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Netzwelt

Bizarre Cebit-Jobs

Halbnackt im Handy-Whirlpool

Stöckelschuhe, lange Beine, hautenge Outfits: So kennt man Messe-Hostessen seit Jahren. Doch was zwei junge Promoterinnen eines Zubehör-Herstellers auf der diesjährigen Cebit darbieten, stellt andere Werbe-Jobs weit in den Schatten.

Mittwoch, 05.03.2008   12:45 Uhr

Von der Cebit ist man ja einiges gewöhnt: Tanzgruppen, die in Bananenröckchen zu urtümlichen Rhythmen hopsen, junge Frauen, die als Häschen verkleidet Werbezettel verteilen und in zwei Meter große Buchstabenkostüme gewandete Studentinnen, die als lebende Werbetafeln die Besucher am Messebahnhof empfangen. Aber was man dieses Jahr in Halle 16 zu sehen bekommt, geht dann doch noch einen Schritt weiter.

Dort zeigen sich Steffanie und Willemyn aus Holland in einem Whirlpool der Größe XL. Das Wasser ist handwarm, die Promoterinnen mit Bikinis bekleidet, Badeschaum wabert über die Wasseroberfläche. Logisch, dass hier die Leute stehen bleiben. Doch die jungen Mädchen sind nicht etwa mit Körperpflege oder akrobatischen Übungen beschäftigt, sie verteilen Produktproben für Technik-Freaks - und zeigen auch gleich, wie man sie anwendet.

Fünf Stunden pro Tag müssen die beiden Mädchen aus Haarlem das machen, mögen aber nicht verraten, was der Hersteller ihnen dafür bezahlt. In den Arbeitspausen wandern sie mit Badelatschen und -mänteln bekleidet durch die Halle und sorgen auch so für verwunderte Blicke der meist Anzug-tragenden Messekundschaft. Nach den Rundgängen geht's zurück ins Blubberbad, Proben verteilen und Handy-Überzieher vorführen.

Geht das auch mit Goldfischen?

Was man da zu sehen bekommt, erinnert allerdings eher an ein Aufklärungsvideo denn an eine Hightech-Demonstration. Denn die Firma, für deren Produkte die beiden werben, stellt Gummi-Überzieher für Handys her. Die sehen nicht nur so aus wie Kondome, die werden auch ganz ähnlich über das zu schützende Objekt gestreift. Bei sachgemäßer Anwendung, so verspricht es der Hersteller, schützen sie die teure Elektronik wirkungsvoll vor Schmutz, Staub und vor allem Wasser.

Um das zu demonstrieren, hätten vielleicht auch die beiden Wasserbecken gereicht, in denen kleine Goldfische um Mobiltelefone herum schwimmen, die zu Demonstrationszwecken versenkt wurden. Aber ob diese Exponate auch dazu geführt hätten, dass die zumeist männliche Cebit-Kundschaft wie zu Stein erstarrt vor dem Becken, in dem Steffanie und Willemyn sitzen, stehen bleibt und hektisch nach dem Fotohandy fummelt?

mak

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