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Netzwelt

Debatte um den Dieselgipfel

Wie schlimm sind Deutschlands Autobauer?

In seiner Kolumne "Mensch-Maschine" erklärte Sascha Lobo kürzlich, warum der Dieselgipfel ein gutes Symbol für die deutsche Zögerlichkeit im Digitalen ist. In seinem Podcast antwortet er kritischen Lesern.

SPIEGEL ONLINE
Montag, 07.08.2017   16:46 Uhr

Unter dem Titel "Deutschland, das Gelobte Land des Dinglichen" hat sich Sascha Lobo vergangenen Mittwoch mit dem Dieselgipfel beschäftigt - und mit der Frage, was der Gipfel über die deutsche Innovationskraft aussagt.

Über einen Rückblick auf einen Elektroauto-Test auf der Insel Rügen in den Neunzigerjahren gelangte Lobo zu dem Ergebnis: Die deutschen Autohersteller klammern sich verzweifelt an die Technologie des Verbrennungsmotors, weil man hier einen Technologievorsprung gegenüber der Konkurrenz hat. Kommt das Elektroauto, ist der futsch. Dieser Einsicht verweigert man sich aber, statt mit neuen Ideen fürs Digitalzeitalter zu punkten.

Lobo schreibt: "Deutschland ist das Gelobte Land des Dinglichen. Das Virtuelle wird tendenziell gering geschätzt. Schon zu erkennen an den bizarren digitalen Benutzeroberflächen deutscher Automobile mit einer Usability wie von klingonischen Sadisten erdacht."

Zahlreiche Leserinnen und Leser haben Lobos Kolumnenthema kontrovers im Forum von SPIEGEL ONLINE und darüber hinaus debattiert. In Folge drei seines neuen Debatten-Podcasts - ausnahmsweise Montag und nicht am Freitag veröffentlicht - reagiert Lobo auf das Feedback seiner Leser.

Hier können Sie die neue Folge anhören:

Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #3. Dieselgipfel: Deutschland, das Gelobte Land des Dinglichen

Eine Kommentatorin etwa schreibt, dass es in Deutschland eine "mangelnde Bereitschaft, Fehler zuzulassen" gebe - eine Abkehr vom Diesel falle auch deshalb schwer.

Ein anderer Leser fragt, wo denn bei als innovativ geltenden Firmen wie Tesla das neue Mobilitätskonzept sei. "Tesla verkauft teure Autos, nur mit E-Motor anstatt Verbrenner. Beim Thema Carsharing engagiert sich Tesla null, das machen vor allem deutsche Autobauer." Der Kommentator schreibt außerdem: "Man merkt, Herr Lobo sieht die Welt nur durch die IT-Brille."

Dass die deutschen Autos laut Lobo eine schlechte Benutzeroberfläche für ihre digitalen Dienste zu bieten haben, will ein weiterer Leser so nicht stehen lassen. "Mit ist kein Hersteller bekannt, dessen Infotainment-System sich nur annähernd so gut bedienen lässt wie die von BMW, Audi und VW. Das Gleiche gilt für die Sprachsteuerung."

In seinem Podcast geht Kolumnist Lobo auf diese und weitere Leserreaktionen ein.

