Schrift:
Ansicht Home:
Netzwelt

Globale Digitalisierung

Ist das autoritäre China bald uneinholbar?

Die digitale Zukunft entsteht in China, schreibt unser Kolumnist Sascha Lobo. Wie aber kann Europa ein demokratisches Gegenmodell finden? In seinem Podcast reagiert Lobo auf Leser-Feedback.

AFP

Junge mit Roboter in der chinesischen Provinz Daqing

Sonntag, 15.07.2018   16:14 Uhr

Wir wollen unser Podcast-Angebot noch besser machen, dafür brauchen wir Ihren Input! Nehmen Sie sich bitte ein paar Minuten Zeit für unsere Podcast-Umfrage. Vielen Dank!

Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #48. Digitalisierung in China: Das autoritäre Erfolgsmodell

"Demokratisch" bedeutet oft "langsam": Diese Feststellung trifft Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne, in der er über die Digitalisierung in China schreibt. "China ist nicht trotz, sondern wegen seiner autoritären Gesellschaftsform digital so erfolgreich", glaubt Lobo. Die europäischen Demokratien müssten nachziehen mit Gegenmodellen.

In seinem Podcast zur Kolumne geht Lobo auf ausgewählte Leserkommentare ein.

Wie und wo kann ich den Podcast abonnieren?

Sie finden "Sascha Lobo - Der Debatten-Podcast von SPIEGEL ONLINE" in der Regel sonntags auf SPIEGEL ONLINE (einfach oben auf den roten Play-Button drücken) und auf Podcast-Plattformen wie iTunes, Spotify, Deezer oder Soundcloud. Sie können den Podcast aber auch auf Ihr Smartphone, Tablet oder Ihren Computer herunterladen. So können Sie ihn jederzeit abspielen - auch wenn Sie offline sind.

Wenn Sie keine Folge verpassen wollen, sollten Sie den Podcast von Sascha Lobo abonnieren, es kostet nichts.

Falls Sie diesen Text auf einem iPhone oder iPad lesen, klicken Sie hier, um direkt in Apples Podcast-App zu gelangen. Klicken Sie auf den Abonnieren-Button, um gratis jede Woche eine neue Folge direkt auf Ihr Gerät zu bekommen.

Falls Sie ein Android-Gerät nutzen, können Sie sich eine Podcast-App wie Podcast Addict, Pocket Casts oder andere herunterladen und dort "Sascha Lobo - Der Debatten-Podcast von SPIEGEL ONLINE" zu Ihren Abos hinzufügen.

