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Netzwelt

Einfluss auf die Gesellschaft

Radikal dank Facebook

Scheint es nur so, als ob derzeit immer mehr Menschen immer radikalere Positionen vertreten - oder ist es wirklich so? Aktuelle Studien legen nahe: Das Netz fördert gesellschaftliche Extreme.

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Filterblase: Was man bei Facebook zu sehen bekommt, ist auf die eigenen Interessen abgestimmt

Von
Montag, 25.01.2016   14:17 Uhr

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


Jemand postet bei Facebook ein zwei Jahre altes Video über ein schreckliches Familiendrama. Es geht um einen Täter, der seine Frau zuerst erstach und dann enthauptete. Versehen ist der Clip bei Facebook mit der Überschrift "Muslimischer Asylant schneidet Frau den Kopf ab und ruft Allahu akbar".

Weder von der Religion noch vom Aufenthaltsstatus des Mannes ist im Video die Rede, "Allahu akbar" kommt auch nicht darin vor, und es ist eben zwei Jahre alt. Die ersten Kommentatoren machen noch darauf aufmerksam, dass hier etwas nicht stimmt. Doch die frühen Kommentare klappt Facebook ja irgendwann zusammen, außerdem sind kritische Anmerkungen dieser Art selten die populärsten. Weiter hinten im Kommentarthread hat sich die Behauptung dann zur Wahrheit verfestigt: "Dieses Islamgesindel muss raus aus Deutschland", "Ihm einfach auch den Kopf abschneiden".

Für die neue Wut- und Hasskultur, die in Deutschland um sich zu greifen scheint, gibt es drei Erklärungen, und zwei davon haben mit dem Internet zu tun.

Die erste erscheint ziemlich unwahrscheinlich: All die Menschen, die sich plötzlich so ängstlich bis brutal über Flüchtlinge äußern, haben selbst schon schlimme Erfahrungen mit Migranten gemacht.

Die zweite geht ungefähr so: Es gab schon immer so viel rechtes Potenzial, ausländerfeindliches Ressentiment, so viel Aggression und Dummheit in der deutschen Bevölkerung - aber jetzt wird all das, Facebook sei Dank, erstmals für alle sichtbar.

Die dritte mögliche Erklärung ist komplizierter und weit beunruhigender. In Kurzform lautet sie so: Es erscheint nicht nur so, als ob derzeit immer mehr Menschen immer radikalere Positionen vertreten - es ist tatsächlich so. Das Netz radikalisiert manche Menschen.

Böse Blasen?

Diese Hypothese hat mit dem von dem amerikanischen Autor Eli Pariser erfundenen Begriff der Filterblase zu tun, und mit dem rasanten Wandel, dem der Medienkonsum derzeit unterliegt. Im Kern geht es um eine Frage, die Philosophen und Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten umtreibt: Wie entsteht Öffentlichkeit? Wie gesellschaftlicher Konsens?

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Facebook-Chef Zuckerberg: Böse Filterblasen?

Die Filterblase definiert Pariser selbst so: "Das persönliche Informationsuniversum, das Sie online bewohnen - einzigartig und nur für Sie aufgebaut von den personalisierten Filtern, die das Web jetzt antreiben."

Mit Filter ist hier zum Beispiel Googles personalisierte Suche gemeint, die Ergebnisse passend zu dem liefern soll, was die Suchmaschine über den jeweiligen Nutzer weiß. Oder Facebooks EdgeRank-Algorithmus, der die vielen Meldungen, die ein durchschnittliches Facebook-Newsfeed ständig auswirft, so sortieren soll, dass für den jeweiligen Nutzer besonders interessante Dinge oben landen. Man sieht dadurch also - theoretisch - immer mehr Dinge, die zu den eigenen Interessen und Ansichten passen - das zeigt sogar eine Studie, die Facebooks hauseigene Forscher veröffentlicht haben. Auch wenn sie selbst das Ergebnis umzudeuten versuchten.