Um diese Kolumne geht es in Sascha Lobos Podcast

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gru

insgesamt 8 Beiträge
juergenhesse 07.08.2017
1. Andere Erfahrungen von Kanada.
Als glueckliche Golf Diesel Besitzer hier, haben wir 3 Moeglichkeiten, unser "Dieselproblem" anzugehen. 1. Einmalige Abfindung von ungefaehr $6000 und spaetere Umruestung. 2. Weiterfahren, wie bisher. 3. Eintausch [...]
Als glueckliche Golf Diesel Besitzer hier, haben wir 3 Moeglichkeiten, unser "Dieselproblem" anzugehen. 1. Einmalige Abfindung von ungefaehr $6000 und spaetere Umruestung. 2. Weiterfahren, wie bisher. 3. Eintausch gegen einen neuen Wagen. Diesel wird in Kanada leider nicht mehr verkauft. Wir, pensionert, ohne lange Anfahrt zur Arbeit, fanden den e-Golf sehr attrakiv, zumal wir einen Zuschuss vom Gov.of Ontario in der Hoehe von $14.000 bekommen. Die noetige, in Haus, Ladestation wird mit $600 subventioniert. Darauf machten wir eine Probefahrt und ich muss sagen, meine Frau und ich waren beeindruckt. Leider, dank grosser Nachfrage, verzoegert sich die Auslieferung bis Mai. Wir koennen, nach Kaufvertrag Abschluss, unseren Golf bis zur Auslieferung ohne Abwertung weiterfahren. Ich bin nur erstaunt, wieso man so eine niedrige Meinung von der deutschen e-Technologie hat. Der Prius, dazu verglichen, ist doch keine Konkurrenz. Opel, sprich Ampera, ist auch keine Konkurrenz. Es gibt doch wohl kein e-Mobil, dass 200kM Reichweite mit einer Ladung hat. In Toronto gibt es ungefaehr 100 Ladestationen vom Typ 1,2,3. Die Schnelladung (45min), wird auf die Dauer nicht empfohlen. Batterien :Panasonic, die einzige japanische Marke, der ich traue. Samsung, mit ihren feuergefaehrlichen Smartphone koennte man doch nicht empfaehlen. Der Super amerikanische Sportwagen fuer $200,000 benutzt auch Panasonic.
jaspertk 07.08.2017
2. Sind Deutsche Autohersteller besser oder ..
schlechter. Nein im prinzip sind sie sicher besser. Allerdings in Punkte PR aber insb. Kooperation und Erkennen von juristischen Themen mangelhaft. Die neue zugelassenen PKWs von Daimler (E220d) und BMW (520d) sind auch im [...]
schlechter. Nein im prinzip sind sie sicher besser. Allerdings in Punkte PR aber insb. Kooperation und Erkennen von juristischen Themen mangelhaft. Die neue zugelassenen PKWs von Daimler (E220d) und BMW (520d) sind auch im Realtest sogar unter den Forderungen E6 geblieben. Darum nur die Frage: WARUM nicht gleich so. Warum hat VW 4 Jahre versucht die US Behörden hinter das Licht zu führen? Bei den ausländischen Herstellern mangelt es am Willen durchzugreifen. Ja, ggf. wäre das Europäische Konsens-Zulassungsprinziep in Gefahr. Nur es kann nicht sein dass FIAT und andere Dieselhersteller sich tot stellen. Aber was dem einen sein Uhl ist dem Anderen sein Nachtigall! Aber nur die einheimische Autoindustrie anzuklagen wäre falsch. Hier sollte auch Herr Dobrint in Brüssel mal aktiv werden (aber es kommt/ist Sommerpause!) Schade... insg. Chance versäumt. Ausbaden muss es zum einen der Käufer/Besitzer von belasteten PKWs aber auch die Mitarbeiter der Hersteller. Auf deren Rücken wird sicher die nächste Sparrunde eingeläutet. Zum Schluss noch ggf. der Aktionär (wie auch ich) ... aber das muss man aushalten oder juristische Schritte einleiten.
denkdochmal 07.08.2017
3. Es sind die Verantwortlichen...
die Manager der deutschen Autoindustrie, die bestimmen, was wie entwickelt und vertrieben wird. Sieht man die Fortschritte, die rund um in Sachen Luftreinhaltung und E-Mobilität gemacht werden, erkennt man, daß die deutschen [...]
die Manager der deutschen Autoindustrie, die bestimmen, was wie entwickelt und vertrieben wird. Sieht man die Fortschritte, die rund um in Sachen Luftreinhaltung und E-Mobilität gemacht werden, erkennt man, daß die deutschen Autobauer sich vornehm hintan gestellt haben und aufpassen, daß niemand zurück bleibt. Das Einzige, mit dem sie den Rest der Welt leicht überflügeln, ist dummdreiste Arroganz, die sie bei dem ebensolchen "Diesel-Gipfel" ;-) an den Tag gelegt haben. Diesem Volk müssen die Reifen angezogen werden, wie es in den USA geschieht. Die liebedienerische Politik hält ihnen dabei den Steigbügel. (Barock-Händchen??? ) Was glauben diese Herrschaften eigentlich, wer sie sind? Meinen die allen Ernstes, die Welt wartet auf die ach so gloriose Autoindustrie, die ihnen den Weg zeigt? Nein. Man wird diesen Ignoranten zeigen, daß man auf sie nicht angewiesen ist. Die Schande ist, daß diese Leute wieder einen Job bekommen um weitere Firmen platt zu machen (dafür gibt's ja Boni!! ;-)). Leidtragende sind die Beschäftigten. So gesehen muß die Frage nicht lauten:" Wie schlimm sind Deutschlands Autobauer?", sondern eher :"Wie dumm sind sie!"
ghdh 07.08.2017
4. Traum vom Elektroauto
Es wäre schön, wenn Elektroautos Umweltprobleme lösen könnten. Aber das ist nicht der Fall. Der Strom zum Fahren kommt überwiegend von Kohle- und Kernkraftwerken und die Batterieherstellung und deren spätere Entsorgung ist [...]
Es wäre schön, wenn Elektroautos Umweltprobleme lösen könnten. Aber das ist nicht der Fall. Der Strom zum Fahren kommt überwiegend von Kohle- und Kernkraftwerken und die Batterieherstellung und deren spätere Entsorgung ist ökologisch nicht zu verantworten. Die Ökobilanz des optimierten Diesel ist weitaus besser. Auf die ökologische Optimierung des Diesels sollten sich die Autohersteller und die Regierung verständigen und die Medien sollten die ökologischen Probleme des Elektroautos nicht verschweigen.
Nobody X 07.08.2017
5. Oh Mann, Herr Lobo
So wichtig eine "gute Benutzeroberfläche für digitale Dienste" für Sie auch sein man - ich möchte mit der Karre namens Auto in erster Linie von A nach B kommen - und das möglichst zuverlässig. Dazu brauche ich eine [...]
So wichtig eine "gute Benutzeroberfläche für digitale Dienste" für Sie auch sein man - ich möchte mit der Karre namens Auto in erster Linie von A nach B kommen - und das möglichst zuverlässig. Dazu brauche ich eine "gute Benutzeroberfläche für digitale Dienste" am allerwenigsten.

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