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Netzwelt

Umstrittenes Streaming-Portal

Mutmaßlicher Kinox.to-Betreiber gefasst

Behörden haben einen mutmaßlichen Betreiber des Raubkopien-Portals Kinox.to im Kosovo festgenommen. Nun soll er nach Deutschland ausgeliefert werden. Sein ebenfalls gesuchter Bruder ist weiter auf der Flucht.

Screenshot der Website Kinox.to

Dienstag, 12.09.2017   17:50 Uhr

Drei Jahre lang waren Kreshnik S., 24, und sein 27-jähriger Bruder Kastriot S, auf der Flucht vor den Behörden. Sie sollen unter anderem die Gründer und Betreiber des illegalen Streaming-Portals Kinox.to sein. Von dem Portal aus wird auf raubkopierte Medieninhalte wie Kinofilme auf anderen Servern verlinkt. Bereits am 12. Juli wurde nun aber einer der Brüder, Kreshnik S., in der kosovarischen Hauptstadt Pristina festgenommen, berichtet das "Handelsblatt". Sein älterer Bruder ist weiter flüchtig.

Kreshnik habe sich "im Hinblick auf den hier gegen ihn vorliegenden Haftbefehl freiwillig den Behörden" gestellt, sagte Oberstaatsanwalt Oliver Möller aus Dresden der Zeitung. Nun sitze er in Auslieferungshaft. Mit den kosovarischen Behörden liefen die Vorbereitungen für seine Überführung nach Deutschland, dann würden die Ermittlungen hier fortgeführt.

Der 24-Jährige und sein drei Jahre älterer Bruder sind seit Oktober 2014 auf der Flucht. Damals hatten Spezialeinheiten das Haus ihrer Eltern bei Lübeck durchsucht, in dem die beiden lebten, aber trafen die Verdächtigen dort nicht an.

Lange Liste an Vorwürfen

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden wirft den Brüdern neben gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung und Steuerhinterziehung auch räuberische Erpressung und Brandstiftung vor. Die Brüder sollen weitere illegale Internetplattformen wie das Streaming-Portal movie4k.to, die Portale mygully.com und boerse.sx sowie die Filehoster freakshare.com und itshare.com betrieben haben.

Sie unterhielten offenbar auch Kontakte zu den Machern des Kinox.to-Vorläufers Kino.to, die teils zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Kreshnik und Kastriot S. wurden beziehungsweise werden mit internationalem Haftbefehl gesucht.

acg/dpa

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