Facebooks verzerrte Selbstwahrnehmung

Der amerikanische Medienwissenschaftler Philip Napoli hat für algorithmisch sortierte Medieninhalte den Begriff automated media geprägt. Napoli sagt, es sei "vielleicht bezeichnend, dass algorithmisch angetriebene Organisationen wie Google und Facebook sich vielfach dagegen verwahrt haben, als Medienunternehmen bezeichnet zu werden". Das täten sie wohl vermutlich vor allem, "um sich gegen die Art politischer Intervention abzuschirmen, die in Bezug auf traditionelle Medienunternehmen gängig ist".

Gemeint ist hier Regulierung, wie sie in Deutschland etwa für TV-Sender gilt, die von den Landesmedienanstalten kontrolliert werden. Oder vom Presserecht - in Deutschland auf Länderebene geregelt. Von Selbstkontrolleinrichtungen wie dem Presserat. Für Medienunternehmen gilt selbstverständlich die Pressefreiheit, das heißt aber nicht, dass sie ohne jede Konsequenz Unwahrheiten oder gar Hassbotschaften verbreiten dürfen. Verstöße gegen journalistische Standards können beanstandet, unter Umständen gerügt oder gar juristisch geahndet werden.

Wie die Konzerne argumentieren, zeigen beispielhaft zwei Zitate von Andy Mitchell, bei Facebook für Nachrichten und Medienpartnerschaften zuständig. Bei einer Konferenz sagte Mitchell im Frühjahr 2015: "Facebook sollte für niemanden die primäre Nachrichtenquelle oder Nachrichtenerfahrung sein." Und: "Wir kontrollieren das Newsfeed nicht, Sie kontrollieren das Newsfeed."

Eine Studie des renommierten Pew Research Center, die Mitchell sicher kennt, ergab 2015 etwas ganz anderes: 49 Prozent aller US-Bürger unter 35 betrachten Facebook als wichtigste oder eine wichtige Nachrichtenquelle. Und selbst bei den über 35-Jährigen sind es noch 34 Prozent.


Die Filterblase existiert also, wobei der Begriff Blase eigentlich nicht wirklich trifft. Blasen sind ja eher undurchlässig, in Filterblasen aber dringt von außen ständig Neues ein, es muss nur zum eigenen Weltbild passen. Forscher verwenden deshalb auch den Begriff Echokammer, um die Kommunikationsräume zu beschreiben, die so entstehen: Dort hallt jeweils das besonders laut wieder, was den Einstellungen des Nutzers entspricht. Und das funktioniert mit Gerüchten, Welterklärungsmodellen und Verschwörungstheorien offenbar besonders gut.

"Gerüchte, Misstrauen und Paranoia"

Eine Forschergruppe um die italienische Mathematikerin Michaela Del Vicario hat die Ausbreitung von Gerüchten, insbesondere Verschwörungstheorien, in sozialen Netzwerken untersucht (PDF). Die Wissenschaftler kommen über die Auswertung von Facebook-Daten zu dem Schluss, Nutzer hätten die Tendenz, sich dort in Interessensgemeinschaften zu sammeln, sodass sie vor allem entsprechende Inhalte zu sehen bekommen. Das führe zu "Bestätigungsverzerrung, Spaltung und Polarisierung". Mit Bestätigungsverzerrung ist ein psychologisches Phänomen gemeint, das eigentlich aus der Gedächtnisforschung stammt: Menschen füllen Wissenslücken bevorzugt mit dem aus, was sie ohnehin schon glauben. Das führe "zur Verbreitung von verzerrten Narrativen, angefacht von unbestätigten Gerüchten, Misstrauen und Paranoia".

