26.11.2012
IT-Sicherheit
EU-Kommissarin fordert Meldepflicht für Hackerattacken
Teile des Codes des Computervirus' Flame: Meldepflicht für Hackerangriffe
München - Immer häufiger werden Unternehmen Opfer von Hackerangriffen und bedrohen so nach Ansicht der EU-Kommissarin Neelie Kroes die Cybersicherheit der Europäischen Union. Als Konsequenz denkt Kroes der "Süddeutschen Zeitung" zufolge jetzt über eine Meldepflicht von Cyberattacken für Unternehmen nach. "Ich bin ein großer Befürworter von Selbstregulierung, aber in diesem Fall fürchte ich, dass wir damit nicht weiterkommen", sagte die für die Digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin der Zeitung.
Noch in diesem Jahr will Kroes demnach gemeinsam mit der Innenkommissarin Cecilia Malmström und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton eine Strategie für europäische Cybersicherheit vorlegen. Dem solle dann ein Gesetzentwurf folgen, der die Konsequenzen für Internet-Anbieter oder Betreiber von Rechenzentren regle.
"Es geht nicht darum, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben, sondern darum, voneinander zu lernen", sagte die 71-Jährige. Die Menschen müssten darauf vertrauen, dass neue Technologien wie etwa das Cloud Computing sicher seien. Andernfalls würde sich das Auslagern von Daten und Diensten ins Internet nicht durchsetzen. Europa würde damit nach Ansicht von Kroes die Chance vergeben, die lahmende Wirtschaft in Schwung zu bringen und den Spardruck auf die öffentliche Verwaltung zu mildern. Vom verstärkten Einsatz der Cloud-Technologien verspricht sich Kroes bis 2020 etwa 2,5 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze.
Vor einem halben Jahr hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) einen ähnlichen Vorschlag zur Meldepflicht für Hackerangriffe vorgebracht und war damit vor allem bei IT-Firmen auf Widerstand gestoßen. Vor knapp zwei Wochen hatte die Deutsche Telekom allerdings eine gemeinsame Sicherheitstruppe der Branche gefordert - auch ohne gesetzliche Meldepflicht.
nck/dapd/dpa