gru

insgesamt 21 Beiträge
lathea 15.07.2018
1. China nähert sich immer mehr.....
.....einem Orwell'schen Überwachungsstaat. Wir sollten genauer hinschauen, in welche Firmen die chinesischen, meistens der Regierumgsfamilie nahe stehenden Investoren bei uns ihr Geld hineinstecken und mehrheitlich Übernahmen [...]
.....einem Orwell'schen Überwachungsstaat. Wir sollten genauer hinschauen, in welche Firmen die chinesischen, meistens der Regierumgsfamilie nahe stehenden Investoren bei uns ihr Geld hineinstecken und mehrheitlich Übernahmen genauso unterbinden, wie es in den meisten anderen Ländern und wie es auch in China ist. Demokratie fusst auf Bildung und demokratischer Erfahrung. Wir können für mehr und bessere Bildung über Demokratie sorgen und damit schon im Kindergarten anfangen. Und wir sollten die wirtschaftlichen Weichen zielgerichtet stellen, um Konkurrenzprodukte innerhalb der EU zu entwickeln und zu fördern. Dazu gehört auch eine vernünftige und EU-einheitliche Besteuerung.
a.maassen 16.07.2018
2. China liefert die Blaupause ...
für den Überwachungsstaat 3.0. Staatliche Zensur auf allen Ebenen. Und europäische Politiker finden die dort zur Anwendung gelangenden Instumente auch nicht so schlecht. Natürlich nur um "Terrorismus und [...]
für den Überwachungsstaat 3.0. Staatliche Zensur auf allen Ebenen. Und europäische Politiker finden die dort zur Anwendung gelangenden Instumente auch nicht so schlecht. Natürlich nur um "Terrorismus und Pornographie" zu bekämpfen. Und wenn die Überwachungsinfrastruktur einmal steht, dann werden die Überwachungsbegehrlichkeiten schnell immer weiter gefaßt. Die Argumente dafür sind immer wohlfeil. Auf der Strecke bleibt die Freiheit.
jjcamera 16.07.2018
3. Sintflut
Ein autoritäres System wie China muss nicht in 'alle 4 oder 5 Jahre Wahl-Zeiträumen' denken, sondern denkt in Jahrhunderten. Das ist zwangsläufig erfolgreicher, weil nur so entscheidende und nötige gesellschaftliche [...]
Ein autoritäres System wie China muss nicht in 'alle 4 oder 5 Jahre Wahl-Zeiträumen' denken, sondern denkt in Jahrhunderten. Das ist zwangsläufig erfolgreicher, weil nur so entscheidende und nötige gesellschaftliche Umwälzungen mit Langzeitwirkung möglich sind. Das beste Beispiel für das Scheitern der Demokratien zeigt sich derzeit in den USA. Die ungebildete Mehrheit der Bevölkerung wählt einen Staatsführer, der als erstes alle bisherigen, von klugen Leuten ausgedachten Gesetze aushebelt und Verträge kündigt, der kein Konzept für die Zukunft hat, weil er nur eines braucht, mit dem er sich in seiner Amtszeit bereichern kann. Nach ihm die Sintflut. China ist Zukunft, Demokratien sind Vergangenheit. Die Uneinigkeit in der EU, die letzten Endes sie zum Fall bringen wird, ist ebenfalls ein typisches Problem von Demokratien. Man kann nicht wirklich große, komplexe und manchmal schmerzhafte Entscheidungen mit Langzeitwirkungen "vom Volk" treffen lassen. Das Volk entscheidet sich, so wie in Italien, in der Türkei oder in den USA immer eher für die einfach gestrickten Sprücheklopfer, als für hochintelligente Fachleute.
Prinzen Paule 16.07.2018
4. Wäre möglich gewesen
Doch leider haben wir erst durch unsere Sparpolitik vergessen unser Netzwerk auszubauen und zu stabilisieren dass wir ins Hintertreffen geraten sind. Gut sieht man das bei Mobilfunk wo wir in Deutschlands auf dem flachen Land [...]
Doch leider haben wir erst durch unsere Sparpolitik vergessen unser Netzwerk auszubauen und zu stabilisieren dass wir ins Hintertreffen geraten sind. Gut sieht man das bei Mobilfunk wo wir in Deutschlands auf dem flachen Land sogar nachher große Städte extreme Löcher Netzwerk haben. Die leeren Versprechen der Politik diese Lücken zu füllen wurden wieder mal durch geschickte Taktik umgangen. Es heißt das flächendeckend das Mobilfunknetz ausgebaut wird was nur stimmt wenn man in Ortschaften oder Städten wohnt. DortWo keine Ortschaften oder Städte sind hat man weiterhin kein Netz. Das merkt man auf Autobahnen und Straßen oder wenn man mit dem Zug unterwegs ist in Deutschland.
gluonball 16.07.2018
5.
Ich würde das unter Vorbehalt nicht so schwarz sehen. Unser großes Problem ist, dass wir die Demokratie nicht weiterentwickeln. Durch viele schlechte Wahlen von Volksvertreter hat sich ja auch gezeigt, dass die Menschen [...]
Zitat von jjcameraEin autoritäres System wie China muss nicht in 'alle 4 oder 5 Jahre Wahl-Zeiträumen' denken, sondern denkt in Jahrhunderten. Das ist zwangsläufig erfolgreicher, weil nur so entscheidende und nötige gesellschaftliche Umwälzungen mit Langzeitwirkung möglich sind. Das beste Beispiel für das Scheitern der Demokratien zeigt sich derzeit in den USA. Die ungebildete Mehrheit der Bevölkerung wählt einen Staatsführer, der als erstes alle bisherigen, von klugen Leuten ausgedachten Gesetze aushebelt und Verträge kündigt, der kein Konzept für die Zukunft hat, weil er nur eines braucht, mit dem er sich in seiner Amtszeit bereichern kann. Nach ihm die Sintflut. China ist Zukunft, Demokratien sind Vergangenheit. Die Uneinigkeit in der EU, die letzten Endes sie zum Fall bringen wird, ist ebenfalls ein typisches Problem von Demokratien. Man kann nicht wirklich große, komplexe und manchmal schmerzhafte Entscheidungen mit Langzeitwirkungen "vom Volk" treffen lassen. Das Volk entscheidet sich, so wie in Italien, in der Türkei oder in den USA immer eher für die einfach gestrickten Sprücheklopfer, als für hochintelligente Fachleute.
Ich würde das unter Vorbehalt nicht so schwarz sehen. Unser großes Problem ist, dass wir die Demokratie nicht weiterentwickeln. Durch viele schlechte Wahlen von Volksvertreter hat sich ja auch gezeigt, dass die Menschen wenig Anhaltspunkte haben um die Fähigkeiten der Regierenden einzuschätzen. So kann sich einer hinstellen und das blaue vom Himmel behaupten und der Bürger weiß nun nicht wer Recht hat. Es braucht einen Fähigkeitstest für Politiker. Je nach Aufgabenbereich müssen sie geprüft werden. Z.B. Verkehr - müssten sie einem Gremium von Bahnarbeitern/Busfahrern/Verkehrsplanern usw. Rede und Antwort stehen. Mir ist das erst deutlich geworden, als ich gemerkt habe wie oft man seine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss wenn man einen Job als Tarifangestellten haben will. Und man dann realisiert, dass der höhste Chef genau nichts davon muss. Wie soll denn unter solchen Umständen ein Staat weitsichtig regiert werden? Das wäre ja ein Wunder.

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP