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Netzwelt

Sonos Beam im Test

Diese Soundbar kann Witze erzählen

Mit der kompakten Beam unterbietet Sonos den Preis seiner großen Soundbars deutlich und verspricht gleichzeitig Smart-Speaker-Funktionen. Wir haben getestet, ob das kleine Ding klanglich mithalten kann.

DPA
Von
Samstag, 07.07.2018   12:20 Uhr

Das Geschäft mit sogenannten Soundbars scheint bei Sonos gut zu laufen. Soundbars, das sind meist längliche Lautsprecherboxen, die man unter den Fernseher stellt oder hängt, um dessen Tonqualität zu verbessern. Sonos hat bereits zwei solche Geräte im Angebot, die Playbar und die Playbase.

Beide kosten jeweils knapp 800 Euro und sind so breit, dass sie nur unter Fernsehern ab etwa 55 Zoll Platz finden. Die neue Beam dagegen ist viel kleiner, kürzer, mit einem Preis von 449 Euro deutlich billiger als die beiden großen Modelle und hat trotzdem mehr Funktionen. Das klingt erst mal gut. Wie gut die Beam tatsächlich klingt und was sie sonst noch kann, musste sie im Test beweisen.

Dabei zeigte sich erst einmal der Vorteil der kompakten Bauweise. Zu meinem 49 Zoll großen Samsung-Fernseher passt sie, als wären die beiden Geräte explizit füreinander entwickelt worden: Die Beam lässt sich knapp unter den TV schieben. Die Position ist perfekt, weil der Sound regelrecht aus dem Fernseher zu kommen scheint. Das muss freilich nicht immer so sein. Bei TV-Geräten mit niedrigem Standfuß könnte die Beam den unteren Bildschirmrand verdecken - so wie andere Soundbars.

Zum Anschluss an den Fernseher hat Sonos erstmals eine HDMI-Buchse eingebaut. Hat man einen modernen TV mit einem ARC-tauglichen HDMI-Anschluss - das ist meist neben der Buchse aufgedruckt -, wird der Ton per HDMI-Kabel zum Lautsprecher übertragen. Für ältere Fernseher liegt ein Adapter bei, über den man das Audiosignal des Fernsehers an einem digitalen Tonausgang abgreifen kann.

Damit verschenkt man allerdings eine Funktion, die die Beam den anderen Sonos-Soundbars voraus hat: Die Steuerung des Fernsehers mit Sprachbefehlen. Denn, genau wie der Sonos One, verfügt die Beam zu diesem Zweck über eine Reihe von Mikrofonen. Derzeit lässt sich damit einzig Amazons Alexa nutzen, der Google Assistant soll demnächst folgen.

Viel hat man nicht zu sagen

Viel ist damit im Grundzustand allerdings nicht möglich. Man kann den TV per Sprachbefehl ein- und ausschalten sowie die Lautstärke regeln. Erst wenn man zusätzlich ein Fire TV oder einen Fire TV-Stick von Amazon anschließt, lassen sich auch Befehle nutzen wie: "Suche Filme mit Audrey Hepburn" oder "Spiele Staffel 2, Folge 3 von Stranger Things". Dieselben Funktionen sind freilich auch über die Sprachfernbedienung der Amazon-Geräte erreichbar.

Abgesehen davon kann man über die Beam-Soundbar alle Alexa-Funktionen nutzen, die auch andere Alexa-Geräte bieten. Man kann also nach dem Wetter fragen, vernetzte Geräte steuern oder die Soundbar einfach bitten: "Alexa, erzähl mir einen Witz."

Die Einrichtung der Beam-Soundbar ist über die Sonos-App schnell und einfach erledigt. Wenn man bereits andere Sonos-Lautsprecher im Haus hat, tippt man auf "Lautsprecher hinzufügen" und wenige Sekunden später ist die Beam in das System eingebunden. Bei einer kompletten Neuinstallation sind ein paar Klicks mehr nötig, länger als ein paar Minuten dauert aber auch das nicht.

Einen signifikanten Unterschied macht es allerdings, ob man die Soundbar mit einem Android-Gerät oder einem iPhone beziehungsweise iPad einrichtet. Denn nur mit den Apple-Geräten ist die von Sonos Trueplay genannte Funktion nutzbar, mit der sich die Klangcharakteristik der Lautsprecher an den jeweiligen Raum anpassen lässt.

Dazu geht man etwa mit seinem iPad langsam durch dem Raum, während der Lautsprecher eine Reihe von Testtönen abspielt. Die Software registriert dabei den über die Mikrofone aufgezeichneten Klang und errechnet daraus ein spezifisches Soundprofil für diesen Lautsprecher, an dieser Stelle, in diesem Raum.

