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Netzwelt
Montag, 13.11.2017   16:41 Uhr

Smartphone-Diagnostik

Liebe Leserin, lieber Leser,

Mit zusätzlichen Apps und Sensoren könnten iPhones viele Körperdaten messen, ihre Nutzer vor Krankheiten warnen - und noch mehr Geld einbringen. Lesen Sie das und mehr im Netzwelt-Newsletter.

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Das iPhone X wird seit ein paar Tagen ausgeliefert. Viel wird über dessen OLED-Display, die drahtlose Lademöglichkeit und die Dual-Kamera geschrieben - revolutionär ist kaum etwas davon. Dabei könnte die Sensorik des 1149-Euro-Monolithen den wertvollsten Konzern der Welt mehr und mehr in einen Markt eindringen lassen, der allein in Deutschland 350 Milliarden Euro jährlich schwer ist: das Gesundheitswesen.

Dazu passt eine Patentanmeldung von Apple, der vor einigen Wochen in den USA stattgegeben wurde. Das iPhone wird darin als Gesundheitssensor beschrieben, der Körperdaten wie unter anderem den Blutdruck, das EKG, die Durchblutung, die Sauerstoffsättigung oder die Messung von Volumenschwankungen in einem Körperteil - Plethysmografie genannt - umfasst.

Längst gibt es einen Anbieter für digitale Patientenakten, der die iPhone-X-Gesichtserkennung Face ID nutzt. Schon einige Jahre verwenden Firmen erfolgreich Smartphone-Kameras, um etwa Vorhofflimmern (ein Risikofaktor für Schlaganfälle) zu erkennen, darunter auch eine deutsche Firma aus Jena. Ein EKG für iPhone oder Apple Watch gibt es seit Jahren.

Fotostrecke

Apple-Smartphone: Das kann das iPhone X

Womit sich aktuell noch alle Unternehmen - auch Apple - offenbar schwertun, ist die Messung des Blutdrucks. Könnte das ein Smartphone oder eine Smartwatch zuverlässig, würde dies einer kleinen Gesundheitsrevolution gleichkommen. Die Zahlen der Hochdruck-Diagnostizierten würden zwar in die Höhe schnellen, doch einmal erkannt, könnte man vielen Menschen schnell helfen. Bisher nur angekündigt, aber nicht auf den Markt gebracht, experimentiert etwa die japanische Firma Omron unter dem Projektnamen "Generation Zero" an einem Smartwatch-Blutdruckmesser herum. Eines steht fest: Wer auf diesem Gebiet früh führend ist, wird viel Geld verdienen.

Facebooks Versuch, mit Journalismus Geld zu verdienen

REUTERS

Facebook will es Verlagen zukünftig einfacher machen, sogenannte "Instant Articles", das sind journalistische Texte, auf dem sozialen Netzwerk anzubieten. Bei dem von Facebook präferierten Modell sollen Nutzer monatlich zehn Artikel umsonst lesen können. Danach würden Leser zur Website des Verlags umgeleitet, und aufgefordert, ein Abonnement abzuschließen. Einzelkäufe sind nicht vorgesehen.

Ob das allerdings erfolgreich wird, darf bezweifelt werden. Zwar findet laut einer aktuellen Umfrage von IfD Allensbach weit mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung, Journalismus sollte vor allem von den Lesern finanziert werden. Doch nur ein Viertel derer, die sich im Internet über Politik informieren, sind laut der Umfrage auch bereit, für journalistische Onlineangebote Geld auszugeben oder tut dies bereits. Zwei Drittel der Befragten lehnen das grundsätzlich ab.

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Weniger Restaurantbewertungen wegen finanzieller Anreize

REUTERS

Es gibt Restaurants, die Gästen weniger berechnen, wenn diese auf einer Onlineplattform wie Yelp eine positive Bewertung über ihren Besuch schreiben. Doch Wissenschaftler haben nun in einer Forschungsarbeit gezeigt, dass derlei Anreize kontraproduktiv sein können.

Zur Überraschung der Forscher ging die Zahl der Bewertungen zurück, wenn man Usern dafür 25 Cent gutschrieb. Vor allem Menschen, die viele Onlinekontakte haben und sehr aktiv im Netz agieren, hielten sich zurück, wenn es Geld gab. Sie fürchteten offenbar negative Reaktionen ihrer Online-Bekannten. Weil diese Nutzergruppe aber zuvor für einen Großteil der Bewertungen verantwortlich war, ging die Zahl der Rezensionen überdurchschnittlich zurück. Menschen mit wenigen Onlinekontakten bewerteten bezahlt etwas mehr als zuvor, ließen sich also durchaus von der Bonsai-Prämie locken.

Seltsame Digitalwelt: Per iPhone wird der Mietwagen meiner
von Matthias Kremp

Gerade habe ich mir ein langes Wochenende gegönnt, um eine Freundin in Schottland zu besuchen. Den Weg vom Flughafen in ihren Wohnort habe ich mir von einer Navigations-App auf meinem iPhone zeigen lassen, das ich auf dem Hinweg einfach in den Getränkehalter des Autos stellte.

Weil der Akku des Handys nach dieser Strecke fast vollkommen leer war, steckte ich für den Rückweg das Ladekabel des iPhones in die USB-Buchse des Kleinwagens. Sofort leuchtete der Bildschirm des Wagens auf, zeigte plötzlich eine Benutzeroberfläche wie ein iPhone. Erst da merkte ich, dass in dem Auto Carplay installiert war. Gehört und gelesen hatte ich davon schon oft, ausprobiert hatte ich es bis dahin noch nie, mein eigenes Auto ist viel zu alt für sowas.

