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03.05.2012
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Weltweite Kooperation

Friedrich fordert Bündnis gegen Cyber-Angriffe

Getty Images

Verkleideter Cyber-Krieger (Symbolbild): Ansprechpartner rund um die Uhr

Wer hat da gehackt? Innenminister Hans-Peter Friedrich hat in Washington eine stärkere internationale Kooperation zur Aufklärung von Cyber-Angriffen gefordert. Der Vorstoß soll sich gegen Hacker-Rückzugsorte richten.

Washington - Innenminister Hans-Peter Friedrich plädiert für mehr internationale Zusammenarbeit, um Angriffe auf IT-Netze abzuwehren. Zum Auftakt seiner USA-Reise plädierte der CSU-Politiker am Mittwoch in Washington dafür, schnell entsprechende internationale Vereinbarungen auf den Weg zu bringen. Darin könnten sich Staaten dazu verpflichten, die modernen Informationstechnologien für friedliche Zwecke zu nutzen, einen Missbrauch durch Kriminelle und Terroristen zu verhindern und lebenswichtige Infrastrukturen wie Wasser- und Stromnetze besonders gegen Cyber-Attacken zu schützen.

Cyber-Sicherheit ist ein thematischer Schwerpunkt der US-Reise von Friedrich, die bis zum Freitag dauert. Dabei geht es um die Abwehr krimineller und terroristischer Angriffe im Internet und auf IT-Systeme, die von Hackern, Wirtschaftsspionen, Regierungen oder gewöhnlichen Kriminellen ausgehen können. Am Donnerstag stehen unter anderem ein Gespräch mit CIA-Direktor Daniel Petraeus und ein Besuch des US-Zentrums für Cyber-Sicherheit auf dem Programm. Auch in Deutschland arbeitet seit rund einem Jahr ein Cyber-Abwehrzentrum, die dort versammelten Beamten verschiedener Behörden sollen sich über drohende Gefahren wie neue Sicherheitslücken schnell austauschen.

Problem der Zuschreibung

Bei seiner Rede vor dem Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) sprach sich Friedrich für eine stärkere Kooperation zwischen den Staaten aus, um zum Beispiel herauszufinden, wer hinter Cyber-Attacken steckt. Es dürften hier keine Rückzugsorte für Kriminelle geben. Nötig seien auch gemeinsame Alarmsysteme. Für den Notfall müsse es - zunächst in allen Staaten der Europäischen Union - Ansprechpartner geben, die rund um die Uhr erreichbar seien.

Friedrich begrüßte, dass eine Expertengruppe der Vereinten Nationen aus Regierungsvertretern im Sommer beginnen will, gemeinsame Lösungen im Kampf gegen Cyber-Attacken zu entwickeln. Der Minister zeigte sich zuversichtlich, hier einen gemeinsamen Nenner zu finden. Für alle sei das Internet eine wichtige Wirtschaftsbasis. Auch Staaten wie Russland oder China wüssten - trotz unterschiedlicher ideologischer Herangehensweisen an das Thema Internet - um ihre Abhängigkeit von den Informations- und Kommunikationstechnologien.

Einen Hackerangriff eindeutig einem Urheber zuzuschreiben, ist eines der größten Probleme solchen Vorfällen. Datenspuren lassen sich einfach manipulieren, selbst wenn eine Spur in ein Land zurückverfolgen lässt, etwa nach Russland oder China, heißt das nur, dass dort ein Rechner stand, über den die Angreifer operiert haben. Meist ist völlig unklar, ob dahinter russische oder chinesische Staatsbürger stehen, die womöglich mit Billigung oder sogar im Auftrag ihrer Regierungen handeln. Dennoch machen interessierte Parteien oft schnell Schuldige aus.

ore/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
1. Problem der Zuschreibung
caecilia_metella 03.05.2012
"Bei seiner Rede vor dem Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) sprach sich Friedrich für eine stärkere Kooperation zwischen den Staaten aus, um zum Beispiel herauszufinden, wer hinter Cyber-Attacken [...]
"Bei seiner Rede vor dem Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) sprach sich Friedrich für eine stärkere Kooperation zwischen den Staaten aus, um zum Beispiel herauszufinden, wer hinter Cyber-Attacken steckt. Es dürften hier keine Rückzugsorte für Kriminelle geben. Nötig seien auch gemeinsame Alarmsysteme. Für den Notfall müsse es - zunächst in allen Staaten der Europäischen Union - Ansprechpartner geben, die rund um die Uhr erreichbar seien." Ernsthaft will sicher auch Herr Friedrich (Christlich-Soziale Union, Deutschland, Bayern), nicht, dass irgendjemand an Überforderung stirbt. So sollte er seine lebensrettende Notfall-Strategie vielleicht auf viele verteilen und ihnen hin und wieder etwas Ruhe gewähren, damit sie ihre Arbeitskraft regenerieren können. Ja, sie sollen schließlich nicht nur erreichbar sein, sondern auch noch vernünftig arbeiten. Niemals schlafen, niemals ruhen Leute, es gibt viel zu tun Alle Kräfte sind geweckt Spürt die Macht, die in Euch steckt Alle Männer, alle Frauen Die Neue Welt gibt es aufzubauen Viel zu lang schon nichts getan... Kommt, stellt die Maschinen an! (Gibt's auch vertont.)
2.
king_pakal 03.05.2012
Friedrich ist, was Forderungen zur "Cyber-Sicherheit" angeht ziemlich forsch. Haben die Herren Herrscher Angst vorm Zerfall des Systems?
Zitat von sysopGetty ImagesWer hat da gehackt? Innenminister Hans-Peter Friedrich hat in Washington eine stärkere internationale Kooperation zur Aufklärung von Cyber-Angriffen gefordert. Der Vorstoß soll sich gegen Hacker-Rückzugsorte richten. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,831062,00.html
Friedrich ist, was Forderungen zur "Cyber-Sicherheit" angeht ziemlich forsch. Haben die Herren Herrscher Angst vorm Zerfall des Systems?

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