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02.02.2013
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Cyber-Spionage

Hacker attackieren Twitter und "Washington Post"

dapd

Twitter-App: Beim Angriff waren Profis am Werk

Eine Viertelmillion Nutzer ist betroffen, die Angreifer gingen hochprofessionell vor: Auch der Kurznachrichtendienst Twitter ist nun Opfer einer Cyber-Attacke geworden, anscheinend wurden Zugangsdaten geraubt. Die "Washington Post" berichtet ebenfalls von systematischen Angriffen - dahinter soll China stecken.

San Francisco - "Der Angriff war nicht das Werk von Amateuren", schrieb Twitter in einem Blog. Er sei vielmehr sehr ausgefeilt gewesen.

Die Hacker hätten sich möglicherweise Nutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter und andere Daten von 250.000 Nutzern verschafft, erklärte Sicherheitsdirektor Bob Lord. Twitter habe die Zugangsdaten der betroffenen Nutzerkonten sicherheitshalber ungültig gemacht und die Kontoinhaber per Mail aufgefordert, neue Passwörter anzulegen. Twitter hat weltweit rund 200 Millionen Nutzer und ist neben Facebook eines der beliebtesten sozialen Netzwerke.

Zur Herkunft der Angreifer wollte sich Twitter nicht äußern. Die Angriffe hätten aber offenkundig Methode. Andere Unternehmen und Organisationen seien "in jüngster Zeit auf ähnliche Weise angegriffen worden".

Erst kürzlich wurden Attacken auf die "New York Times" und das "Wall Street Journal" bekannt. Beide Zeitungen gehen davon aus, dass die Angriffe ihren Ursprung in China haben.

Auch die "Washington Post" schreibt nun auf ihrer Website, Hacker hätten ihre Rechner angegriffen. Der Angriff ähnele den Attacken auf die "Times" und das "Wall Street Journal", heißt es in einem Beitrag auf der Website der US-Hauptstadtzeitung - Ursprung sei wohl ebenfalls China.

FBI ermittelt, fürchtet Bedrohung für "nationale Sicherheit"

Bei der "Post" sollen nach inoffiziellen Angaben zufolge ein Haupt-Server und diverse andere Rechner im Visier gewesen haben. Da offenbar Passwörter geraubt wurden, hätten die Hacker potentiell tief in das System der Zeitung eindringen können. Erste Angriffe sollen 2008 oder 2009 durchgeführt worden sein. Es dauerte demnach bis 2011, bis sie entdeckt und unterbunden wurden.

Ein früherer Reporter der "Washington Post", Brian Krebs, berichtet in seinem Blog, der Verlag habe einen seiner Server dem Sicherheitsdienst NSA und dem Verteidigungsministerium übergeben. Für ein Medienunternehmen, das auf Distanz zur Regierung und Quellenschutz bedacht ist, wäre dies ein ungewöhnlicher Schritt.

Beim "Wall Street Journal" und der "New York Times" ging es offenbar darum, die Berichterstattung der Zeitungen über China zu überwachen. Das "Journal", das zur News Corp. von Rupert Murdoch gehört, sieht in den Angriffen ein weit verbreitetes Phänomen. Es seien auch andere große Medien davon betroffen wie die Finanznachrichten-Spezialisten Bloomberg und Thomson Reuters.

Die Bundespolizei FBI ermittle in der Sache seit mehr als einem Jahr. Das FBI erwäge sogar, den Fall als Bedrohung für die nationale Sicherheit einzustufen.

In den USA wird immer wieder über chinesische Hacker-Angriffe auf Unternehmen und Behörden berichtet, darunter der Rüstungskonzern Lockheed Martin, Google mit seinem E-Mail-Dienst Gmail, der IT-Sicherheitsspezialist RSA sowie die US-Handelskammer. Offizielle Stellen in China weisen die Vorwürfe stets zurück.

itz/Reuters/AFP/dpa-AFX

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insgesamt 38 Beiträge
1. Wann?
krassmann 02.02.2013
Wann wird zurück gehackt? Kommt der Cyber Gegenschlag? Wie lange schaut Obama sich das noch an?
Wann wird zurück gehackt? Kommt der Cyber Gegenschlag? Wie lange schaut Obama sich das noch an?
2. Angriffe aus China?
humble_opinion 02.02.2013
Ich lese bei Berichten über Cyberangriffe auf westliche Unternehmen 'immer', diese stammen (wahrscheinlich?) aus China. Ist das nun ein Verdacht oder gibt es Beweise dafür? Im Zeitalter der Desinformation muss man ja auch [...]
Ich lese bei Berichten über Cyberangriffe auf westliche Unternehmen 'immer', diese stammen (wahrscheinlich?) aus China. Ist das nun ein Verdacht oder gibt es Beweise dafür? Im Zeitalter der Desinformation muss man ja auch immer fragen: oder stecken Geheimdienste o.ä. dahinter, die bestimmte Eindrücke erwecken wollen?
3. Wann?
krassmann 02.02.2013
Wann wird zurück gehackt? Kommt der Cyber Gegenschlag? Wie lange schaut Obama sich das noch an?
Wann wird zurück gehackt? Kommt der Cyber Gegenschlag? Wie lange schaut Obama sich das noch an?
4.
c218605 02.02.2013
"Zur Herkunft der Angreifer wollte sich Twitter nicht äußern." "Erst kürzlich wurden Attacken auf die "New York Times" und das "Wall Street Journal" bekannt. Beide Zeitungen gehen davon [...]
"Zur Herkunft der Angreifer wollte sich Twitter nicht äußern." "Erst kürzlich wurden Attacken auf die "New York Times" und das "Wall Street Journal" bekannt. Beide Zeitungen gehen davon aus, dass die Angriffe ihren Ursprung in China haben." Und hier gilt: Die Zeitungen *gehen davon aus* ... Das sind also lediglich Vermutungen. Für Twitter lässt sich keine vergleichbare Aussage treffen. Aber Hacker-Angriffe aus China sind immer gut um Aufmerksamkeit auf einen Artikel zu lenken. Bleibt klassisch. Natürlich gibt es in China die entsprechenden Kapazitäten und das Know-How um solche Angriffe durchzuführen, aber man bedenke dass *kein* professioneller Angreifer direkte Verbindungen zu seinem Ziel aufbauen würde. Im Klartext: Die Angriffe werden mit Sicherheit über verschiedene Länder geroutet. Wenn dabei der letzte Sichtbare Knotenpunkt China war, dann kamen die Angriffe eben aus China. Ich will nicht behaupten es seien keine chinesischen Angriffe, aber es gibt bei diesem Thema einfach zu viele Unklarheiten als dass einfach konkrete Aussagen getroffen werden könnten. Bei einer langen Angriffskette über verschiedenste Länder wird es extrem schwierig die Angreifer zu identifizieren.
5. böse, böse
bf3 02.02.2013
Chinesen! Es ist doch so einfach, ein neues Feindbild zu vermitteln. Wenn interessiert eigentlich Twitter? Ist dieser Dienst System relevant? Hier wird wieder Stimmung für eine Umfassende Überwachung des Internets gemacht. Und [...]
Chinesen! Es ist doch so einfach, ein neues Feindbild zu vermitteln. Wenn interessiert eigentlich Twitter? Ist dieser Dienst System relevant? Hier wird wieder Stimmung für eine Umfassende Überwachung des Internets gemacht. Und was Angriffe per Datenkabel betrifft, sind die USA ja auch nicht gerade Anfänger.

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Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
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Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
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Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

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