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Netzwelt

Männerbilder in Videospielen

Macho trifft Lehrling

Helden in Videospielen sind - fast ausschließlich - Männer, genauer: Machos. Allmählich gibt es Bewegung, neue Rollen mit Nuancen entstehen. Wir stellen acht Typen vor.

Sony Interactive Entertainment
Von
Samstag, 16.03.2019   19:14 Uhr

Ein Macho, so heißt es, glaubt, dass er seine Männlichkeit - was auch immer er persönlich darunter versteht - stets unter Beweis stellen muss. Solche Begriffsdefinitionen lassen erahnen, warum dieser Männertyp in Videospielen so präsent ist. Denn sie passen zu dem, was Gamer in traditionellen Spielewelten meistens machen: sich und vor allem ihre Macht unter Beweis stellen.

Kaum ein Spielegenre kommt ohne diesen Trieb aus: In vielen Games geht es ums Sich-Messen, um Dominanz. Teils sind Spiele im Kern vor allem ein Wettbewerb, bei dem am Ende nur einer übrig bleibt und gewinnen kann. Das Medium Videospiel war so über viele Jahre hinweg ein Sammelplatz recht einfältiger Männerbilder, die intellektuell wirklich nicht herausfordernd waren.

Doch Videospiel-Geschichten werden diverser, genauso wie das Publikum, das sie spielt (mehr zum Thema Games und Vielfalt lesen Sie hier). Da führt nicht nur dazu, dass man als Gamer heute öfter als früher in die Rolle starker Frauen schlüpft. Auch männliche Spielfiguren haben mittlerweile mehr Tiefe. Aus einer tonangebenden Männlichkeit schälen sich langsam die Nuancen, die Zwischentöne heraus.

In unsere Fotostrecke stellen wir acht Männertypen vor, die sich in vielen Spielen finden - vom hypermaskulinen bis zum queeren Mann.


Lesetipp aus dem Archiv: Die Gamesbranche wird nicht nur diverser, was die Figuren angeht. Im Frühjahr 2018 haben wir fünf Frauen, die sich beruflich mit Videospielen beschäftigen, nach ihren Erfahrungen im Alltag gefragt. Ihre Berichte finden sich hier.

