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Netzwelt

Snowden im SPIEGEL

"Ich bin kein russischer Spion"

Edward Snowden greift Union und SPD im SPIEGEL scharf an, bezichtigt sie der Lüge. Zudem vermutet er, die NSA verschweige Informationen zu Hackerangriffen im US-Wahlkampf.

DPA

Edward Snowden

Freitag, 08.09.2017   18:00 Uhr

Der von Union und SPD verfasste Teil im Abschlussbericht des NSA-Untersuchungsausschusses lese sich wie eine "Übung im kreativen Schreiben", sagt Edward Snowden in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL. Statt aufzuklären und die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes strenger zu regulieren, hätten die Deutschen einfach das Gesetz so gelockert, "dass es nicht mehr gebrochen wird". (Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit Edward Snowden im neuen SPIEGEL.)

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Heft 37/2017
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Es sei den Regierungsparteien darum gegangen, "allzu beschämende Enthüllungen" zu unterbinden, so Snowden. "Versprechen ans Weiße Haus haben für die Bundesregierung wohl Gesetzescharakter."

Um seine Aussage vor dem Ausschuss zu verhindern, hätten die Regierungsparteien behauptet, er sei nur gegen die Zusicherung von Asyl bereit zur Auskunft gewesen. "Das ist eine Lüge", beteuert Snowden.

Der Whistleblower, der seit vier Jahren im Exil in Moskau lebt, wehrt sich in dem Interview gegen Verdächtigungen, er arbeite für die Geheimdienste seines Gastlandes. "Nein, ich bin kein russischer Spion", sagt der 34-Jährige.

So hatte zum Beispiel Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, von einer hohen "Plausibilität" dieser Annahme gesprochen. "Er hatte ja nicht mal den Mumm zu behaupten, ich sei ein Spion", so Snowden über Maaßen. "Ich hoffte, dass wir als offene Gesellschaften die Tage hinter uns gelassen haben, in denen Geheimagenten ihre Kritiker einfach denunzieren konnten."

In dem Gespräch bezweifelte Snowden auch, dass Russland allein für die Hackerangriffe auf die Demokratische Partei in den USA vor den Präsidentschaftswahlen verantwortlich war. Das FBI habe keine Beweise vorgelegt, obwohl er vermute, dass es sie gebe, sagt der Whistleblower.

"Die NSA weiß wohl ziemlich genau, wer bei Clinton die Eindringlinge waren. Aber ich vermute, dass sie in den Systemen noch andere Angreifer entdeckt hat, da waren vielleicht sechs oder sieben Gruppen am Werk." Er glaube, dass eine "ganz bestimmte Geschichte" über Russland erzählt werden sollte.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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kno/jös

insgesamt 97 Beiträge
Echt jetzt 08.09.2017
1. "Aufklärung"
Eines ist klar: der deutsche Umgang mit dem Spionageskandal des Jahrhunderts ist in jeglicher Hinsicht absolut beschämend. Aus gutem Grund werde ich keine Partei mehr wählen, die den systematischen Grundrechtsbruch der NSA [...]
Eines ist klar: der deutsche Umgang mit dem Spionageskandal des Jahrhunderts ist in jeglicher Hinsicht absolut beschämend. Aus gutem Grund werde ich keine Partei mehr wählen, die den systematischen Grundrechtsbruch der NSA zulässt, deckt oder gar fördert. Und zwar niemals wieder.
caty24 08.09.2017
2. Diese Ausgabe werde ich mir besorgen
Und was unsere Bundeskanzlerin betrifft: Merkel sollte sich endlich zur Demokratie bekennen und Whistleblower beschützen.Sie war es,die Snowden nach DDR Manier eine Abfuhr erteilte.
Und was unsere Bundeskanzlerin betrifft: Merkel sollte sich endlich zur Demokratie bekennen und Whistleblower beschützen.Sie war es,die Snowden nach DDR Manier eine Abfuhr erteilte.
micsei 08.09.2017
3.
Einfach beschämend, wie das Thema unter den Teppich gekehrt wird.
Einfach beschämend, wie das Thema unter den Teppich gekehrt wird.
fabiofabio 08.09.2017
4. Es ist schon schwach,
wie die Medien und Regierungen im Westen diesen Mann verunglimpfen. Er hat uns allen vor Augen geführt, wie wir alle in allen Bereichen totalüberwacht werden, von Geheimdiensten, die keiner demokratischen Kontrolle unterliegen. [...]
wie die Medien und Regierungen im Westen diesen Mann verunglimpfen. Er hat uns allen vor Augen geführt, wie wir alle in allen Bereichen totalüberwacht werden, von Geheimdiensten, die keiner demokratischen Kontrolle unterliegen. Und was war die Reaktion dieser Bundesregierung? Sie passt einfach nachträglich die Gesetze so an, dass die früheren Rechtsbrüche nun gedeckt sind. Behandlung einer solch kolossalen Entscheidung in Medien ? Praktisch null...
k-3.14 08.09.2017
5. Seitdem man
Edward Snowden hier keine Zuflucht gewährt hat, klingen alle Beteuerungen zum "hohen Gut" des Schutzes von Verfolgten aus dem Munde unserer Politiker nur mehr hohl und leer ....
Edward Snowden hier keine Zuflucht gewährt hat, klingen alle Beteuerungen zum "hohen Gut" des Schutzes von Verfolgten aus dem Munde unserer Politiker nur mehr hohl und leer ....
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