Rechte Propagandisten im Netz machen sich diese Mechanismen derzeit augenscheinlich sehr effektiv und auch gezielt zunutze. Da wird gelogen, was das Zeug hält, von frei erfundenen Geschichten über Flüchtlinge, die mit vollgepackten Taschen einfach an der Supermarktkasse vorbeimarschieren, bis hin zu fiktiven Vergewaltigungsfällen (siehe Kasten unten). Egal, ob Polizei, lokale Medien und andere sich bemühen, die erfundenen Schauergeschichten richtigzustellen, die Gerüchte überleben immer länger als die Wahrheit. Schlimmer noch: Jedes Dementi gilt manchen als neuer Beleg dafür, dass hier nicht nur etwas verheimlicht, sondern auch noch gezielt gelogen wird.

Aus Echokammern werden Echobunker

Mitglieder der oben zitierten Forschergruppe haben in einer weiteren Studie tatsächlich gezeigt, dass Verschwörungstheoretiker auf scheinbar paradoxe Weise reagieren, wenn sie mit Informationen konfrontiert werden, die ihre Ansichten in Frage stellen könnten: Entweder, sie ignorieren Fakten, die der Verschwörungstheorie widersprechen - oder sie wenden sich noch stärker der Echokammer Gleichgesinnter zu.

DPA

Kondensstreifen am Himmel: In Wahrheit giftige Chemtrails?

Das bestätigt die Alltagserfahrung all jener, die einmal versucht haben, einen Chemtrails-Gläubigen von der Idee abzubringen, die Bevölkerung werde mit aus Flugzeugen versprühten Chemikalien vergiftet. Es gilt aber gleichermaßen für all jene, die jetzt plötzlich glauben, dass die deutschen Medien von der Bundeskanzlerin gelenkt werden, die wiederum von den USA ferngesteuert wird, die ihrerseits mit der "Migrationswaffe" Mitteleuropa destabilisieren wollen.

Jedes Gegenargument wird zu einem gefühlten Angriff, der die Solidarität mit den Mitverschwörungstheoretikern weiter steigert. Aus Echokammern werden Echobunker.

Nicht nur Rechte werden bei Facebook radikalisiert

Auf diese Weise kann sich auch jemand, der angesichts der großen Flüchtlingszahlen vielleicht zunächst einfach nur verunsichert war, nach und nach zum radikalen Ausländerhasser entwickeln: Wer nur noch Meldungen über vermeintliche Untaten von Asylbewerbern, erboste Einlassungen über angeblich schon wieder in der Tagesschau verbreitete Lügen und die aus Washington verordnete Kanzlerinnenwillkür zu sehen bekommt, der glaubt all das womöglich schließlich.

Dazu kommt: Weil die sozialen Medien die traditionellen Gatekeeper des Journalismus zum Teil entmachtet haben, stehen bei Facebook und Google nun fragwürdige Rechtspostillen und Verschwörungsblogs scheinbar gleichberechtigt neben Quellen, die sich an journalistische Standards halten. Was jemand aus diesem Potpourri zu sehen bekommt, entscheidet der Algorithmus.

Dieser Mechanismus funktioniert natürlich nicht nur in Bezug auf Fremdenangst und rechte Verschwörungstheorien. Viele der jungen Männer und Frauen aus dem Westen, die nach Syrien gehen, um sich dem IS anzuschließen, wurden nicht zuletzt über soziale Medien radikalisiert.

Jürgen Habermas, der wohl wichtigste lebende Gesellschaftstheoretiker Deutschlands, hat diese Entwicklung übrigens vorausgesehen.

In einem 2008 erschienenen Essay schrieb Habermas, das Publikum zerfalle "im virtuellen Raum in eine riesige Anzahl von zersplitterten, durch Spezialinteressen zusammengehaltenen Zufallsgruppen. Auf diese Weise scheinen die bestehenden nationalen Öffentlichkeiten eher unterminiert zu werden."


Zusammengefasst: Es gibt deutliche Hinweise, dass die Sortieralgorithmen der sozialen Medien zur Meinungsbildung beitragen. Wer bei Facebook und anderswo nur noch radikale Ansichten und Behauptungen zu sehen bekommt, wird womöglich selbst zunehmend radikal. Die sozialen Medien verändern damit vermutlich bereits jetzt die Gesellschaft.

