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Netzwelt

Datenschutz auf dem Handy

Was soll ich einer App erlauben, was lieber nicht?

Wenn eine neue App Zugriff auf nahezu alle Bereiche des Telefons verlangt, bekommen viele Smartphone-Nutzer ein ungutes Gefühl. Aber was bedeuten bestimmte Berechtigungen im Detail?

SPIEGEL ONLINE

Datenschutz-Einstellungen in iOS 11

Freitag, 13.10.2017   09:17 Uhr

Ein Smartphone ist oft weit mehr als nur ein Telefon. Für viele Menschen ist es zum Beispiel Fotospeicher, Adressbuch und Chat-Tool zugleich. Auf ihm lagern zahlreiche private Daten, die man ungern aus der Hand geben würde. Entsprechend vorsichtig sollte man sein, wenn eine neu installierte App nicht nur offenkundig für den Betrieb notwendige Berechtigungen verlangt, sondern mehr.

Mit Apples iOS und neueren Android-Versionen können Nutzer immerhin selbst entscheiden, was genau einem Programm erlaubt ist. Doch was bedeutet es, wenn eine App das Mikrofon nutzen will oder die Kontaktliste lesen möchte? Wir erklären es anhand einiger Beispiele.

Für alle diese grundsätzlichen Berechtigungen für Apps unter Android und iOS gilt: Einige Funktionen wie das Speichern und Ansehen von Bildern oder das Verwalten von Kontakten funktionieren ohne eine solche Berechtigung schlichtweg nicht. Von diesen Standardfunktionen abgesehen, sollte die Freigabe für jede weitere App allerdings kritisch im Einzelfall betrachtet und entschieden werden.

Im Zweifelsfall kann nämlich gar nichts Schlimmes passieren, wenn man einem Programm nicht sofort alles erlaubt. "Im Falle einer Ablehnung verliert die App vielleicht an Funktionalität", sagt Alexander Spier. "Kaputt geht in der Regel nichts. Aktuelle Apps müssen so gebaut sein, dass sie das einfach vertragen." Manch älteres Programm könne aber Probleme machen. Und ist eine Berechtigung einmal erteilt oder verwehrt, ist das nicht in Stein gemeißelt. Nutzer können jederzeit Änderungen vornehmen.

Nur eins sollte man nie tun: sich allein auf die jeweiligen Datenschutzbestimmungen der Entwickler verlassen, warnt Verbraucherschützer Julian Graf. "Wir raten zum Schutz der eigenen Persönlichkeit grundsätzlich zur Datensparsamkeit", sagt er.

Auch Alexander Spier warnt: "Datenschutzrichtlinien schützen im Zweifel nicht. Natürlich kann man bei seriösen Firmen eher darauf bauen, dass die Erklärungen was taugen." Kontrollieren lässt sich das in der Praxis aber nicht. Daher, so sein Rat, solle man immer so sparsam wie möglich Rechte gewähren und im Zweifel lieber auf eine Option oder die App ganz verzichten.

Dominik Schott, dpa/mbö

insgesamt 30 Beiträge
ge1234 13.10.2017
1. Schon witzig...
... da wird ob der gerichtlich überwachten Vorratsdatenspeicherung Zeter und Mordio geschrien und gleichzeitig aber auch noch der obskursten App Zugriff auf persönliche und intime Daten und Aufenthaltsorte bedenkenlos gewährt.
... da wird ob der gerichtlich überwachten Vorratsdatenspeicherung Zeter und Mordio geschrien und gleichzeitig aber auch noch der obskursten App Zugriff auf persönliche und intime Daten und Aufenthaltsorte bedenkenlos gewährt.
valmel 13.10.2017
2. Internetzugriff
Dieser wichtige Punkt wird nicht erwähnt. Wozu wollen Apps, wie die oben erwähnte Taschenlampenapp ins Netz? Im besten Fall, um Werbung zu laden. Oft senden sie aber persönliche Daten. Auch ohne erlaubte Internetverbindung [...]
Dieser wichtige Punkt wird nicht erwähnt. Wozu wollen Apps, wie die oben erwähnte Taschenlampenapp ins Netz? Im besten Fall, um Werbung zu laden. Oft senden sie aber persönliche Daten. Auch ohne erlaubte Internetverbindung aktualisieren sich Apps, da braucht man sich keine Sorgen zu machen.
Hacker-Kunze 13.10.2017
3. Smartphone und Privatsphäre schließen sich aus
wenigstens wenn man nicht Spezialist ist und einen sehr hohen Aufwand betreibt. Und selbst dann ist man nie sicher. Man muss sich immer insbesondere bei kostenlosen Apps/Diensten fragen, wie die finanziert werden. und nein, es ist [...]
wenigstens wenn man nicht Spezialist ist und einen sehr hohen Aufwand betreibt. Und selbst dann ist man nie sicher. Man muss sich immer insbesondere bei kostenlosen Apps/Diensten fragen, wie die finanziert werden. und nein, es ist nicht die Werbung......
RalfWenzel 13.10.2017
4. @ge1234: Unterschied zur VDS
Der Unterschied zwischen einer obskuren App und dem Staat ist die ungleich höhere Macht, die der Staat dem Bürger gegenüber hat. So weit, dass es für die Rechte des Bürgers gegenüber dem Staat ein eigenes Gesetz gibt (das [...]
Der Unterschied zwischen einer obskuren App und dem Staat ist die ungleich höhere Macht, die der Staat dem Bürger gegenüber hat. So weit, dass es für die Rechte des Bürgers gegenüber dem Staat ein eigenes Gesetz gibt (das sich „Verfassung“ nennt)
grabenkaempfer 13.10.2017
5.
"neueren Android-Versionen können Nutzer immerhin selbst entscheiden, was genau einem Programm erlaubt ist." nicht wirklich, ein Teil wird immer vergeben, diese Berechtigungen wurden als ungefährlich eingestuft [...]
"neueren Android-Versionen können Nutzer immerhin selbst entscheiden, was genau einem Programm erlaubt ist." nicht wirklich, ein Teil wird immer vergeben, diese Berechtigungen wurden als ungefährlich eingestuft (vibration uä.) es gibt aber die Möglichkeit Berechtigungen anzufordern die zwangsweise sind und ohne die die APP nicht funktioniert.

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