Das Ergebnis deckt sich bei der Beam mit meinen Erfahrungen von anderen Sonos-Lautsprechern: Nach der Optimierung per iPad-App wird der Klang satter, trockener, klarer. Wer selbst kein iPad oder iPhone hat, sollte sich vielleicht ein solches Gerät von Freunden ausleihen, um den Sound seiner Sonos-Lautsprecher zu verbessern. Pro Lautsprecher dauert das nur ein paar Minuten und muss in der Regel nur einmal gemacht werden.

Fünf Lautsprecher und drei Mitläufer

Ob mit oder ohne Trueplay: Der Sound, den die Beam produziert, ist für eine derart kleine Box erstaunlich sauber und klar, weit entfernt vom Plastiksound mancher Billig-Soundbars. Drückende Tiefbässe darf man von einer so kleinen Kiste nicht erwarten, da helfen auch die drei passiven Radiatoren nicht, die zusätzlich zu den fünf Lautsprechern im Gehäuse stecken. Sie sorgen zwar dafür, dass die Beam sehr fett und warm klingen kann, die Grenzen der Physik können aber auch sie nicht aushebeln.

Die Hauptarbeit leisten ohnehin vier Breitbandlautsprecher, von denen zwei nach vorne und zwei seitlich abstrahlen und so eine recht breite Stereobühne aufbauen. Fürs Fernsehen ist aber der mittig angebrachte Hochtöner besonders wichtig. Er sorgt für eine sehr gute Sprachverständlichkeit.

Fotostrecke

Druck aus dem Basskeller: Sonos-Subwoofer Sub

Wer auf richtig fette Bässe nicht verzichten will, muss den Sonos-Subwoofer Sub hinzukaufen. Dann kostet das Set zwar 1248 Euro, klingt aber schon richtig groß. Mit zwei zusätzlichen Sonos One als Rückboxen wird daraus eine 5.1-Anlage, die sich nicht verstecken muss - die mit 1606 Euro allerdings ihren Preis hat.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Sehr guter Klang

Einfache Installation

Sehr viele Nutzungsmöglichkeiten

Smart-Speaker-Funktionen

Mit weiteren Sonos-Lautsprechern erweiterbar

Keine Trueplay-Funktion auf Android-Geräten

Verglichen mit den größeren Soundbars von Sonos ist der Klang der Beam zwar etwas dünner, deshalb aber keineswegs schlecht. Funktionell ist sie besser ausgestattet als Playbar und Playbase. Schließlich taugt sie nicht nur als TV-Lautsprecher und Mini-Stereoanlage, sondern auch noch als Smart Speaker. In der Kombination macht das die Beam nicht nur innerhalb des Sonos-Ökosystems fast schon zum Schnäppchen.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

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Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