Die häufigsten Desinformationen rechter Demagogen

Typ 1: Die Vergewaltigungs-"Meldung"
Behauptung: Flüchtlinge überfallen und vergewaltigen deutsche Frauen, oft auch minderjährige Mädchen

Verbreitung: Es ist das häufigste Gerücht, und verbreitet wird es über soziale Medien, über "unabhängige" Newsseiten und rechte Blogs. Immer wieder ist es auf den Demonstrationen von Pegida und Co. zu hören. Der AfD-Politiker Uwe Wappler verbreitete via Interview die Mär von der Vergewaltigung einer Zwölfjährigen - nur um kurz darauf dementieren zu müssen.

Wahrheitsgehalt: Die meisten dieser Nachrichten sind pure Erfindungen, wo auch immer man nachfragt, dementieren regionale Polizei und Medien entsprechende Behauptungen. Dokumentiert sind sexuelle Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten. Auch innerhalb von Flüchtlingsheimen gibt es bestätigte Fälle. Trotzdem: Das so geschürte Bedrohungsszenario basiert größtenteils auf Fantasien.

Das Perfide am Gerücht: Es bedient uralte Ängste. Jeder echte Fall - siehe Silvester - wird zur Legitimation der gestreuten Gerüchte.

Typ 2: Deutschland als Selbstbedienungsladen für Fremde
Behauptung: Flüchtlinge fallen in Massen in Supermärkte und Kaufhäuser ein und nehmen alles ungehindert mit, ohne belangt zu werden

Verbreitung: Zunehmend häufig. Mitte September kursierten Gerüchte über Kaufhausüberfälle unter anderem in Leipzig, Freital und Halberstadt. In Seehausen wurde angeblich ein Globusmarkt ausgeplündert. Die kleine, bundesweit verbreitete Variante: Asylbewerber füllten sich einfach Taschen mit Lebensmitteln, ohne dass Supermarktbetreiber eingriffen.

Wahrheitsgehalt: In den meisten Gemeinden ist durch den Zuzug von Flüchtlingen kein Effekt nachzuweisen, doch in einigen Kleingemeinden mit vielen Flüchtlingsunterbringungen sind die Ladendiebstahlsquoten gestiegen - meist proportional zur neuen Bevölkerungszahl. Bei den Gerüchten über Überfälle ist das Bild hingegen völlig eindeutig: Nicht nur die regionalen Polizeibehörden, mit Stand Januar 2016 dementierten auch ausnahmslos alle Betreiber von Märkten, über die so etwas verbreitet wurde, jedes einzelne der Gerüchte.

Das Perfide am Gerücht: Ähnlich wie die Behauptung, Flüchtlinge bekämen mehr Hilfen als Hartz-IV-Empfänger (eindeutig unwahr), appelliert dieses Gerücht auch an den Sozialneid der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Es erklärt das Land zum "Selbstbedienungsladen" für Fremde. Die zahlreichen Dementis in der Lokalpresse werden mit weiteren steilen Behauptungen gekontert: Die deutsche Presse sei staatlich gelenkt und dürfe nicht berichten, die Kaufleute seien von Polizei/Politik eingeschüchtert und dürften die Wahrheit nicht sagen.

Typ 3: Die Sache mit den toten Tieren
Behauptung: Flüchtlinge stehlen Tiere und schlachten sie in archaischen Ritualen

Verbreitung: Überraschend häufig. Meist sind es Ziegen, die gestohlen, getötet und gegessen werden. In einem Fall sollen Flüchtlinge einen Streichelzoo überfallen haben (der Betreiber dementierte das lachend: Seinen Tieren gehe es prächtig). Auf einem Gestüt von Paul Schockemöhle sollen Flüchtlinge sich Fleisch in 700-Kilogramm-Portionen abgeholt haben - das Gerücht vom angeblichen Pferdediebstahl wurde umgehend (und erfolglos) dementiert.

