15.05.2012
BSA-Studie
Jedes vierte Programm in Deutschland ist illegal installiert
Software-CD (Symbolbild): Wieder um einen Prozentpunkt zurückgegangen
Hamburg - Software-Piraterie ist in Deutschland, im internationalen Vergleich betrachtet, ein relativ kleines Problem. Die Business Software Alliance (BSA) hat für ihren jährlichen Piraterie-Report unter anderem rund 15.000 Nutzer in 33 Ländern befragt. Weltweit war im vergangenen Jahr demnach fast jedes zweite installierte Programm eine illegale Kopie, so das Ergebnis. In Deutschland waren es der Studie zufolge 26 Prozent. Die Studie bezieht ihre Daten aus zwei Quellen: Der Nutzerbefragung einerseits und Berechnungen des Marktforschungsunternehmens IDC andererseits, die der BSA zufolge auf "harten Marktdaten" basieren.
"Piraterie-Muffel" seien die deutschen Nutzer, meldet der Branchenverband BSA das Ergebnis der Umfrage. Ein Drittel der Befragten nannte rechtliche Folgen als Grund für den Einsatz legaler Produkte, 43 Prozent fanden es demnach einfach richtig, Software zu kaufen.
Auf dem Software-Markt in Deutschland setzten die Hersteller laut BSA im vergangenen Jahr 4,9 Milliarden Euro um. Wären alle installierten Programme ordnungsgemäß bezahlt worden, hätten die Hersteller rund 1,7 Milliarden Euro mehr einnehmen können. Der Anteil der illegal installierten Software ist demnach von 28 Prozent im Jahr 2009 und 27 Prozent im Jahr 2010 wieder um einen Prozentpunkt zurückgegangen.
Weil aber der Software-Markt insgesamt gewachsen ist, sind die entgangenen Einnahmen durch nicht-lizenzierte Software um rund 150 Millionen Euro gestiegen. Im weltweiten Ranking der potentiell entgangenen Einnahmen steht Deutschland laut BSA an Platz sieben, hinter den USA, China, Russland, Indien, Brasilien und Frankreich. Der Anteil illegal eingesetzter Software ist in den USA mit 19 Prozent besonders niedrig, der Markt aber so groß, dass unlizenzierte Software im Wert von rund 7,6 Milliarden Euro im Einsatz sei, so die Autoren der Studie.
In Asien, Osteuropa, im Nahen Osten und in Afrika liegen die Durchschnittswerte mehr als doppelt so hoch, bei 58 bis 62 Prozent. In einzelnen Ländern - Libyen, Simbabwe, Bangladesch - beträgt die sogenannte "Piraterie-Quote" sogar 90 Prozent und mehr.
Künftig, freut sich die BSA, werde es wohl weniger Software-Piraterie geben. Die Branche erwartet ein sprunghaftes Wachstum von Tablet-Computern, Software-Angeboten, die über das Internet ohne installierte Programme funktionieren, sowie Laptops mit vorinstallierten Software-Paketen.
ore