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17.02.2013
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Reiserecht für Regierungskritikerin

Bloggerin Yoani Sánchez verlässt Kuba

AFP

20-mal hat ihr die Regierung die Ausreise verwehrt, jetzt schafft sie es durch die Passkontrolle: Die berühmte kubanische Bloggerin Yoani Sánchez verlässt Kuba. Ihr Aufbruch wurde im Netz Schritt für Schritt begleitet. Ihr Ziel: in achtzig Tagen um die Welt.

Havanna - Kubas wohl berühmteste Regierungskritikerin verlässt das Land: Die Bloggerin Yoani Sánchez begibt sich auf Weltreise, knapp drei Monate lang will sie außer Landes sein. Darauf hat sie lange warten müssen. Insgesamt 20 Mal innerhalb von fünf Jahren hat die kubanische Regierung ihre die Ausreise verwehrt.

Die 37-Jährige gilt als eine der bekanntesten Bloggerinnen der Welt. In ihrem Blog "Generación Y" hat sie immer wieder die Politik Kubas und die Lebensumstände im Land kritisiert und wurde dafür verhaftet. Da die meisten Kubaner keinen Internetanschluss haben, ist sie vor allem im Ausland bekannt und geschätzt: Hunderttausende folgen ihr auf Twitter, sie gewann Preise und wurde zur Protagonistin eines Dokumentarfilms.

Vor zwei Wochen erhielt sie ihren Reisepass, nachdem in Kuba ein neues Gesetz zur Reisefreiheit in Kraft getreten war. Zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert wurden den Kubanern damit Auslandsbesuche ohne Sondergenehmigung erlaubt.

In 80 Tagen um die Welt

Am Sonntag machte sich nun auch Sánchez auf den Weg - unter großer Anteilnahme. Schritt für Schritt wird ihre Ausreise am Flughafen begleitet, von den Kameras der Nachrichtenagenturen, von Freunden, Lesern und Followern im Netz. Auf Twitter wird ihr Abschied in vielen verschiedenen Sprachen bejubelt, es werden Beweisfotos gepostet, die belegen, dass sie es problemlos durch die Kontrollen am Flughafen von Havanna geschafft hat.

Sánchez möchte in 80 Tagen um die Welt. Zwölf Länder möchte sie in dieser Zeit besuchen, zunächst geht es nach Brasilien, später unter anderem nach Argentinien, Peru, Mexiko, die USA, Spanien, Italien und Polen. Auch ein Besuch in Deutschland soll geplant sein.

Die Bloggerin gilt als Pionierin des Landes beim Nutzen der sozialen Netzwerke und will nach eigenen Angaben auf ihrer Reise die Hauptsitze von Google, Twitter und Facebook besuchen. Auch will sie in verschiedenen Medienhäusern "lernen, wie die moderne Presse funktioniert."

Ihren Fans und Unterstützen hat sie versprochen, auch von unterwegs fortwährend zu twittern. Bisher hält sie Wort: "Ich habe es durch die Passkontrolle geschafft, jetzt muss ich nur noch das Flugzeug besteigen und abheben", schreibt sie zum Beispiel. In einem weiteren Tweet heißt es: "Ehrlich gesagt haben meine Knie nicht aufgehört zu zittern."

Sánchez ist eine von Kubas Regierungskritikern, die unter den neuen Reisebestimmungen einen Pass bekommen haben. Einigen unbekannteren Dissidenten blieb dieses Recht allerdings verwehrt. Die bekannte Bloggerin hat deshalb das neue Gesetz dafür kritisiert, nicht allen Kubanern das Reiserecht einzuräumen. "Aber ich werde es voll ausnutzen", sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Flughafen.

