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10.08.2012
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Nationales Datennetz

Iran will sich vom Internet abkoppeln

Iranisches Internet-Café (Archivbild): Bald nur noch im iranischen Intranet surfen
AP

Iranisches Internet-Café (Archivbild): Bald nur noch im iranischen Intranet surfen

Dem Internet könne man nicht vertrauen, sagt der iranische Minister für Telekommunikation und kündigt an, alle staatlichen Stellen vom Netz zu trennen. Der Rest des Landes soll 2013 folgen und in ein nationales Intranet überführt werden, frei von westlichen Einflüssen und Nachrichten.

In Iran wird das Internet stückweise abgeschaltet. In einem ersten Schritt würden im September 2012 alle Ministerien und staatlichen Stellen vom weltweiten Datennetz getrennt. Das sagte einem Bericht von "Wired" zufolge der iranische Minister für Telekommunikation, Reza Taqipour, auf einer Konferenz an der Universität in Teheran. Bis 2013 solle das ganze Land an ein nationales Intranet angebunden sein - und vom Internet abgekoppelt werden.

Das weltweite Datennetz habe sich vor allem in Krisenzeiten als nicht vertrauenswürdig erwiesen, sagte Taqipour. Seine Aussage ist als Anspielung auf die arabische Revolution zu verstehen, deren Unterstützer sich vielfach über Internetdienste organisierten und via Internet Informationen austauschten. Auch in Iran wollten Protestler nach den Präsidentschaftswahlen 2009 das Regime stürzen. Verhindert wurde das durch ein brutales Vorgehen von Regierungskräften. Mit einem eigenen Netz soll das Monopol "einiger westlicher Länder" gebrochen werden, erklärte der Minister vor seinen Zuhörern an der Amir-Kabir-Universität.

Angekündigt wurde der Plan, in Iran ein landesweites Intranet als Ersatz für das Internet zu etablieren bereits Anfang 2011. Seit diesem Zeitpunkt hat sich die Überwachung der Bürger intensiviert. Die Liste der Verbote und Pflichten ist lang. So müssen beispielsweise die Betreiber von Internet-Cafés ihre Gäste registrieren, per Videokamera überwachen und die von ihnen besuchten Seiten protokollieren.

Um die Zensur effektiv durchzusetzen, arbeiten angeblich 120.000 Hacker und Blogger im Auftrag des iranischen Regimes. Banken, Versicherungsunternehmen und Telekommunkationsunternehmen dürfen nur dann mit ihren Kunden E-Mails austauschen, wenn sie diese über eine iranische Domain verschicken. Aus diesen Gründen wird Iran von der Organisation "Reporter ohne Grenzen" als einer von zwölf Feinden des Internets gesehen.

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insgesamt 33 Beiträge
1.
Thoregon 10.08.2012
Na, da wird sich doch sicher einer der hiesigen Foristen finden, der das auch für Deutschland fordert oder zumindest gut finden würde, nicht?
Zitat von sysopDem Internet könne man nicht vertrauen, sagt der Iranische Minister für Telekommunikation und kündigt an, alle staatlichen Stellen vom Netz trennen.
Na, da wird sich doch sicher einer der hiesigen Foristen finden, der das auch für Deutschland fordert oder zumindest gut finden würde, nicht?
2. So ist es doch schon fast
simieto 10.08.2012
bei uns auch. Google in Deutschland findet bestimmte Seiten nicht, Youtube-Videos können in meinem Land nicht abgespielt werden. Lange wird es nicht mehr dauern, dann wird das auch hier so eingeführt.
bei uns auch. Google in Deutschland findet bestimmte Seiten nicht, Youtube-Videos können in meinem Land nicht abgespielt werden. Lange wird es nicht mehr dauern, dann wird das auch hier so eingeführt.
3. Möglicherweise verständlich.
schnitti23 10.08.2012
Bedenkt man die Einkreisungstaktik, der der Iran ausgesetzt ist und nimmt vielleicht noch die Angriffe mittels des Internets hinzu (Stichwort Stuxnet), dann kann man die Vorsicht aus Sicht der Iraner verstehen. Wenn sie mit einem [...]
Bedenkt man die Einkreisungstaktik, der der Iran ausgesetzt ist und nimmt vielleicht noch die Angriffe mittels des Internets hinzu (Stichwort Stuxnet), dann kann man die Vorsicht aus Sicht der Iraner verstehen. Wenn sie mit einem Intranet besser fahren, na gut. Übergänge ins Internet wird es aber immer geben und Lücken werden sich auch auftun.
4.
dilinger 10.08.2012
Schon erstaunlich, dass jemand in einem deutschen Forum und in einem Land in dem man das Internet frei nutzen kann, die schäbigen Unterdrückungsmaßnahmen gegen das iranische Volk gutheißt. Noch dreister gehts nimmer.
Zitat von schnitti23Bedenkt man die Einkreisungstaktik, der der Iran ausgesetzt ist und nimmt vielleicht noch die Angriffe mittels des Internets hinzu (Stichwort Stuxnet), dann kann man die Vorsicht aus Sicht der Iraner verstehen. Wenn sie mit einem Intranet besser fahren, na gut. Übergänge ins Internet wird es aber immer geben und Lücken werden sich auch auftun.
Schon erstaunlich, dass jemand in einem deutschen Forum und in einem Land in dem man das Internet frei nutzen kann, die schäbigen Unterdrückungsmaßnahmen gegen das iranische Volk gutheißt. Noch dreister gehts nimmer.
5. Die Perser und ihr Hoheitsrecht
rolandjulius 10.08.2012
Die Folgen einer ständigen Anfeindung bleiben nicht aus. Sie werden verleumdet beschimpft und bedroht. Was bleibt den Persern übrig? Jedes Volk hat seinen Stolz, und mit Recht. Iran wird täglich bedroht, von [...]
Die Folgen einer ständigen Anfeindung bleiben nicht aus. Sie werden verleumdet beschimpft und bedroht. Was bleibt den Persern übrig? Jedes Volk hat seinen Stolz, und mit Recht. Iran wird täglich bedroht, von Atommächten,voll ausgerüstet mit modernsten Waffen,nur weil sie nicht nach der westlichen Pfeife tanzen. Das Unheil, das der Westen im Orient anrichtet wird die Geschichte dieser Welt schwer belasten. Die Schuldigen sollten sich überlegen wieweit man den Bogen spannen darf,denn nur mit Kriegen wird es nie einen Frieden geben.

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