08.07.2012
Angespielt
Eine Stunde mit "Gauge"
"Gauge" (Screenshot): Gewinnen ist nicht
Ein Strich, der sich dehnt und zusammenzieht. Drücken und loslassen. Viel minimalistischer geht es nicht. Viel spannender allerdings auch nicht. "Gauge" ist ein Spiel, das aus einer simplen Idee sehr viel macht.
Das Grundprinzip: Man darf den Strich nicht verschwinden oder an den Rändern des iPad anstoßen lassen. Dabei wächst er, wenn man den Finger auf das Touchpad hält, und schrumpft, wenn man ihn wegnimmt. Was anfangs halbwegs entspannt geht, wird bald zu einer richtigen Herausforderung.
Wie in einem Autorennen versuche ich, die Ränder zu meiden, nicht anzuecken und den Strich in der Spur zu halten. Das ist frustrierend, weil es natürlich irgendwann vorbei ist - und zwar in dem Moment, in dem man verliert. Gewinnen ist nicht. Ich bleibe trotzdem motiviert, weil ich ahne: Es geht besser. Also versuche ich es noch einmal. Und noch einmal.
Irgendwann kommt dann der zweite Strich dazu, den ich ebenfalls im Zaum halten muss. Ab und an kann ich Bonuspunkte einfahren. Sehr nah am Rand befindet sich eine Markierung, die getroffen werden muss. Ich komme ins Schwitzen und ins Staunen.
Bald verändert sich die Musik. Sie wird treibender, verändert ihre Tonhöhe mit der Länge des Strichs, und es erscheinen Störbilder. Das Spiel wird zum Trip, alles fließt. Bis ich wieder stolpere und von vorne anfangen muss.
Bevor jemand fragt: Eine ganze Stunde am Stück habe ich nicht durchgehalten. Eine kleine Runde ist es mir aber immer wieder wert.
"Gauge" von The Game Atelier für iOS, Demoversion kostenlos