Pureview 808 in den Handel kam, waren die Zweifler baff: Die Bildqualität war für ein Handy außergewöhnlich hoch. Trotzdem konnte das Multimegapixel-Mobiltelefon nicht ganz überzeugen. Sein Symbian-Betriebssystem war nicht zeitgemäß, das Gerät ein dicker Klopper. Mit neuen dem Lumia 1020 will Nokia dies ausbügeln.

Gegenüber seinem Vorgänger hat das neue Modell drastisch abgespeckt. Statt 1,4 Zentimetern misst es an der dicksten Stelle nur noch einen Zentimeter. Als Betriebssystem dient, wie in allen Lumias, Windows Phone 8. Ob man das mag, ist Geschmackssache. Immerhin einen großen Vorzug bietet das Microsoft-System: Es ist auch für Smartphone-Anfänger leicht bedienbar.

Entsprechend einfach ist es, mit dem Handy zu fotografieren: Ein etwas längerer Druck auf die Kamerataste startet die Foto-App, auch wenn sich das Handy im Ruhezustand befindet. Wenn man den Kennwortschutz aktiviert hat, muss man zuerst den Schlüssel-Code eintippen.

Zoomen per Fingerwisch

Was man dann zu sehen bekommt, ist weit weniger aufregend als erwartet: Nokias Kamera-App Pro Cam gibt sich auf den ersten Blick sehr schlicht. Man wählt den Ausschnitt und löst aus, mehr gibt es nicht zu tun. Erst wenn man das Kamerasymbol auf dem Bildschirm nach links zieht, öffnen sich eine Reihe virtueller Drehregler, mit denen sich Parameter wie Weißabgleich, ISO-Zahl oder die Belichtungszeit manuell verstellen lassen. Eine Änderung der Blendenzahl ist freilich nicht möglich.

In der Praxis lässt sich mit dem Lumia 1020 flink fotografieren. Die Kamera stellt ausreichend schnell das Objekt scharf, das man per Fingertipp auf dem Display auswählt. Seine Domäne sind Weitwinkelaufnahmen. Extreme Nahaufnahmen lässt es nicht zu, einen optischen Zoom gibt es nicht. Stattdessen kann man per Fingerwisch digital in die Aufnahmen hineinzoomen, der 41-Megapixel-Chip bietet dafür ausreichend Reserven und lässt bei Standbildern einen Dreifach-, bei Videos einen Sechsfach-Zoom zu. Das Ergebnis ist weit besser als herkömmliche Digital-Zooms, allerdings kann es einen optischen Zoom nicht ganz ersetzen.

38, 34 oder 5?

Dafür bietet der Sensor des Lumia 1020 die Möglichkeit, mit Unschärfeeffekten zu spielen, also ein Motiv im Vordergrund scharf abzubilden, während der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt. Je nachdem, wofür man die Fotos verwenden will, kann man die Bilder in 5-Megapixel-Auflösung abspeichern oder zusätzlich eine 34- beziehungsweise 38-Megapixel-Version im Speicher des Telefons ablegen lassen.

Die unterschiedlichen Auflösungen erklären sich aus dem Bildseitenverhältnis: Im Format 4:3 zeichnet die Kamera 7136 x 5360 Pixel (38 Megapixel) auf, im Format 16:9 sind es 7712 x 4353 Pixel (34 Megapixel). Der Chip verfügt also über 7712 x 5360, die man aber aufgrund der Begrenzungen der Bildformate nie voll ausnutzen kann.

Technische Daten

Hersteller Nokia
Modell Lumia 1020
Maße (Millimeter) 130 x 71 x 10 Millimeter
Gewicht 158 Gramm
Sprechzeit Bis zu 19,1 Std.
Standby Bis zu 16 Tage
Display-Diagonale 4,5 Zoll
Display-Auflösung 1280 x 768 Pixel
Prozessor 1,5 GHz Dualcore
Arbeitsspeicher 2 GB
Massenspeicher 32/64 GB*
Speichererweiterung Nein
Kamera (hinten/vorne) 41/1,2 Megapixel
Mobilfunktechnik LTE, HSDPA, UMTS, EDGE, GPRS, GSM
W-Lan 802.11 a/b/g/n
Bluetooth 3.0
Betriebssystem Windows Phone 8
Besonderheiten Xenon-Blitz, optischer Bildstabilisator, 7 GB Skydrive-Speicher, NFC,optionale drahtlose Ladefunktion, optionales Kamera-Cover
Preis 699/679 Euro*

Alle Daten sind Herstellerangaben. * Das Lumia 1020 mit 64 GB ist exklusiv bei O2 erhältlich.

