17.05.2011
Ideenklau-Prozess
Zuckerberg-Kommilitonen wollen vor Obersten Gerichtshof ziehen
Cameron und Tyler Winklevoss: 65 Millionen Dollar sind ihnen nicht genug
San Francisco - Im Rechtsstreit um die Erfindung des Sozialen Netzwerks Facebook wollen die ehemaligen Kommilitonen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg jetzt vor den Obersten Gerichtshof der USA ziehen. Einer der Anwälte der Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss sagte am Montag, dies sei der nächste Schritt. Ein US-Berufungsgericht hatte im April eine Klage der Brüder abgewiesen.
Die Winklevoss-Zwillinge beanspruchen die Idee zu dem milliardenschweren Online-Netzwerk für sich. Vor zwei Jahren hatten die Brüder einen Vergleich mit Facebook in Höhe von 65 Millionen Dollar (45 Millionen Euro) erzielt. Die Brüder zogen jedoch erneut vor Gericht. Ihre Begründung: Sie seien falsch über den wahren Wert von Facebook informiert worden. Sie versuchten, den Vergleich annullieren zu lassen und hofften, in neuen Verhandlungen erheblich mehr Geld herausschlagen zu können. Das Gericht entschied jedoch gegen sie.
Nun urteilte das Berufungsgericht: Die Brüder können aus dem geschlossenen Vergleich nicht mehr heraus. Es gebe einen Moment, in dem ein Rechtsstreit beendet werden müsse. Tyler und Cameron Winklevoss seien "nicht die ersten von einem Wettbewerber ausgestochenen Parteien, die auf dem Rechtsweg das zu erlangen versuchen, was sie im Markt nicht erreichen konnten".
Die Winklevoss-Zwillinge werfen Zuckerberg vor, während der gemeinsamen Studienzeit an der US-Eliteuni Harvard im Jahr 2003 ihre Idee zum sozialen Online-Netzwerk ConnectU ("Vernetze Dich") gestohlen zu haben. Die Brüder und ein Freund hatten den jungen Zuckerberg mit der Weiterentwicklung ihres Programms beauftragt, Zuckerberg habe sich aber nicht an den Vertrag gehalten, sondern im Februar 2004 mit Facebook sein eigenes Netzwerk gestartet. Facebook weist diese Darstellung zurück.
Heute ist Facebook ein Unternehmen mit einem geschätzten Wert von 50 Milliarden Dollar. Hollywood hatte die Geschichte der umstrittenen Facebook-Gründung in dem Drama "The Social Network" verfilmt, das im Februar mit drei Oscars ausgezeichnet wurde.
mak/AFP