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insgesamt 5 Beiträge
Nonvaio01 07.07.2018
1. sorry aber wozu?
ich hab meine Sony midi kompact, die hat BT. Wozu muessen die Boxen "smart" sein?
ich hab meine Sony midi kompact, die hat BT. Wozu muessen die Boxen "smart" sein?
alfons11:45 07.07.2018
2. Vieles kann, nichst "muss"
Bluetooth hat bis zur leider noch üblichen Version 4.x eine arg begrenzte Reichweite. Richtung 8 Meter Luftlinie ist meist Ende Gelände. Und eine Wand oder gar eine Decke sollten beser nicht zwischen Sender und Empfänger [...]
Bluetooth hat bis zur leider noch üblichen Version 4.x eine arg begrenzte Reichweite. Richtung 8 Meter Luftlinie ist meist Ende Gelände. Und eine Wand oder gar eine Decke sollten beser nicht zwischen Sender und Empfänger liegen. Das kann sich erst dann grundsätzlich ändern, wenn sich Bluetooth 5 durchsetzt. Aber wer lokal auf kurze Entfernung übertragen möchte, kann derzeit gut bedient werden. Die vom Spiegel vorgestellten Geräte können per WLAN ohne Schwierigkeiten im kompletten Haushalt versorgt und auch durch Wände únd Decken hindurch erreicht werden. Dabei steht Hi-Fi eher weniger im Vordergrund, auch wenn hochwertige Audio - Wiedergabe per WLAN prinzipiell möglich ist. Nur nicht an einer Soundbar und sonstigen Gerätschaften mit winzigem Gehäuse und bescheidenen Endstufen. Über WLAN verfügt selbst der billigste Schlau-Lautsprecher, hier ein für unter 20€ im Sonderangebot erworbener Google Home Mini. Den habe ich auf eine Powerbank gesetzt, was für einen Betrieb rund um die Uhr ohne regelmäßige Netzgerät - Stöpseleien gut ist. Der Mini wird u.a. dank freier Accounts bei Tunein und Spotify mit mehr Nachrichten, Internet - Radios und Musik versorgt, als ein Mensch jemals konsumieren kann. TuneIn reicht die Internet - Radios ohne (zusätzliche) Werbung weiter. Spotify verziert derzeit die Musik auf seinem freien Account ebenfalls nicht Werbung. Anders als beim Abruf aufs Smartphone. Man kann per Sprachsteuerung das Programm wählen, die Lautstärke einstellen, Nachrichten und Musik pausieren, fortsetzen, Musiktitel abfragen, zur Verbesserung des individuellen Angebotes auf seine Playlist setzen, ... Eigene Musikdateien und sonstiges Audio bekommt man z.B. mit Hilfe von PC oder Smartphone per "Chromecast" transferiert. Auch in der Küche kann man sich an die Spracheingabe gewöhnen. Timer, Uhr, Einkaufsliste, Öffnungszeiten, ... Wobei das Auseinanderhalten mehrerer überlappend laufender Timer von Google nicht dokumentiert, aber durchaus möglich ist. Und wenn der Mini nicht zuhören soll, kann ich entweder das Mikrofon abschalten oder ihm den Saft abdrehen. Wenn ich mal bessere Lautsprecher versorgen will, kann ich mir noch einen Audio - Ausgang dranlöten. Leider nur in Mono ...
manicmecanic 08.07.2018
3. reine Sonos Werbung
Ist das fast wenn man den Artikel liest.Bester Witz ist die pro/contra Liste.Der einzige Nachteil ist die nur volle Bedienbarkeit mit einem Applegerät aha.Immerhin wird tatsächlich gesagt das man die Physik nicht überlisten [...]
Ist das fast wenn man den Artikel liest.Bester Witz ist die pro/contra Liste.Der einzige Nachteil ist die nur volle Bedienbarkeit mit einem Applegerät aha.Immerhin wird tatsächlich gesagt das man die Physik nicht überlisten kann.Kann man auch nicht aber das gilt auch für die hohen Töne bei dieser Art Krachmaschinen,denn selbst gute Mittel/Hochtöner schaffen kein gutes Stereo wenn sie so dicht zusammen sind.Diese Bars sind alle auch Sonos erschütternd billig gemacht.Die Preise sind totaler Wucher,besonders hier.Auch Sonos Gehäuse sind billigst gebaut,wenn man nur etwas lauter hört rappelt das Gehäuse fühlbar mit.
dbeck90 08.07.2018
4. Wow
Alter alter - Ich hab ja schon viel von Sonos gehört (auch klanglich), aber sorry - 70% von preis zahlt man vielleicht nicht für den Namen - aber dafür, dass man hier einfach versucht total überteuert das letzte 0,1% klang [...]
Alter alter - Ich hab ja schon viel von Sonos gehört (auch klanglich), aber sorry - 70% von preis zahlt man vielleicht nicht für den Namen - aber dafür, dass man hier einfach versucht total überteuert das letzte 0,1% klang raus zu kratzen. Alle beschweren sich über die teuren Iphones - das hier ist eine Musikbox, die teurer verkauft wird als so manches Iphone!! Und dann braucht man auch noch ein Iphone, um tatsächlich alle Funktionen zu nutzen.
mw1969 09.07.2018
5. ... überteuert ... scheppert? - Blödsinn
Nun, ich setze seit über 10 Jahren diverse Sonosgeräte ein. Die Geräte sind hochwertig verarbeitet, da scheppert nichts. Überteuert? Niemand ist gezwungen die Geräte zu kaufen. Wer sie sich aber leistet, erhält ein sehr gut [...]
Nun, ich setze seit über 10 Jahren diverse Sonosgeräte ein. Die Geräte sind hochwertig verarbeitet, da scheppert nichts. Überteuert? Niemand ist gezwungen die Geräte zu kaufen. Wer sie sich aber leistet, erhält ein sehr gut klingendes, sehr variables und unkompliziertes MultiRoomSystem. Es ist so unkompliziert, dass ich sogar meinem 80jährigen Vater die Nutzung nahe bringen konnte und der den Qunatensprung vom UKW-Empfänger zum Internetradio erleben konnte und wollte.

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