Matthias Kremp

Aber jetzt bin ich angefixt. Mit Carplay fühlte sich der fremde Wagen plötzlich an, als wäre er meiner: Er spielte meine Musik, konnte meine Freunde anrufen und zeigte meine Navi-App auf seinem großen Display an. Tolle Sache, eigentlich. Ob das in meinem nächsten Auto drin sein wird, ist trotzdem fraglich. Zu hoch sind die Aufpreise für Apples Technik bei den PKW-Herstellern.

App der Woche: "Files Go"
getestet von Sebastian Meineck

Google

Mit "Files Go" können Android-Nutzer auch ohne Verbindung zum Internet miteinander Dateien tauschen. Sowohl der Sender als auch der Empfänger müssen dazu die App installieren, die dann einen lokalen WLAN-Hotspot einrichtet über den die Geräte miteinander verbunden werden. Der Dateiversand funktionierte bei unserem Test schnell und reibungslos, er erinnert an die Air-Drop-Funktion von Apples iOS.

"Files Go" bietet außerdem eine Übersicht, wie viel freien Speicherplatz das eigene Gerät noch bietet und wie man seine Ordner entrümpeln kann. Per Fingertipp lassen sich Cache-Speicher und Foto-Datenbanken leeren. Die von Google entwickelte App ist aktuell im Beta-Status, könnte also ab und zu noch instabil sein.

Gratis von Google, ohne In-App-Käufe: Android

Fremdlinks: Drei Tipps aus anderen Medien

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche,

Ihr Martin U. Müller

insgesamt 24 Beiträge
Nonvaio01 13.11.2017
1. koennen andere auch
bitte erwaehnen SIe auch jeden anderen Hersteller, sonst ist das einfach nur werbung.
bitte erwaehnen SIe auch jeden anderen Hersteller, sonst ist das einfach nur werbung.
martin_mueller 13.11.2017
2.
Anlass war der Fakt der Patentanmeldung seitens Apple – diese ist schon sehr weitgehend, wenn man das Thema Digitale Medizin beobachtet. Aber grundsätzlich haben Sie völlig recht: Auch andere Hersteller arbeiten an [...]
Zitat von Nonvaio01bitte erwaehnen SIe auch jeden anderen Hersteller, sonst ist das einfach nur werbung.
Anlass war der Fakt der Patentanmeldung seitens Apple – diese ist schon sehr weitgehend, wenn man das Thema Digitale Medizin beobachtet. Aber grundsätzlich haben Sie völlig recht: Auch andere Hersteller arbeiten an diesem Thema. Einen Überblick finden Sie beispielsweise hier: http://www.spiegel.de/spiegel/handys-mit-medizin-apps-ersetzen-aerzte-und-teure-diagnosegeraete-a-1158365.html
Bürger Icks 13.11.2017
3. Die Versicherungen
wirds freuen! Und alle die, die sowieso nichts zu verbergen haben, sich gerne digital nackig machen! Muss man sich keine Fitnessarmband mehr holen, damit die Körperfunktionen und der Gesundheitszustand überwacht werden [...]
wirds freuen! Und alle die, die sowieso nichts zu verbergen haben, sich gerne digital nackig machen! Muss man sich keine Fitnessarmband mehr holen, damit die Körperfunktionen und der Gesundheitszustand überwacht werden können. Und diese Daten an jeden x-beliebigen Käufer, der genug bezahlt, verkauft werden. Yippieh, schöne neue Welt!
prometheusxl 13.11.2017
4. Appleteenies
Angesichts der rein quantitativen Berichterstattung über Apple-Produkte, stellt sich mir, nach all den Jahren, die ich diese meist recht wohlwollende redaktionelle "Begleitung" erlebe, ob das nur der Ausdruck [...]
Angesichts der rein quantitativen Berichterstattung über Apple-Produkte, stellt sich mir, nach all den Jahren, die ich diese meist recht wohlwollende redaktionelle "Begleitung" erlebe, ob das nur der Ausdruck jugendlich-begeisterter und daher besonders innigen Verbundenheit, oder Ergebnis bezahlter redaktioneller Auftragsarbeit darstellt. Für alle, die es nicht wissen: Es gibt auch vergleichbar innovative Welten neben dem Appleversum. Die scheinen zwar vordergründig weniger glamourös zu sein, kommen dafür aber mit einem solide befriedigenden Preis-Leistungs-Verhältnis daher. Und für die Preisdifferenz machen die Cleveren dann in einen zusätzlichen - und damit extra-entspannten - Sonderurlaub. ;-)
sok1950 13.11.2017
5. Blutdruckmessung per Armband/Smartphone?
Gibt es schon, einfach bei Alibaba unter blood pressure nachschlagen. Ist übrigens eine deutsche Entwicklung und nennt sich Pulswellenlaufzeitmessung. In Deutschland entwickelt - das Geschäft machen die Chinesen. Da ist der [...]
Gibt es schon, einfach bei Alibaba unter blood pressure nachschlagen. Ist übrigens eine deutsche Entwicklung und nennt sich Pulswellenlaufzeitmessung. In Deutschland entwickelt - das Geschäft machen die Chinesen. Da ist der Apfel weit zurück - wie bei allen anderen Anwendungen die es schon längst woanders (siehe China und Alibaba)
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