Fünf Frauen - fünf Geschichten

insgesamt 22 Beiträge
Zeitwesen 16.03.2019
1. Frauen als Rollenspielheldinnen
Wenn ich die Möglichkeit habe, habe ich bis jetzt immer eine Frau als Charakter gewählt. Weil, Achtung jetzt wirds sexistisch: ich mir lieber (nicht nur) den Rücken einer Frau beim spielen ansehe als den eines Mannes. Dies [...]
Wenn ich die Möglichkeit habe, habe ich bis jetzt immer eine Frau als Charakter gewählt. Weil, Achtung jetzt wirds sexistisch: ich mir lieber (nicht nur) den Rücken einer Frau beim spielen ansehe als den eines Mannes. Dies ist auch bei den meisten Spielern die ich kenne der Fall. Gerade von männlichen Spielern wird es einigen Firmen angekreidet, wenn diese Möglichkeit nicht besteht Frauen als Heldinnen zu wählen, dazu kann man gerne mal Diskussionen beispielsweise auf STEAM (Spieleplattform) verfolgen. Bei Bethesda Games wie Fall Out, Oblivion, Skyrim etc. hat man die Wahl des Geschlechts, wie auch bei z.B. der Saints Row- Reihe, ergo Heldin statt Held. Seltener sind Spiele die ohne Auswahlmöglichkeiten Heldinnen voreingestellt haben, wie Lara Croft, Hellblade etc. Die ästhetische Motivation dahinter mag jetzt zwar einigen Feministinnen nicht soooo sehr gefallen, aber wenns nach mir ging: nur Heldinnen :D
pric 16.03.2019
2. Mehr Recherche wäre angebracht
Also Duke Nukem und Larry sind tatsächlich sehr schlecht gewählte Beispiele. Der eine ist zumindes ab dem dritten Teil der Serie schon als nicht ernst zu nehmend konzipiert, der andere einfach eine Witzfigur, über die sich die [...]
Also Duke Nukem und Larry sind tatsächlich sehr schlecht gewählte Beispiele. Der eine ist zumindes ab dem dritten Teil der Serie schon als nicht ernst zu nehmend konzipiert, der andere einfach eine Witzfigur, über die sich die Spiele selbst lustig machen, WEIL er so übersexualisiert denkt und handelt. Darüber, dass die Figuren der meisten Computerspiele einfach flach sind, und es durchaus irritieren kann, wie viele Figuren diese auf dem Gewissen haben (gleiches gilt auch für 'familiengerechte' Filme a la Indiana Jones etc.), muss man nicht reden. Wenn diese Spiele ein Sujet sein sollen, mit dem man sich 'akademisch' beschäftigen will, dann fehlt da halt noch einiges zur Hochkultur (und ich rede nicht nur von staatlicher Förderung), egal wie viele Erwachsenenpreise an vermeintlich erwachsene Spiele vergeben werden. Das gilt auch für die 'Akademiker'.
casadechrisso 16.03.2019
3. Naja, auch nicht mehr ganz aktuell
Klar gibt es immer noch genug Spiele mit "klassischen Männerbildern", aber hier hat sich schon seit langem einiges getan, und selbst wenn ich mich nur auf weibliche Protagonistinnen beschränkte könnte ich jahrelang [...]
Klar gibt es immer noch genug Spiele mit "klassischen Männerbildern", aber hier hat sich schon seit langem einiges getan, und selbst wenn ich mich nur auf weibliche Protagonistinnen beschränkte könnte ich jahrelang spielen. Tatsächlich tue ich das schon lange, angefangen vor Ewigkeiten bei Tomb Raider, über Oldies but Goldies wie No one lives forever, Oni... über fast sämtliche Rollenspiele hinweg, bei denen man seinen Charakter frei erschaffen kann, und letztendlich jetzt auch mit den Blockbustertiteln, die wie z.B. Assassin's Creed und Co. vorgefertigte weibliche Protagonisten bereithalten. Die Beispiele sind auch nicht sonderlich gut, Duke Nukem ist ein Witz, er soll niemandem als Identifikationsfigur dienen sondern zieht das "klassische Männerbild" vollkommen ins Lächerliche. Iron Bull aus Dragon Age ist nur einer aus einer endlosen Reihe von queeren Charakteren quer durch alle Spiele von Bioware, die sich schon viel mehr vorwerfen lassen müssen es ein wenig zu übertreiben, da sie ihre gut gemeinte Message oft ohne jegliche Subtilität rüberbringen, was ihnen den Ruf eines "SJW-Studios" mitsamt dem ganzen Gezeter der rechten Idioten eingebracht hat. Dennoch, insgesamt ist die Spielewelt inzwischen sehr inklusiv und sollte jedem etwas zu bieten haben, nur vielleicht ist es jetzt nicht genau DAS Spiel das jemand UNBEDINGT spielen will das ausgerechnet eine weibliche oder queere Option bietet. Wer das von irgendwelchen Call of Duties oder Weltkriegsshootern erwartet wird wahrscheinlich noch ein bißchen warten müssen (wobei Battlefield 5... naja lassen wir das).
ThomasS79 16.03.2019
4. Was will uns dieser Beitrag eigentlich sagen?
Sollte das ein Update zum "Genderstatus/Genderdebatte" der Spieleindustrie werden? Eine Kolumne, dass weibliche Chars genauso viel Goldbelohnungen bekommen wie männliche? Das männliche Heldenfiguren dominieren, mehr [...]
Sollte das ein Update zum "Genderstatus/Genderdebatte" der Spieleindustrie werden? Eine Kolumne, dass weibliche Chars genauso viel Goldbelohnungen bekommen wie männliche? Das männliche Heldenfiguren dominieren, mehr Deepness bekommen?... Whatever... einen unnötigeren Beitrag hab ich lange nicht gesehen, gute Nacht SPON! Und nebenbei, ich bin ebenfalls überzeugter "Gender-Swapper", weil ich mir in den Online Welten einfach lieber Frauenärsche mit Bogen und Riesenschwert reinziehe als ihre männlichen Pendants, und das schon seit mittlerweile Jahrzehnten, das geht und gibts schon lange! Und weibliche Mainstream-Hauptrollen gibt es genügend, mein absolut legendärer Tophit: Aloy aus Horizon Zero Dawn, die kann es hier locker mit jedem aus der Fotogalerie aufnehmen!
Onkel Drops 16.03.2019
5. och nöööö
man schlüpft in seine Spiel Rolle sofern vorgegeben männlich (Duke nukem), weiblich(Lara Croft) oder sonst was (Abes Odyssee). wechselnde Rollen (Resident Evil) wählbar bis frei wandelbar (grad bei Rollenspielen). so [...]
man schlüpft in seine Spiel Rolle sofern vorgegeben männlich (Duke nukem), weiblich(Lara Croft) oder sonst was (Abes Odyssee). wechselnde Rollen (Resident Evil) wählbar bis frei wandelbar (grad bei Rollenspielen). so unterrepräsentiert ist da eigentlich keiner. OK in Barbies Ponyhofsimulator steckt halt Barbie drin, bei Duke Nukem halt der Duke. the witcher basiert auf Romanen, vorgegebener geht kaum. das ballerwütige Mädel aus Metroid spielten Millionen Kerle. bei Final Fantasy wird man von Rolle zu Rolle bugsiert um die Story intensiver zu liefern. who is Mario ? - Giana Sisters war besser... genießen wir einfach weiterhin unsere Computerwelten wie gehabt... nichts ist da wirklich real... manchmal bestimmt die Charakterklasse das Geschlecht in Rollenspielen... das hat auch so seinen Sinn meist

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