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Neuseeland

Facebook löscht 1,5 Millionen Videos vom Attentat

Der Rechtsterrorist Brenton Tarrant übertrug seine Attacke in Christchurch live auf Facebook - nun bemüht sich das Unternehmen, Kopien zu entfernen. Doch die Zahl der Uploads ist gewaltig.

Getty Images

Polizist in der Nähe eines der Tatorte

Sonntag, 17.03.2019   17:01 Uhr

17 Minuten lang streamte der Attentäter im neuseeländischen Christchurch seine tödlichen Schüsse auf wehrlose Zivilisten. Zwar baten die Behörden bereits unmittelbar nach dem Angriff, die Aufnahmen nicht zu verbreiten. Doch neben einigen Medienunternehmen hielt sich auch eine große Zahl privater Nutzer nicht an diese Vorgabe.

Facebook, dessen System der Täter Brenton Tarrant nutzte, versucht nun, so viele Kopien wie möglich aus seinem Angebot zu entfernen.

"In den ersten 24 Stunden haben wir weltweit 1,5 Millionen Videos der Attacke gelöscht, davon mehr als 1,2 Millionen bereits beim Hochladen", erklärte Facebook am Samstag in einem Tweet.

Bei den Attacken auf zwei Moscheen am Freitag hatte Tarrant insgesamt 50 Menschen getötet. Zuletzt hatten die Behörden die Zahl der Todesopfer mit 49 angegeben, am Sonntag entdeckten sie in einem der Gebäude jedoch eine weitere Leiche.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

Auch die Zahl der Verletzten wurde nach oben korrigiert: Es gebe 50 Verletzte, von denen sich noch 36 im Krankenhaus befänden, teilte die Polizei mit. Zwei von ihnen seien in einem kritischen Zustand.

Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der Australier Tarrant seine Tat allein verübte. Zwei am Freitag festgenommene Männer hatten offenbar keine direkte Verbindung zu dem Anschlag und dem Attentäter. Sie seien an einer Polizeisperre festgenommen worden und hätten Schusswaffen bei sich gehabt, so ein Polizeisprecher.

Diskussion über Livestreams geht weiter

Facebook erklärte darüber hinaus, dass es auch bearbeitete Versionen des Tatvideos ohne eindeutige Gewalthandlungen löschen werde. Dies geschehe aus Respekt vor den Betroffenen und wegen Bedenken der Behörden.

Fotostrecke

Terroranschläge auf Muslime: Neuseeland in Trauer vereint

Tarrant nutzte bei den Aufnahmen seiner Bluttat eine Streaming-App, die eigentlich für Extremsportler konzipiert wurde. Der Vorgang hat eine neue Debatte über die Verantwortung und Aufgabe der Anbieter entsprechender Live-Angebote im Internet ausgelöst (einen Kommentar lesen Sie hier). Auch die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern kündigte an, mit Facebook über Livestreams zu diskutieren.

jok/Reuters

insgesamt 71 Beiträge
AlexanderJäger 17.03.2019
1. Schonmal von D-Tube gehört?
Nur mal ein kleiner technischer hinweiß von einem LEIHEN: Inhalte von Fremden Servern auf die man keinen Zugriff hat kann man nicht löschen, was man löschen kann sind Links zu diesen Servern, die Inhalte sind also nicht [...]
Nur mal ein kleiner technischer hinweiß von einem LEIHEN: Inhalte von Fremden Servern auf die man keinen Zugriff hat kann man nicht löschen, was man löschen kann sind Links zu diesen Servern, die Inhalte sind also nicht wirklich gelöscht. Und Was die Links angeht: Es gibt Blockchainangebote ( nicht im Darknet falls jemand denkt ich rede davon ) dort werden Links zu Videos in einer Blockchain verwurstet. Das schöne daran ist: die lässt sich im nach hinein nicht ändern. Das ist technologisch so gewollt und auch nicht möglich. Das führt auch die ganze "Debatte" um das "Recht auf vergessen" ab-absurdum. Da helfen auch keine Gesetze, Medienrummel oder Politiker mit Abschluss in Germanistik.
tobi1991 17.03.2019
2. Uploadfilter jetzt!
Da sieht man das es wichtig ist das es schleunigst einen Uploadfilter gibt. Somit wäre es gar nicht möglich das Video erneut hochzuladen.
Da sieht man das es wichtig ist das es schleunigst einen Uploadfilter gibt. Somit wäre es gar nicht möglich das Video erneut hochzuladen.
swandue 17.03.2019
3.
Ich habe YouTube ein solches Video gemeldet und erhielt diese Antwort: "Vielen Dank, dass Sie Inhalte auf YouTube gemeldet haben. Wir haben Ihre Beschwerde überprüft und die Inhalte auf Nutzer ab 18 Jahren beschränkt. [...]
Ich habe YouTube ein solches Video gemeldet und erhielt diese Antwort: "Vielen Dank, dass Sie Inhalte auf YouTube gemeldet haben. Wir haben Ihre Beschwerde überprüft und die Inhalte auf Nutzer ab 18 Jahren beschränkt. Weitere Informationen zu Inhalten mit Altersbeschränkung finden Sie in der YouTube-Hilfe."
giespel 17.03.2019
4. Schon mal was von Rechtschreibung gehört
Sie meinen sicher Laien, auch Freunde der Feststelltaste sind nicht immer Profis.
Sie meinen sicher Laien, auch Freunde der Feststelltaste sind nicht immer Profis.
Dr.T 17.03.2019
5. Ganz einfach:
Wer die Videos teilt, wird verwarnt. Bei zweiter Verwarnung wird der Account für 1 Woche gesperrt, nach der dritten Verwarnung komplett gelöscht.
Wer die Videos teilt, wird verwarnt. Bei zweiter Verwarnung wird der Account für 1 Woche gesperrt, nach der dritten Verwarnung komplett gelöscht.

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