Für die meisten Fälle dürften allerdings 5 Megapixel vollkommen ausreichend sein. Die Bildqualität der beiden Varianten unterscheidet sich nach unseren Tests nicht sichtbar. Einzig wenn man die Fotos noch am Computer nachbearbeitet, sehr groß ausdrucken oder im Nachhinein einzelne Bildbereiche vergrößern will, ist das 38- oder 34-Megapixel-Bild die bessere Wahl.

Mehr Speicher für weniger Geld

Allerdings gehen die großen Bilddateien zu Lasten des Speichers, die 38-Megapixel-Versionen waren in unserem Test bis zu 13 MB groß. Da der Speicherplatz des Lumia 1020 nicht erweiterbar ist und man neben Fotos wahrscheinlich auch Apps, Musik und Videos unterbringen will, heißt es also haushalten. Das Limit hat Nokia festgelegt: Die Standardversion des 1020 wird mit 32 GB bestückt, die 64-GB-Version ist exklusiv O2 vorbehalten. Amüsantes Detail: Für das Standardmodell gibt Nokia einen Preis von 699 Euro an, das Modell mit doppelt so viel Speicher kostet bei O2 20 Euro weniger.

Neben der außergewöhnlichen Kamera bekommt man dafür ein Smartphone, dem es an fast nichts fehlt. Es beherrscht alle modernen Datenfunktechniken, bis auf Bluetooth 4.0, hat einen sehr kräftig leuchtenden 4,5-Zoll-Bildschirm, der auch mit Handschuhen noch bedienbar ist. Und es liegt sehr gut, wenn auch etwas schwer, in der Hand.

Fazit

Unverständlich ist, weshalb Nokia die drahtlose Ladefunktion nicht integriert hat, seine Kunden stattdessen 25 Euro für einen wenig attraktiven Plastiküberzug zahlen sollen. Und man muss sich mit dem Betriebssystem anfreunden können: Windows Phone 8 ist nicht jedermanns Sache. Umsteiger, egal ob von Android oder iOS, tun sich damit schwer. Smartphone-Neulingen hingegen macht es den Einstieg mit seinen großen Kacheln und vielen vorinstallierten Apps leicht.

Vorteile und Nachteile

Hervorragende Kamera

Einfache Bedienung

Nahezu vollständige Ausstattung mit Funkstandards

Vergleichsweise schlank

Speicher nicht erweiterbar

Drahtlose Ladefunktion nur optional

Kein optischer Zoom

Vor allem aber findet man derzeit kein Handy, das eine bessere Kamera hat als das Lumia 1020. Schon gar nicht so schön verpackt. Regelrecht beeindruckend waren Fotos, die wir bei schummriger Beleuchtung knipsten (siehe Fotostrecke). Die Kombination aus einem optischen Bildstabilisator und hohen ISO-Werten macht sich bezahlt. Eine Kompaktkamera braucht man nicht mehr, wenn man dieses Handy hat.

insgesamt 107 Beiträge
wohltaer 17.09.2013
1. Ist Lumia das neue iPhone?
Klingt nach der Innovation, die man früher von Apple kannte.
Klingt nach der Innovation, die man früher von Apple kannte.
testi 17.09.2013
2. Schön
auf den ersten Blick. Wer viel fotografiert, könnte mit diesem Gerät glücklich werden. Warum aber kein erweiterbarer Speicher vorgesehen ist, erschließt sich mir nicht. Gerade bei solchen großen Datenmengen, wie die Fotos [...]
auf den ersten Blick. Wer viel fotografiert, könnte mit diesem Gerät glücklich werden. Warum aber kein erweiterbarer Speicher vorgesehen ist, erschließt sich mir nicht. Gerade bei solchen großen Datenmengen, wie die Fotos erzeugen, sollten die Entwickler an diesem Punkt nachbessern.
Dr. Clix 17.09.2013
3. Nix neues...
die Löcher sind bestimmt gebohrt und kein Guss. Die Bewegungsabläufe nenne ich bei meinem Nexus4 Panoramaaufnahme mit bewegendem motiven im Vordergrund - auch hübsch
die Löcher sind bestimmt gebohrt und kein Guss. Die Bewegungsabläufe nenne ich bei meinem Nexus4 Panoramaaufnahme mit bewegendem motiven im Vordergrund - auch hübsch
Megg 17.09.2013
4. Optischer Zoom
Es hat einen 3fach optischen Zoom.
Es hat einen 3fach optischen Zoom.
Reiner_Habitus 17.09.2013
5.
Mit einer Festblende glücklich werden? NIEMALS.....
Zitat von testiauf den ersten Blick. Wer viel fotografiert, könnte mit diesem Gerät glücklich werden. Warum aber kein erweiterbarer Speicher vorgesehen ist, erschließt sich mir nicht. Gerade bei solchen großen Datenmengen, wie die Fotos erzeugen, sollten die Entwickler an diesem Punkt nachbessern.
Mit einer Festblende glücklich werden? NIEMALS.....

