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Netzwelt

Kameras an Straßenlaternen

Singapur will Gesichtserkennung testen

Menschenmengen analysieren und Terroranschläge aufklären: Das sollen in Singapur künftig Videokameras und Gesichtserkennung ermöglichen. Der Test soll 2019 beginnen.

Getty Images/ iStockphoto

Skyline von Singapur

Freitag, 13.04.2018   13:31 Uhr

Die mehr als 100.000 Straßenlaternen in Singapur könnten in naher Zukunft mit Überwachungskameras zur Gesichtserkennung ausgerüstet werden. Ein entsprechendes Pilotprojekt soll im kommenden Jahr beginnen, teilte die zuständige Behörde GovTech mit. Mehrere Unternehmen aus Singapur und China haben bereits Interesse signalisiert.

"Im Rahmen des Projekts 'Laternen als Plattform' testen wir verschiedene Sensoren an den Masten, darunter Kameras, die Gesichtserkennung unterstützen können", teilte ein GovTech-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters mit. "Die Technik kann verwendet werden, um Menschenmengen zu analysieren und die Aufklärung von Terroranschlägen zu unterstützen."

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Bilder aus Videokameras können mit denen in behördlichen Datenbanken abgeglichen werden, um zum Beispiel Individuen zu erkennen, ihren Standort festzustellen oder Bewegungsprofile zu erstellen. Gesichtserkennung über Videokameras wird auch am Berliner Bahnhof Südkreuz getestet.

Einsatz weiterer Sensoren angedacht

In China soll Gesichtserkennung irgendwann landesweit eingesetzt werden - auch wenn unklar ist, wie realistisch das 2015 verkündete Vorhaben ist. Im vergangenen Dezember durfte ein BBC-Reporter das System der Stadt Guiyang testen. Es dauerte nur sieben Minuten, bis er entdeckt wurde.

Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong versprach zuletzt, das eigene Smart-City-Projekt solle das Leben der Menschen verbessern und nicht ihre Privatsphäre verletzen. Auch andere Sensoren sollen GovTech zufolge an den Masten angebracht werden, um etwa die Luftqualität zu messen oder Daten für eine bessere Verkehrsplanung zu erheben. Wie viele Kameras im Rahmen des Pilotprojekts eingesetzt werden sollen, ist unklar.

pbe/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
toledo 13.04.2018
1. Kommen diese Kameras
dann Gleich mit einem Gesetz für ein Vermummungsverbot einher.?
dann Gleich mit einem Gesetz für ein Vermummungsverbot einher.?
peter-k 13.04.2018
2.
Die Polizei hier verlässt sich sowieso schon ausgiebig auf Überwachungskameras und andere elektronische Methoden. Die sitzen bequem im Büro mit Klima. Ich glaube nicht, dass irgendein Meter in Singapur unüberwacht ist.
Die Polizei hier verlässt sich sowieso schon ausgiebig auf Überwachungskameras und andere elektronische Methoden. Die sitzen bequem im Büro mit Klima. Ich glaube nicht, dass irgendein Meter in Singapur unüberwacht ist.
daikonx 13.04.2018
3.
Kann ich nur unterschreiben. Zusätzlich wird das Volk darauf getrimmt, sich gegenseitig zu beobachten. Ausländer die sich falsch benehmen, Leute die Müll nicht gerecht entsorgen, falsch parken, werden dann relativ schnell [...]
Zitat von peter-kDie Polizei hier verlässt sich sowieso schon ausgiebig auf Überwachungskameras und andere elektronische Methoden. Die sitzen bequem im Büro mit Klima. Ich glaube nicht, dass irgendein Meter in Singapur unüberwacht ist.
Kann ich nur unterschreiben. Zusätzlich wird das Volk darauf getrimmt, sich gegenseitig zu beobachten. Ausländer die sich falsch benehmen, Leute die Müll nicht gerecht entsorgen, falsch parken, werden dann relativ schnell durch online Portale an den Pranger gestellt. STOMP gehört z.B. der Straits Times, und es geht im Endeffekt nur darum, Menschen, die sich nicht nach der Norm verhalten, anzuschwärzen. Jedes Taxi hat in der Zwischenzeit eine Dashcam, in jeder Lobby, Aufzug oder Eingängen zu Apartments hängen Kameras. Dementsprechend ist, wie mein Vorredner schon sagte, die technische Platform dafür in Singapur sicherlich mal gegeben.
mimoun74 13.04.2018
4. Kostenfrage
Das diese Totalüberwachung irgendwann auch hier in westlichen Ländern eingeführt wird ist nur eine Frage der Zeit. Sobald die Kosten für die Hardware durch die Massenproduktion in Asien akzeptabel ist , wird sich die Technik [...]
Das diese Totalüberwachung irgendwann auch hier in westlichen Ländern eingeführt wird ist nur eine Frage der Zeit. Sobald die Kosten für die Hardware durch die Massenproduktion in Asien akzeptabel ist , wird sich die Technik hier auch verbreiten. Und die Leute die denken das wäre bei uns rechtlich nicht möglich sollte mal nach Bayern schauen wo unbescholtene Bürger seit kurzem auch ohne Verdachtsmomente abgehört werden dürfen. Gesetze kann man ändern und umgehen. Mit dem Argument der Sicherheit werden die Meisten wie die Schafe dem auch zustimmen.
frenchie3 13.04.2018
5. Nicht die Technik ist der "Teufel"
sondern die Auswertung. Wenn diese rechtsstaatlich gesichert und, wie beispielsweise das Anwaltsgeheimnis, angwendet wird spricht wenig dagegen es sich bei der Ganovenjagd etwas leichter zu machen.
sondern die Auswertung. Wenn diese rechtsstaatlich gesichert und, wie beispielsweise das Anwaltsgeheimnis, angwendet wird spricht wenig dagegen es sich bei der Ganovenjagd etwas leichter zu machen.

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