Das Perfide am Gerücht: Die Legende lebt vom Spiel mit abschreckenden, anti-islamischen Ressentiments. So schürt die vermeintlich "bunte Meldung" den Alltagsrassismus, stellt Flüchtlinge als Primitive dar, von denen man seine Tiere in Sicherheit bringen muss. Ein Körnchen Wahrheit sorgt für die Glaubhaftigkeit der überzogenen Gerüchte: 2013 stahl ein deshalb verurteilter und ausgewiesener Flüchtling im rheinischen Lindlar eine Ziege. Es gibt keinen weiteren bekannten Fall dieser Art. Doch auch der Fall von "Schockemöhles Pferd" enthält ein Körnchen Wahrheit: Ebenfalls 2013 wurde ein Pferd, an dem Schockemöhle Anteile hielt, zeitweilig gestohlen gemeldet. Das Tier hatte sich in den Putzmittelraum des Gestüts verirrt, wurde dort gefunden und gerettet.

Typ 4: Bevorzugung von Flüchtlingen
Behauptung: Flüchtlinge würden Privilegien eingeräumt, die Deutsche nicht gewährt würden. Oder Deutschen würde etwas genommen, um es Flüchtlingen zu geben

Verbreitung: Häufig, in vielen Varianten. Legenden über die Finanzierung von Handykarten, überhöhte Geldzuwendungen, Versorgung mit Designermode gehören dazu. Fast ein Klassiker ist aber dieses Muster, das im Juli 2015 im rheinischen Euskirchen umging: Da wurde angeblich eine Kindertagesstätte geräumt, um Platz für Asylbewerber zu machen. Ein perfides Spiel mit dem Körnchen Wahrheit: Die Kindertagesstätte war übergangsweise in einer leerstehenden Schule untergebracht worden. Die Kitaleitung selbst empfand die Unterbringung dort als nicht geeignet und begrüßte die Auslagerung in moderne Container, als die Stadt Raum für rund 300 Flüchtlinge suchte - es war die preiswertere und bessere Möglichkeit für alle Beteiligten. Im Sommer 2016 zieht die Kita wieder um, in einen eigens erbauten Neubau. Ähnliche Gerüchte gibt es über Hotels (angeblicher Luxus) und Obdachlosenunterkünfte (fiktiv), wo sozial schwache Deutsche Flüchtlingen weichen müssten.

Wahrheitsgehalt: Minimal. Hotelunterbringungen gibt es, aber mit Luxus hat das sehr selten etwas zu tun - für die Besitzer schwach frequentierter, einfacher Hotels ist es eine willkommene Einkommensquelle. Die meisten Gerüchte sind frei erfunden.

Typ 5: Warum wir von all dem nichts erfahren
Behauptung: Polizei und Medien lügen, wenn es um Verbrechen von Flüchtlingen geht

Verbreitung: Auf jeder Pegida-Demonstration, im Kontext jeder Desinformation.

Das Perfide daran: Widerspruch ist zwecklos. Behauptet wird, die Politik lenke Polizei und Medien. Die berichteten nicht, weil sie nicht dürften. Und wenn sie etwas dementierten, dann wohl weil sie müssten. Selbst wenn sie wollten, könnten sie nicht. Und wenn sie doch berichteten, dann sei das gelogen. Außer, es nützt den Demagogen, dann stimmt es. Als hochgradig kontraproduktiv erwies sich das Verhalten von Polizei und Medien im Fall der Kölner Silvesternacht: Dass hier so spät und zögerlich berichtet wurde, befeuerte solche Verschwörungstheorien.

Wahrheitsgehalt: Es gibt sowohl bei Polizei als auch den Medien eine Zurückhaltung, wenn es um die Nennung von Ethnien und Nationalitäten geht, wenn diese mit dem Fall oder Geschehen nichts zu tun haben. Es soll Vorverurteilungen vermeiden. Ein "Schweigekartell" von Polizei und Medien gibt es so wenig wie eine wie auch immer geartete Lenkung. Wer so etwas glaubt, will es glauben.


