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EU-Staaten einigen sich auf Urheberrechtsreform

Onlinefirmen müssen ihre Inhalte wohl in Zukunft daraufhin überprüfen, ob gegen Urheberrechte verstoßen worden ist. Die EU-Staaten verständigten sich nun auf einen Kompromiss. Ausgenommen sind Kleinunternehmen.

DPA

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Samstag, 09.02.2019   13:54 Uhr

Online-Plattformen wie YouTube sollen Kunst- und Medienschaffende für ihre Inhalte besser vergüten. Zudem sollen sie Inhalte entfernen, für die von den Urhebern keine Lizenz erteilt wurden. Deutschland und Frankreich konnten sich bis vor wenigen Tagen nicht auf Regelungen hierzu einigen.

Deutschland wollte erreichen, dass Kleinunternehmen und Start-ups von der Pflicht ausgenommen werden, bei ihnen bereitgestellte Inhalte zu filtern. Dies lehnte Frankreich ab. Erst am Dienstag konnten sich die Länder auf einen Kompromiss einigen. Nun haben die EU-Mitgliedstaaten den Kompromiss zwischen Deutschland und Frankreich gebilligt.

Demnach müssen Firmen für Ausnahmen drei Kriterien erfüllen, um Inhalte nicht zu filtern:

Unternehmen, die über diesen Schwellen liegen, müssen hochgeladene Inhalte nach von den Lizenzinhabern bereitgestellten Listen filtern und verhindern, dass nicht genehmigte Werke wieder auf ihrer Plattform erscheinen.

Der für den Digitalbereich zuständige Vize-Kommissionspräsident Andrus Ansip zeigte sich nach der Einigung zufrieden, dass die EU-Staaten beim Urheberrecht wieder "eine gemeinsame Stimme" gefunden hätten. Er hoffe nun auf eine "endgültige Einigung" in der kommenden Woche, twitterte Ansip.

Nach der Einigung der EU-Länder sollen Anfang nächster Woche Verhandlungen mit dem Europaparlament und der EU-Kommission beginnen.

Europäische Medien-, Journalisten- und Verlegerverbände hatten sich Ende Januar in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron gewandt und gefordert, die Blockade zu überwinden.

kha/AFP

insgesamt 44 Beiträge
Bakturs 09.02.2019
1. Und was ist mit neuen Firmen?
KEINE Filterung müssen Unternehmen vornehmen, die u. a. mindestens schon 3 Jahre bestehen. Wenn ich also gerade starte mit meinem 1-Mann Unternehmen, 5 Nutzer habe und 500 Euro Umsatz habe, werde ich mit Großunternehmen [...]
KEINE Filterung müssen Unternehmen vornehmen, die u. a. mindestens schon 3 Jahre bestehen. Wenn ich also gerade starte mit meinem 1-Mann Unternehmen, 5 Nutzer habe und 500 Euro Umsatz habe, werde ich mit Großunternehmen gleichgestellt, weil ich noch keine 3 Jahre am Markt bestehe? ? Und im 4. Jahr entfällt dann die Prüfung wieder. ?
spmc-12355639674612 09.02.2019
2. Ähm ...
Sollten Sie vielleicht noch einmal den Artikel etwas genauer durchlesen?
Zitat von BaktursKEINE Filterung müssen Unternehmen vornehmen, die u. a. mindestens schon 3 Jahre bestehen. Wenn ich also gerade starte mit meinem 1-Mann Unternehmen, 5 Nutzer habe und 500 Euro Umsatz habe, werde ich mit Großunternehmen gleichgestellt, weil ich noch keine 3 Jahre am Markt bestehe? ? Und im 4. Jahr entfällt dann die Prüfung wieder. ?
Sollten Sie vielleicht noch einmal den Artikel etwas genauer durchlesen?
Dia 09.02.2019
3. hä?
Das heisst dann im Klartext, das es keine neue europäischen Unternehmen mehr geben wird. Welcher Depp hat sich das ausgedacht? Klingt start nach Lobbyismus. Solche Filter Kosten locker einen 2 stelligen Millionenbetrag+hohe [...]
Das heisst dann im Klartext, das es keine neue europäischen Unternehmen mehr geben wird. Welcher Depp hat sich das ausgedacht? Klingt start nach Lobbyismus. Solche Filter Kosten locker einen 2 stelligen Millionenbetrag+hohe Personalkosten. Welches neue Unternehmen kann sich das innerhalb 3 Jahre leisten? Und wenn ich grad so drüber nachdenke würde das doch auch für praktisch alle bestehenden nichtkomerziellen Foren gelten. Dürfen die dann alle dichtmachen? Dann könnte man dem WWW ja direkt den Stecker ziehen.
three-horses 09.02.2019
4. Wie Kinder behandelt.
In Vergleich mit einem Staubsauger kommt auch hier nur "reine" Luft raus. Wie man in einem Filter/DB die gesammelte Werke der Erde unterbringen will, um diese zu prüfen und wie man "1234" von einem [...]
In Vergleich mit einem Staubsauger kommt auch hier nur "reine" Luft raus. Wie man in einem Filter/DB die gesammelte Werke der Erde unterbringen will, um diese zu prüfen und wie man "1234" von einem "Kunstwerk" unterscheiden kann...tja YT...wie das gutenberg.org gegen Germany so YT & Company gegen EU. Macht es zu. Wir, die Bürger der EU, brauchen kein Internet, die Irren/Guten hier, reichen als Unterhaltung.
marctgfg 09.02.2019
5. Todesstoß fürs Internet
Also werden dann Unternehmen die Plattformen anbieten für 100, 1000 oder 10000 User, aber schon länger als 3 Jahre am Markt sind genauso behandelt wie FB und YouTube? Wie absurd! Und wie soll sichergestellt werden, dass die [...]
Also werden dann Unternehmen die Plattformen anbieten für 100, 1000 oder 10000 User, aber schon länger als 3 Jahre am Markt sind genauso behandelt wie FB und YouTube? Wie absurd! Und wie soll sichergestellt werden, dass die selben Inhalte nicht erneut eingestellt werden? Das technisch automatisiert zu machen bedeutet eine Programmierleistung (falls überhaupt möglich) die allenfalls für Mega-Unternehmen leistbar ist. Alle anderen werden in extrem personal- und kostenaufwändige Vorabzensur gezwungen. In anderen Worten: Das ist eine Regelung die nur vorgibt die großen Plattformen zur Räson zu zwingen, in diese in Wirklichkeit aber vor kleineren Konkurrenten schützt.

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