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27.01.2013
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Tod von Aaron Swartz

Anonymous droht US-Regierung mit Racheakten

AFP

Anonymous-Aktivisten: Die Guy-Fawkes-Maske aus Alan Moores Comic "V wie Vendetta" ist das offizielle Gesicht der Bewegung

Anonymous droht der US-Regierung mit Vergeltungsaktionen für den Selbstmord eines Internetaktivisten. Aaron Swartz war wegen Datendiebstahl angezeigt, ihm drohten bis zu 35 Jahre Haft. Anonymous bezeichnet solche drakonischen Strafen gegen Hacker als unverhältnismäßig.

Aus Rache für den Selbstmord des 26-jährigen Internetaktivisten Aaron Swartz hat die Hackergruppe Anonymous dem US-Justizministerium mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente gedroht. Die Gruppe teilte am Samstag mit, in die Internetseite der zum Ministerium gehörenden Sentencing Commission eingedrungen zu sein. Die Seite der unabhängigen Behörde, die Grundsätze für Strafbemessungen ausarbeitet, war offenbar am Samstag blockiert. Anonymous warf dem Ministerium vor, im Fall des jungen Internetaktivisten übertrieben hart vorgegangen zu sein.

Der als Internetgenie gefeierte Mitbegründer der Social-News-Webseite Reddit und des Online-Kommunikationstools RSS hatte sich kurz vor dem Beginn eines Strafprozesses wegen Datendiebstahls das Leben genommen. Swartz, der sich für den freien Zugang zu Inhalten im Internet einsetzte, wurde vorgeworfen, Millionen literarischer und wissenschaftlicher Artikel von einer kommerziellen Datenbank gestohlen zu haben. Er hatte die Daten mit Hilfe eines im Massachusetts Institute of Technology (MIT) versteckten Computers heruntergeladen. Ihm drohten bei einer Verurteilung bis zu 35 Jahre Haft sowie eine Geldbuße von 753.000 Euro.

In einem Video auf dem Internetportal YouTube kritisierte Anonymous scharf die "unverhältnismäßige strafrechtliche Verfolgung" von Hackern. Sie erklärte, auch in weitere Netze der Regierung eingedrungen zu sein und vertrauliche Dokumente kopiert zu haben: Sie habe "spaltbares Material für mehrere Atomsprengköpfe" für einen Angriff auf das Justizministerium und andere Regierungsbehörden gesammelt, die in die "Rechte und Freiheiten des Einzelnen" eingriffen. Das FBI leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen ein.

Anonymous ist keine Organisation mit festen Strukturen. Unter dem Namen treten Gruppen und Einzelpersonen auf, die sich oft zeitweilig zusammentun, um Anonymous-typische Aktionen zu organisieren. Wenn so ein Aufruf zu einer Anonymous-Aktion die Unterstützung der Anonymous-nahen Community gewinnt, wird daraus eine Aktion der informellen Gruppierung. Anonymous engagiert sich zum einen gegen die sogenannte Church of Scientology, zum anderen im Themenfeld Netzfreiheit und Datenschutz. Anonymous greift dabei häufig auf illegale Mittel wie Hacks oder Attacken auf Webseiten und Rechnernetzwerke zurück.

AFP/pat

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