15.05.2012
Rollenspiel
"Diablo 3"-Server brechen beim Start zusammen
Spiele wie "Diablo 3" sind schöne Beispiele dafür, dass Computerspiele längst ein Thema für Erwachsene sind. Der Vorgänger, "Diablo 2", ist über zehn Jahre alt - und viele derer, die ab Dienstagmorgen, 0 Uhr vor ihren Rechnern saßen, um die Welt von Teil drei als erste zu betreten, sind Veteranen von damals.
"Diablo 3" ist ein "Hack and Slay"-Titel ("Hacken und Erschlagen"), ein fortlaufendes Vor-sich-Hinmetzeln in Fantasy-Dungeons. Es steht in einer langen Tradition solcher Titel, angefangen beim Atari-Klassiker "Gauntlet" aus dem Jahr 1985, in denen Rollenspiel-Helden in schräger Draufsicht durch dunkle Labyrinthe irren und Gegner nach Gegner mit Schwert, Axt oder Zauberspruch niederstrecken, Gegenstände und zusätzliche Kräfte ansammeln. Hack and Slay ist eine Art Fantasy-Variante des "Space Invaders"-Motivs - immer weitermachen, es kommen immer neue Gegner nach. Mit einem entscheidenden Unterschied: "Diablo 3" hat ein Ende, jedenfalls die Einzelspieler-Kampagne.
Nach nur fünf Stunden meldeten die ersten Besessenen aus Asien - dort konnte dank Zeitverschiebung schon früher mit den Hackarbeiten begonnen werden - den Vollzug: Der Endgegner sei auf normaler Spielstufe besiegt gewesen.
Jedenfalls ist "Diablo 3" trotz oder gerade wegen des durchaus betagten Spielmechanismus derzeit der Bestseller in den Videospiel-Hitlisten des Planeten. Als in Europa die Server zum Spiel freigeschaltet wurden, brachen sie als erstes gleich wieder zusammen, der Andrang war zu groß. Ein Mitarbeiter der Onlineplattform Battle.net des "Diablo"-Betreibers Blizzard teilte im Forum mit:
"Aufgrund einer hohen Anzahl von gleichzeitig angemeldeten Spielern sind die Login-Server derzeit ausgelastet. Dies kann zu Verzögerungen beim Anmeldeprozess, auf den Accountseiten und bei den Webdiensten führen. Wir entschuldigen uns für die möglicherweise entstandenen Unannehmlichkeiten und bitten euch um Geduld, während wir an einer Lösung arbeiten."
Mittlerweile laufen Blizzards Statusmeldungen zufolge aber alle Server wieder, nur einige der Markt-Plattformen, in denen Spieler Gegenstände kaufen und verkaufen können, machen offenbar noch Probleme. Neben einem Livestream, in dem ein Nutzer den Rest der Welt an seinem "Diablo 3"-Erlebnis teilnehmen lässt, laufen Beschwerden und Jubelmeldungen auf. "Ich habe vier Wochen Urlaub und 'Diablo 3' ist da - hurra!".
Einen ausgiebigen Test einer "Diablo"-Veteranin lesen Sie kommende Woche bei SPIEGEL ONLINE.
cis

