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Netzwelt

Podcast zum Digitalpakt

Ein altersarrogantes Schauspiel

Die Regierungsparteien halten sich für vernunftgetrieben, schrieb Sascha Lobo. Doch beim Digitalpakt führten sie "ein beschämendes Machtspiel" auf. Im Podcast fragt er, ob die deutsche Politik jugendfeindlich ist.

OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Bundesrat in Berlin

Sonntag, 03.02.2019   10:19 Uhr

Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #77 -Digitalpakt: Kritik an der alten Vernunft

Die Bundesländer blockieren eine Einigung zum Digitalpakt für Deutschlands Schulen, obwohl sie ihn eigentlich alle wollen. Der Pakt sei zwar inhaltlich bestenfalls halbherzig und seit 15 Jahren überfällig, schrieb Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne, aber das politische Gezerre darum sei ein "ein altersarrogantes Schauspiel" zu Lasten der Jugend.

Dass sich die Regierungsparteien trotzdem ständig als "Stimmen der Vernunft" bezeichnen, macht Lobo besonders wütend: "Eure Vernunft der Alten ist nicht die Vernunft der Jungen". Die Strafe werde folgen, in Form von Missachtung durch die kommenden Generationen.

In seinem Podcast zur Kolumne geht Sascha Lobo der Frage nach, ob die deutsche Politik jugendfeindlich ist - und wenn ja, warum. Außerdem diskutiert er in dieser Folge mit Samira El Ouassil, die unter anderem für "Übermedien" schreibt.

