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Netzwelt

Nächste Mobilfunkgeneration

Telekom verspricht 5G auch im Wald

99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche sollen bis 2025 mit 5G versorgt sein, verspricht Telekom-Chef Höttges. Dafür will er vereinfachte Rahmenbedingungen für die Glasfaserverlegung.

REUTERS

Mobile World Congress in Barcelona

Donnerstag, 11.10.2018   16:55 Uhr

Die Deutsche Telekom hat erstmals eine Zusage für den Ausbau der fünften Mobilfunkgeneration (5G) in der Fläche abgegeben. Bis zum Jahr 2025 werde man 99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche mit 5G versorgen, versprach Telekom-Chef Timotheus Höttges am Donnerstag in Berlin. "Deutschland ist zu gut 30 Prozent von Wald bedeckt. Wenn es sinnvoll ist, werden wir auch diese Gebiete mit 5G versorgen", sagte Höttges.

Die Telekom werde trotz Unternehmensschulden in Höhe von über 50 Milliarden Euro jedes Jahr 5,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Netzwerke mit Glasfaser und modernen Mobilfunktechniken stecken, kündigte der Konzernchef an. In diesem Betrag seien die Summen für den Erwerb von Mobilfunkspektrum bei der 5G-Auktion im kommenden Jahr nicht enthalten.

Die für 5G notwendige Infrastruktur will die Telekom gemeinsam mit anderen Netzbetreibern nutzen, insbesondere auf dem Land. Höttges verwies auf eine aktuelle Vereinbarung mit Telefónica (O2), mit der rund 5000 Antennenstandorte von Telefónica an das Glasfasernetz der Telekom angeschlossen werden.

Ziel der Telekom sei es, 100 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mit Geschwindigkeiten von mindestens 100 Megabit pro Sekunde zu versorgen. Derzeit könnten 24,4 Millionen Haushalte von insgesamt rund 40 Millionen Haushalten ein entsprechendes Telekom-Produkt buchen.

5G-Frequenzversteigerung im Frühjahr 2019

Höttges sprach sich für vereinfachte Rahmenbedingungen für die Verlegung von Glasfaserleitungen in den Städten und Gemeinden aus. In Deutschland würden oft Kabeltunnel von 1,20 Meter Tiefe und mehr verlangt, während in anderen europäischen Regionen die Kabel nur 20 Zentimeter tief im Boden liegen müssen. "Hier wiehert der Regulierungshengst der Kommunen."

Bislang habe die Telekom Glasfaserkabel quasi in jeder Straße liegen. Ab dem Jahr 2021 will der Konzern jedes Jahr rund zwei Millionen Haushalte jährlich mit Glasfaseranschlüssen direkt im Haus versorgen (FTTH).

Im Frühjahr 2019 soll die Versteigerung der Frequenzen für 5G stattfinden. Es gibt Forderungen, die Mobilfunkbetreiber zu einer möglichst großen Abdeckung zu verpflichten. Die drei großen Anbieter Telekom, Vodafone und Telefónica hatten bei einem Treffen mit dem für die digitale Infrastruktur zuständigen Minister Andreas Scheuer (CSU) Mitte Juli aber verlangt, dass es bei der 5G-Versteigerung möglichst wenig Auflagen für sie gibt.

pbe/dpa

insgesamt 25 Beiträge
kalsu 11.10.2018
1. Versprochen!?
Ja, im Sinne "Da haben Sie was falsch verstanden". Es wäre schon, schön wenn im Wald überhaupt was gehen würde, zumindest 3G. In der Bananen-Plantage mitten im Atlantik geht das - im Mischwald des Hightech-Landes [...]
Ja, im Sinne "Da haben Sie was falsch verstanden". Es wäre schon, schön wenn im Wald überhaupt was gehen würde, zumindest 3G. In der Bananen-Plantage mitten im Atlantik geht das - im Mischwald des Hightech-Landes Deutschland nicht.
Plasmabruzzler 11.10.2018
2.
"Die Deutsche Telekom hat erstmals eine Zusage für den Ausbau der fünften Mobilfunkgeneration (5G) in der Fläche abgegeben. Bis zum Jahr 2025 werde man 99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche mit 5G [...]
"Die Deutsche Telekom hat erstmals eine Zusage für den Ausbau der fünften Mobilfunkgeneration (5G) in der Fläche abgegeben. Bis zum Jahr 2025 werde man 99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche mit 5G versorgen, versprach Telekom-Chef Timotheus Höttges am Donnerstag in Berlin." Wer's glaubt. Ich sehe solche Behauptungen wie auch "Merkel verspricht schnelles Internet bis Ende 2018" oder "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten".
kahlmann22 11.10.2018
3. Leere Versprechungen
Leere Versprechungen gab es die letzten Jahre zugenüge von Politik und Telekom. Ernst nehmen kann man das nicht wirklich.
Leere Versprechungen gab es die letzten Jahre zugenüge von Politik und Telekom. Ernst nehmen kann man das nicht wirklich.
triple-x 11.10.2018
4. Lobby-Bock zum Gärtner
Mit B-Scheuer-t und seiner lobbygetriebenen Ahnungslosigkeit kann sich die Industrie ja wirklich glücklich schätzen. Alleine die Aussage "wenn es sinnvoll ist..." - das sollte normalerweise der Staat im Namen der [...]
Mit B-Scheuer-t und seiner lobbygetriebenen Ahnungslosigkeit kann sich die Industrie ja wirklich glücklich schätzen. Alleine die Aussage "wenn es sinnvoll ist..." - das sollte normalerweise der Staat im Namen der Bürger (ja, Herr Scheuer, gegenüber diesen ist er auch verpflichtet und nicht nur alleine gegenüber der Industrie) entscheiden und nicht ein Herr Höttges. Costa Rica ist auch zu wesentlichen Teilen mit Urwald bedeckt, und erstaunlicherweise war es bei meinem letzten Urlaub zu einem Großteil auch abseits der üblichen Routen möglich zu telefonieren und Daten mit LTE-Geschwindigkeit zu übertragen. Solange die CSU-Minister und Staatssekretärinnen Scheuer, Seehofer, Bär - vorher Aigner und Dobrindt in für die Zukunft entscheidenden Positionen sitzen, scheint Deutschland dem Untergang geweiht.
frankfurtbeat 11.10.2018
5. na ...
na wow ... 5G auch im Wald ... was braucht der Mensch noch um zufrieden zu sein? Es ist unverständlich wie man derartiges überhaupt fordern kann ... 5G im Wald ist völlig daneben und schwachsinnig zugleich. Digitalfreaks nutzt [...]
na wow ... 5G auch im Wald ... was braucht der Mensch noch um zufrieden zu sein? Es ist unverständlich wie man derartiges überhaupt fordern kann ... 5G im Wald ist völlig daneben und schwachsinnig zugleich. Digitalfreaks nutzt doch euren Anschluss zuhause und schaut mittels Monitor in den Wald ...

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