SPIEGEL TV-Film über Chemtrails: Öko-Skeptiker wittern Geheimaktion am Himmel

Foto: SPIEGEL TV

insgesamt 243 Beiträge
hmtforfree 25.01.2016
1. radikal dank dummer politik
nicht afd,pegida,facebook lässt die leute radikalisieren sondern die antieuropäische politik von spd,cdu und grüne ...
nicht afd,pegida,facebook lässt die leute radikalisieren sondern die antieuropäische politik von spd,cdu und grüne ...
kurt.wehrli 25.01.2016
2. So, so ...
Und die grenzenlose Polarisierung des Kapitals, die schrankenlose Bereicherung von ein paar Wenigen - wie von SPON löblicherweise auch schon mehrfach thematisiert - ist auch durch das Netz gefördert worden? Die Wurzeln [...]
Und die grenzenlose Polarisierung des Kapitals, die schrankenlose Bereicherung von ein paar Wenigen - wie von SPON löblicherweise auch schon mehrfach thematisiert - ist auch durch das Netz gefördert worden? Die Wurzeln radikaler Entwicklungen liegen bei der dramatischen Ungleichverteilung der Ressourcen, und das spüren die Menschen und versuchen die Wut zu artikulieren, mit oder ohne Netz.
guido.meister 25.01.2016
3.
Ich glaube diese Meinungen und Ansichten hat es auch schon vor facebook gegeben. Maßgeblich ist dass die Urheber sich jetzt aber trauen im Schutz der Anonymität mit diesen Meinungen auch an die Öffentlichkeit zu treten. [...]
Ich glaube diese Meinungen und Ansichten hat es auch schon vor facebook gegeben. Maßgeblich ist dass die Urheber sich jetzt aber trauen im Schutz der Anonymität mit diesen Meinungen auch an die Öffentlichkeit zu treten. Außerdem multiplizieren die sozialen Medien diese Ansichten. Was vor einigen Jahren am Stammtisch erzählt wurde haben maximal 5-10 leute gehört. Wenn heute das Gleiche auf facebook gepostet wird, können das Millionen von Menschen lesen. Dadurch wird es nur einer breiteren Öffentlichkeit bewußt. Was ja vielleicht auch ein Vorteil sein kann.
Hank Hill 25.01.2016
4. Guter Artikel
Klingt sehr einleuchtend und wirkt vermutlich für Verschwörungen von rechts und von links. Wenn ich permament mit Anti-Amerikanismus gefüttert werde dann reduziere ich die USA auf Fast Food, Waffen und illegale Kriege. Und [...]
Klingt sehr einleuchtend und wirkt vermutlich für Verschwörungen von rechts und von links. Wenn ich permament mit Anti-Amerikanismus gefüttert werde dann reduziere ich die USA auf Fast Food, Waffen und illegale Kriege. Und wenn ich mich nur in diesem Umfeld bewege ziehe ich mich in meinen Anti Amerika Echo Bunker zurück.
fareast 25.01.2016
5. Schoene Zusammenfassung
aber leider trifft das ziemlich genau den Sachverhalt. Wer mal laengere Zeit in groesseren Organisationen (Firmen) gearbeitet hat, weiss, dass es fast unmoeglich ist, die Kommunikation so zu manipulieren, wie es fuer das Glauben [...]
aber leider trifft das ziemlich genau den Sachverhalt. Wer mal laengere Zeit in groesseren Organisationen (Firmen) gearbeitet hat, weiss, dass es fast unmoeglich ist, die Kommunikation so zu manipulieren, wie es fuer das Glauben diverser Verschwoerungstheorien notwendig ist. Das haelt aber die schlichteren Gemueter nicht davon ab, sie trotzdem zu glauben.

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