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insgesamt 28 Beiträge
nurEinGast 03.02.2019
1.
jugendfeindlich ist vielleicht nicht das richtige Wort. Fortschrittsfeindlich oder- nett ausgedrückt: konservativ-trifft es vielleicht eher. Denn wenn man sich mal so umschaut auf dem Globus, dann wird Deutschland gerade in [...]
jugendfeindlich ist vielleicht nicht das richtige Wort. Fortschrittsfeindlich oder- nett ausgedrückt: konservativ-trifft es vielleicht eher. Denn wenn man sich mal so umschaut auf dem Globus, dann wird Deutschland gerade in sehr vielen Bereichen abgehängt. Entwicklung und Fortschritt beim Fahrzeugbau (Stichwort Klima) findet woanders statt, Magnetschwebebahnen fahren woanders, Internet und Mobiltelefonie sind sogar in Afrika besser ausgebaut als hier. Deutschland ist meiner Meinung nach seit langem dabei, das Rennen um die Zukunft zu verlieren. Keine Visionen, keine Ambitionen, nur Besitzstandswahrung, Selbstbedienung und Korruption bei den verantwortlichen Entscheidungsträgern. Ich denke, auf lange Sicht wird diese Politik uns allen noch enorme Sorgen bereiten.
Outdated 03.02.2019
2. Die Deutsche Politik ist komplett auf die Vergangenheit ausgerichtet.
Wir leben gerade in einer unglaublich turbolenten Zeit in der die Weichen fürs nächste Jahrhundert gestellt werden und unsere Politik ist, ohne jeden zwang, visionslos. Wir lassen die EU verkommen, die armen leiden, wir spalten [...]
Wir leben gerade in einer unglaublich turbolenten Zeit in der die Weichen fürs nächste Jahrhundert gestellt werden und unsere Politik ist, ohne jeden zwang, visionslos. Wir lassen die EU verkommen, die armen leiden, wir spalten unser eigenes Land und all das in einer Zeit in der wir anscheinend besser da stehen als die meisten. Anstatt zu führen reagieren wir nur und glauben das mit Rentenreformen alles zu regeln sei. Meine Generation und meine Kinder dürfens dann ausbaden... schönen dank auch, aber wenn es eine Befriedigung für mich gibt, dann die folgende. Von "eurem" politischen erbe wird wenig bleiben, dafür sorgt "ihr" ganz alleine.
alpinium 03.02.2019
3. Seit den 1980er Jahren
betreiben CDU/CSU Zukunft-Sabotage und der Bürger, besonders die jungen Wähler bemerken es nicht. In den 80igern wurde der, von der SPD unter Helmut Schmidt, begonnene Breitbandausbau mit Glasfaser zugunsten von Kupfer gestoppt. [...]
betreiben CDU/CSU Zukunft-Sabotage und der Bürger, besonders die jungen Wähler bemerken es nicht. In den 80igern wurde der, von der SPD unter Helmut Schmidt, begonnene Breitbandausbau mit Glasfaser zugunsten von Kupfer gestoppt. Die Energiewende behindert bis abgeschafft und hecktisch wegen drohender Wahlniederlagen (die nicht verhindert wurden) wieder halbherzig fortgeführt, aber zum Schaden des Steuerzahlers. Dabei wurde die Technologieführerschaft in den Erneuerbaren verschenkt. Seit 15 Jahren wird der dringende Ausbau der Fest- und Mobilnetze verschlafen. In Sachen alternative Antriebstechnologien für Autos überlässt man auch lieber das Feld anderen. Keine Initiativen der Politik, dass die deutsche Automobilwirtschaft mal den Ar... hochbekommt. Wer als junger Mensch weiterhin den Konservativen den Weg bereitet braucht sich nicht wundern, wenn er keine Zukunft mehr hat, für seine Kinder oder noch später für seine Enkel.
claus7447 03.02.2019
4. Die Frage ist
Ist der Föderalismus in allen Bereichen noch richtig? Bei der Gründung der Bundesrepublik waren die negativen Auswirkungen, die Verstaatlichung quer durch die Republik im Fokus. Mit dem Föderalismuskonzept stärkte man die [...]
Ist der Föderalismus in allen Bereichen noch richtig? Bei der Gründung der Bundesrepublik waren die negativen Auswirkungen, die Verstaatlichung quer durch die Republik im Fokus. Mit dem Föderalismuskonzept stärkte man die Bundesländer. Dies ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Es gibt Bereiche, in denen dieses Konzept sich die Frage stellen muss, ist es noch richtig? Zwei Bereiche sind m. E. aus dem Ruder gelaufen. Das ist zum einen die Polizei. Zu unterschiedliches technisches Konzept. Es hat lange gedauert bis in Grenzbereich zwischen Bundesländern die Zusammenarbeit klappte. Aber organisationsstrukturen sind zu unterschiedlich. In dem Zusammenhang muss auch die Frage gestellt sein, brauchen die Länder einen eigenen Verfassungsschutz. Aber zur Bildung: Die bildungspläne der länder sind zu stark gespreitzt. Es kann nicht sein, das ein arbeitsplatzwechsel daran scheitert, dass schulen 50 km auseinander nicht kompatibel sind. Jedes Land hat eigene bewertungsmassstäbe festgelegt. In Baden Württemberg ist es sogar so, dass an Gymnasien in der rheinschiene französisch als erste Sprache haben (Was sogar nachvollziehbar ist) 30 km östlich Englisch. Noch krasser wird es, wenn wir uns deutsche Schulen im Ausland ansehen. Jedes Bundesland hat dort seine fächerhohheit. Kinder die mit ihren Eltern nach 3-4 Jahren nach Deutschland zurückkommen erleben ein Disaster.
dasfred 03.02.2019
5. Ich fand das Interview am Anfang sehr daneben
Die junge Frau schwadroniert die ganze Zeit darüber, was Jugend alles kann und will und besser macht. Sie hat nie im Leben darüber nachgedacht, dass ihr ganzes Leben auf den Errungenschaften und Erkenntnissen der Alten beruht. [...]
Die junge Frau schwadroniert die ganze Zeit darüber, was Jugend alles kann und will und besser macht. Sie hat nie im Leben darüber nachgedacht, dass ihr ganzes Leben auf den Errungenschaften und Erkenntnissen der Alten beruht. Die Menschen, denen sie jetzt Kompetenz abspricht, haben die Basis geschaffen auf der sie ihr heutiges Leben gestaltet. Wie wäre den ihr politische Einstellung, wenn ihre Eltern Nord-Koreaner, brasilianische Indios oder konservativ religiöse Texanische Milliardäre wären. Das Umfeld, in dem die heutige deutsche Jugend ihr Phantasien ausleben will, ist ihr auf dem Tablett gereicht worden. 150 Jahre früher und sie hätte schon als Kind in die Fabrik gehen müssen und hätte in ihrem Alter vielleicht schon das dritte Kind durchzufüttern. Herr Lobo und seine Gesprächspartnerin haben sich hier über Luxusprobleme das Maul zerrissen.

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