juh/Reuters

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insgesamt 49 Beiträge
1. Felicidades Yoani!
archivdoktor 17.02.2013
Glückwunsch Yoani - hoffe, die Kommunisten lassen dich auch wieder einreisen, sollte dich die Sehnsucht wieder mal nach Havanna führen!
Zitat von sysop<div class="spClearfix"><span class="sysopImage"><img src="http://cdn1.spiegel.de/images/image-462290-thumb-pyxe.jpg" /><span class="spCredit">AFP</span></span><span id="sysopText">20-mal hat ihr die Regierung die Ausreise verwehrt, jetzt schafft sie es durch die Passkontrolle: Die berühmte kubanische Bloggerin Yoani Sánchez verlässt Kuba. Ihr Aufbruch wurde im Netz Schritt für Schritt begleitet. Ihr Ziel: in achtzig Tagen um die Welt. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/regierungskritische-bloggerin-yoani-sanchez-verlaesst-kuba-a-883935.html</span></div>
Glückwunsch Yoani - hoffe, die Kommunisten lassen dich auch wieder einreisen, sollte dich die Sehnsucht wieder mal nach Havanna führen!
2. überlegenes System muss Bürger einsperren?
neue_mitte 17.02.2013
Wieso hat ein angeblich dermaßen überlegenes System so etwas nötig? Die Reisefreiheit ist ein dermaßen hohes Gut, davon können viele Ostler ein Lied singen. Wieso sperrt man Leute im eigenen Land ein? Doch nicht, weil [...]
Zitat von sysop<div class="spClearfix"><span class="sysopImage"><img src="http://cdn1.spiegel.de/images/image-462290-thumb-pyxe.jpg" /><span class="spCredit">AFP</span></span><span id="sysopText">20-mal hat ihr die Regierung die Ausreise verwehrt, jetzt schafft sie es durch die Passkontrolle: Die berühmte kubanische Bloggerin Yoani Sánchez verlässt Kuba. Ihr Aufbruch wurde im Netz Schritt für Schritt begleitet. Ihr Ziel: in achtzig Tagen um die Welt. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/regierungskritische-bloggerin-yoani-sanchez-verlaesst-kuba-a-883935.html</span></div>
Wieso hat ein angeblich dermaßen überlegenes System so etwas nötig? Die Reisefreiheit ist ein dermaßen hohes Gut, davon können viele Ostler ein Lied singen. Wieso sperrt man Leute im eigenen Land ein? Doch nicht, weil alle so überzeugt sind, widerlich. Wenn ich solch einem Land leben müsste, würde ich hoffen, dass ich schon geistig durchdoktriniert bin, damit ich das Gefängnis nicht mitbekomme. Spontan nach Frankreich, Sylvester in CZ, im Winter nach Südspanien... ich schätze die Reisefreiheit ganz hoch ein. Und jetzt kommt mir keiner hier mit unseren ach so viiielen Armen, die durch den Kapitalismus angeblich de facto einer Reisebeschränkung unterliegen. Um Himmels Willen, was kostet heute ein Flugticket? Und selbst wenn es 10% nicht könnten, muss man es gutheißen, wenn in Kuba, DDR & Co. 100% nicht rauskönnen. Pfui.
3. nur mal eine Frage
koelnrio 17.02.2013
Ich freue mich für sie, frage mich allerdings, woher sie das Geld hat, 12 Länder zu bereisen. Wer finanziert sie?
Ich freue mich für sie, frage mich allerdings, woher sie das Geld hat, 12 Länder zu bereisen. Wer finanziert sie?
4.
Rubeanus 17.02.2013
Sozialismus funktioniert nur, wenn die Leute nicht einfach abhauen können.
Sozialismus funktioniert nur, wenn die Leute nicht einfach abhauen können.
5.
h.hass 17.02.2013
Ah ja, Kuba... the Land of the Free! Unsere Castro-Sympathisanten wissen natürlich, dass Reisefreiheit eigentlich gar nicht so wichtig ist und man lieber im Land bleibt, um den Sozialismus aufzubauen.
Ah ja, Kuba... the Land of the Free! Unsere Castro-Sympathisanten wissen natürlich, dass Reisefreiheit eigentlich gar nicht so wichtig ist und man lieber im Land bleibt, um den Sozialismus aufzubauen.

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