14.11.2011
Google X
"New York Times" enthüllt Googles Geheimlabor
Irgendwo in Kalifornien arbeiten Google-Forscher in einer geheim gehaltenen Forschungseinrichtung an 100 Science-Fiction-Projekten, berichtet die " New York Times". Die US-Zeitung hat von nicht namentlich genannten Insidern erstmals einige Details über Googles angebliches Geheim-Labor erfahren, über das bislang nur Gerüchte kursieren.
Die "Times"-Reporter zählen einige Projekte auf, an denen Wissenschaftler in der Google X genannten Einrichtung arbeiten sollen: Roboter-Forschung sei ein großes Thema, die von Google-Robotern gesteuerten Autos sollen aus einem Google-X-Projekt hervorgegangen sein. Außerdem sollen Forscher an einem Weltraumaufzug, Telepräsenz- und Kartographie-Robotern (Street-View-Aufnahmen per Autopilot?) und der Vernetzung von Gegenständen arbeiten. Die "Times" zählt als ein Beispiel für vernetzte Haustechnik den seit Jahrzehnten durch Präsentationen geisternden funkenden Kühlschrank auf, der protokolliert, welche Vorräte zu Neige gehen.
Vom Weltraumaufzug einmal abgesehen sind diese Projekte nicht besonders überraschend. Im Mai dieses Jahres kündigte Google bei seiner Entwicklerkonferenz Google I/O an, man werde Android als Betriebssystem öffnen, um damit eines Tages auch Haus- und Gartentechnik zu steuern, die Schlafzimmerbeleuchtung und den Rasensprenger beispielsweise.
Im Oktober 2010 hat Google öffentlich gemacht, dass Roboter-Autos des Unternehmens seit langem auf Kaliforniens Straßen unterwegs sind und in der ersten Testphase bereits 1600 Kilometer ohne menschlichen Eingriff zurückgelegt haben.
Laut dem Bericht der "New York Times" wissen nur wenige Google-Mitarbeiter von der Existenz von Google X. Insbesondere Mitgründer Sergey Brin sei in der Forschungseinrichtung sehr aktiv, auch Eric Schmidt und Larry Page sollen dort tätig sein. Zu den beteiligten Forschern sollen Experten für Robotik, Künstliche Intelligenz und Mensch-Maschine-Schnittstellen gehören - darunter ein Mitentwickler der Microsoft-Gestensteuerung Kinect.
Eine Google-Sprecherin wollte sich gegenüber der "New York Times" nicht zu Google X äußern. Sie sagte lediglich, die Forschung an spekulativen Projekten gehöre zu Google, die investierten Summen seien aber recht klein im Vergleich zu den Forschungsausgaben im Kerngeschäft.
lis