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Fototechnik-Fachbegriffe

Konrad Lischka

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Brennweite
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

Mobile Breitbandformate

UMTS
Universal Mobile Telecommunications System - wird oft als Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) bezeichnet, da er deutlich höhere Datenübertragungsraten als sein Vorgänger GSM ermöglicht. Deutsche UMTS-Netze schaffen üblicherweise eine Bandbreite von 384 Kbit/s im Standardmodus. Mit der Erweiterung HSPA+ (siehe dort) sind bis zu 42 Mbit/s möglich (Stand Ende 2012). Reguläre DSL-Anschlüsse bieten heute üblicherweise 16 Mbit/s. (mehr ...)
HSPA+
High Speed Packet Access - setzt auf UMTS auf, erzielt aber deutlich höhere Übertragungsraten bei der Übertragung vom Mobilfunkmast zum Endgerät. Die praktisch erreichbare Datenrate liegt zurzeit bei 42 Mbit/s (Stand Ende 2012). Der HSPA+-Standard sieht Übertragungsraten von bis zu 168 Mbit/s vor, die bisher allerdings noch nicht erreicht werden. (mehr ...)
LTE
Long Term Evolution ist der Name, den eine Reihe von Mobilfunkunternehmen diesem Standard der vierten Mobilfunkgeneration gegeben haben. LTE ist im Grunde eine Weiterentwicklung von UMTS - braucht aber gänzlich neue Hardware, einschließlich neuer Sendestationen. Theoretisch sind per LTE Downloadraten von bis zu 300 Mbit/s per Mobilfunk möglich. Tatsächlich werden von LTE-Netzbetreibern maximal 100 Mbit/s angeboten. In Deutschland werden für LTE Frequenzbänder verwendet, die durch die Umstellung der TV-Ausstrahlung auf digitale Angebote frei geworden sind. Einer der Vorteile von LTE ist die im Vergleich zu UMTS größere Reichweite der Funkmasten. Unter anderem deshalb wird LTE in Deutschland genutzt, um ländliche Gegenden, in denen eine DSL-Verkabelung nicht wirtschaftlich wäre, mit schnellen Datendiensten zu versorgen. Ein Problem bei LTE ist, dass es regional und je nach Anbieter auf unterschiedlichen Frequenzen arbeitet. Da nicht jeder LTE-Chip alle diese Frequenzen beherrscht, können manche Endgeräte trotz grundsätzlicher LTE-Tauglichkeit nicht alle LTE-Netze nutzen. . (mehr ...)
GPRS
General Packet Radio Service - dieser Standard zerlegt Daten beim Sender in einzelne Pakete, überträgt sie gestückelt und setzt sie beim Empfänger wieder zusammen. Durch Bündelung mehrerer Übertragungskanäle ist theoretisch eine Übertragungsrate von bis zu 171,2 Kbit/s möglich. Im praktischen Betrieb sind es meist 55,6 Kbit/s - so langsam waren Modems in den Zeiten vor DSL. (mehr ...)
EDGE
Enhanced Data Rates for GSM Evolution - Technik zur Erhöhung der Übertragungsrate von Daten in GSM-Mobilfunknetzen. Durch effizientere Modulationsverfahren sollen in der Summe bis zu 384 Kbit/s erreicht werden - das ist UMTS-Geschwindigkeit. Edge wurde bisher in 75 Ländern eingeführt. (mehr ...)
WiMax
Die WiMax-Technologie umfasst mehrere Standards zu Datenübertragung auf verschiedenen Funkfrequenzen. Manche WiMax-Standards brauchen eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger, bei anderen können die Signale auch Mauern durchdringen. Bei Tests soll WiMax schon Datentransferraten von mehr als hundert Mbit/s erreicht haben. Hermann Lipfert, Experte für Drahtlosnetze beim Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT), schätzt, dass in einer regulären WiMax-Funkzelle Transferraten von 50 Mbit/s realistisch sind - unter idealen Bedingungen und bei Anwendung aller derzeit zur Verfügung stehenden technischen Tricks. Diese Bandbreite müssten sich dann wie bei UMTS alle Nutzer teilen, die in der jeweiligen Funkzelle online sind. Bislang hat WiMax aber noch keine Bedeutung (Stand Ende 2012).(mehr ...)

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