05.09.2010
Vorwürfe der Konkurrenz
US-Justiz prüft Reihenfolge von Google-Treffern
Suchmaschinen-Gigant: Google hat wieder einmal Ärger mit der Justiz
Mountain View - Google ist mal wieder ins Fadenkreuz von Ermittlern geraten: Dieses Mal schaut sich die Generalstaatsanwaltschaft des US-Staates Texas an, ob Google bestimmte Websites bei der Darstellung von Suchergebnissen benachteiligt.
Google sei sich keiner Schuld bewusst, ließ Hausjurist Don Harrison in einem Firmenblog wissen. Die Rangfolge von Websites richte sich schlicht nach deren Relevanz.
Konkret hatten sich mehrere Unternehmen beschwert, dass sie in den Suchergebnissen zu weit unten auftauchten. Zu den Beschwerdeführern zählen Webseiten wie Foundem, TradeComet und myTriggers.
Harrison zeigte Verbindungen der Firmen zum Rivalen Microsoft
auf. Nach Angaben des Konzerns werden zwei der Beschwerdeführer von Anwälten vertreten, die auch für Microsoft arbeiten. Der große Konkurrent hat Unternehmen öffentlich dazu aufgerufen, Googles Geschäftspraktiken anzufechten. TradeComet-Chef Dan Savage warf Google vor, von seinen eigenen kartellrechtlichen Problemen ablenken zu wollen, indem es auf andere Unternehmen und deren Juristen verweise.
Microsoft ist spätestens seit der Verbrüderung mit Yahoo der schärfste Rivale von Google im lukrativen Suchmaschinen-Geschäft. Auch bei Computer-Betriebssystemen, Bürosoftware, Internetbrowsern und den boomenden Smartphones konkurrieren die beiden Technologieschwergewichte. Das sorgt immer wieder für Krach.
Auch in Europa läuft ein ähnliches Verfahren gegen Google. Die EU-Kommission prüft die Beschwerden mehrerer kleiner Internetseiten, die sich durch die Rangliste bei der Google-Suche benachteiligt fühlen. In den USA ist es nach Angaben des Suchmaschinenbetreibers die erste Untersuchung, die sich um die Such-Rangordnung dreht.
Welchen Rang ein Unternehmen bei der Google-Suche hat, kann manchmal über Erfolg oder Misserfolg entscheiden: Je höher ein Anbieter aufgelistet wird, desto mehr Besucher verbucht er auf seiner Internetseite.
Google war in letzter Zeit vor allem mit Regierungen aneinandergeraten, unter anderem mit der deutschen. Streitpunkt war das Street-View-Projekt, bei dem Google für seinen Kartendienst ganze Straßenzüge abfotografiert. Obendrein hatten Googles Kamerawagen auch noch Daten aus frei zugänglichen Computer-Funknetzwerken aufgefangen und gespeichert.
sto/dpa