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23.01.2012
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Netzwelt-Ticker

Filehoster reagieren nervös auf Megaupload-Abschaltung

Von
DPA

FBI-Nachricht auf megaupload.com: Filehoster sorgen sich um ihr Geschäftsmodell

Die Angst geht unter den One-Click-Hostern um, nur Rapidshare gibt sich unberührt. Außerdem im Überblick: Twitter bekommt ein Büro in Deutschland, und einem Indonesier droht Gefängnis, weil er sich via Facebook zum Atheismus bekannt hat.

Die Schließung des Filehosters Megaupload hat die Szene der Online-Datenspeicher gehörig aufgerüttelt. Offensichtlich fürchten mehrere Verantwortliche derartiger Dienste auch für ihre Angebote ähnlich harte Konsequenzen wie für den inhaftierten Kim Dotcom und seine Web-Plattform.

So meldet "Torrentfreak", dass Filesonic, ein anderer großer Anbieter im Geschäft mit der Datenspeicherung, weitreichende Änderungen vorgenommen habe. Dem Bericht zufolge wurde das Vergütungsprogramm eingestellt, das Uploader für ihre Arbeit bislang belohnte. Überdies seien sämtliche Funktionen zum Filesharing entfernt worden. Jedes Filesonic-Mitglied habe ab sofort nur noch Zugang zu eigenem Datenmaterial. Nur was einer selbst hochgeladen habe, könne er auch wieder herunterladen, Datenaustausch mit anderen sei nicht mehr möglich. Hunderttausende, wenn nicht Millionen Links seien damit zumindest derzeit nutzlos.

Ähnlich beeindruckt von der Megaupload-Abschaltung zeigt sich allem Anschein nach auch ein anderer Anbieter. Allerdings zogen die Macher des Fileshosters Uploaded andere Konsequenzen: Sie sperrten den Zugang für Nutzer, die die Seite von einer amerikanischen IP-Adresse aus zu erreichen versuchen. Statt des gewohnten Webauftritts stoßen sie nur auf eine dürre Meldung: "Unser Service steht in ihrem Land derzeit nicht zur Verfügung."

Fotostrecke

Fluchtgefahr: Kim Dotcom bleibt in Haft
Wesentlich gelassener wird die Lage beim in der Schweiz ansässigen Datendienst Rapidshare gesehen. Vom One-Click-Hoster Megaupload unterscheide sich Rapidshare schon darin, dass sich seine Verantwortlichen "nie dem rechtlichen Zugriff irgendwelcher Behörden entziehen wollten", so Chefin Andrea Zwingli. Man besitze ein ordentliches Impressum mit echten Namen. Versteckspiele über anonyme Zwischenfirmen habe Rapidshare nicht nötig. Das Unternehmen sei so legal wie Swisscom oder YouTube. Unternehmenssprecher Daniel Raimer ergänzte: "Wir sind wegen der Polizeiaktion weder besorgt noch gar verängstigt. An sich ist Filehosting ein legales Geschäft."

Studie sieht Jugendliche hilflos gegenüber Cybermobbing

Was sich früher auf den Pausenhof oder Schulweg beschränkte, erstreckt sich heute weit ins Internet: Mobbing von Kindern und Jugendlichen durch Mitschüler. Nur mit dem Unterschied, dass die Opfer gegen die Netz-Hetze noch hilfloser sind als schon in der realen Welt. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Studie der TU Berlin (PDF), deren Forscher das Verhalten von Jugendlichen untersuchten, die Zeugen von Mobbingattacken übers Internet oder Handy wurden. Die meisten blieben solange passiv, wie keine persönlich Bekannten oder Freunde betroffen seien, erst dann würden sie eingreifen.

Ein Drittel aller Jugendlichen sei bereits Ziel eine Cybermobbing-Attacke geworden, die Angriffe reichten von Beschimpfungen über Verleumdungen bis zur Veröffentlichung entwürdigender Fotos oder Videos und Gewaltandrohungen. Die Gruppe der befragten Jugendlichen war allerdings mit 30 sehr klein und konnte daher keine repräsentativen Ergebnisse liefern.

Twitter will Niederlassung in Deutschland eröffnen

Twitter-Mitgründer Jack Dorsey erklärte am Wochenende auf der Münchner DLD-Konferenz, der Microblogging-Dienst werde bei der Zahl seiner Mitglieder demnächst die 500-Millionen-Grenze knacken. Trotzdem habe gerade der deutsche Markt noch viel Potential, darum wolle sein Unternehmen demnächst eine Dependance im Lande eröffnen. Für das geplante Büro laufe gerade die Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Immerhin schließe sich so ein Kreis: Der erste Twitter-Programmierer Florian Weber arbeitete von Hamburg aus. Bisher betreut das Londoner Büro den deutschen Markt.

Google schaltet weitere Dienste ab

Der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber veranstaltete dieser Tage wieder einmal Hausputz bei seinen Zusatzdiensten. Davon betroffen ist zum Beispiel das erst 2010 veröffentlichte Google Message Continuity (GMC), eine Notfallspeicher für E-Mails, den vor allem Unternehmenskunden nutzen sollten. Auch der Foto-Bearbeitungsdienst Picnik wird eingestellt. Am 19. April ist Schluss, bis dahin können Nutzer ihre damit erstellten Bilder herunterladen und sichern. Eine Auflistung weiterer Dienste, die beendet werden, gibt's beim Googleblog.

Auch das noch:

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insgesamt 19 Beiträge
1.
mr.ious 23.01.2012
"...An sich ist Filehosting ein legales Geschäft." Ja irgendwie sind sogar Gespräche im Bundestag bekannt geworden, die Filehosting nach Polizeiwünschen verpflichtend für Internetanbieter machen. Auch das [...]
"...An sich ist Filehosting ein legales Geschäft." Ja irgendwie sind sogar Gespräche im Bundestag bekannt geworden, die Filehosting nach Polizeiwünschen verpflichtend für Internetanbieter machen. Auch das Bundesfinanzministerium vulgo Finanzamt betreibt Filehosting. Ich vermue es mehr als das ich's weiß, aber selbst die Polizei tut das, und ebenso die Punktesammelstelle in Flensburg.
2.
dr.hammer 23.01.2012
und im mediamarkt räumen sie schon die neuen CDs und DVDs in die verkaufsregale um den erwarteten ansturm gerecht zu werden..
Zitat von sysopDie Angst geht unter den One-Click-Hostern um, nur Rapidshare gibt sich unberührt. Außerdem im Überblick: Twitter bekommt ein Büro*in Deutschland, und einem Indonesier droht Gefängnis, weil er sich via Facebook zum Atheismus bekannt hat. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,810755,00.html
und im mediamarkt räumen sie schon die neuen CDs und DVDs in die verkaufsregale um den erwarteten ansturm gerecht zu werden..
3. Essig?
aaback 23.01.2012
Das halte ich für verfrüht. Zunächst gilt es die 2-3 Terabyte, die man auf Festpltte hat, abzuarbeiten. Dann kann man noch mit Freunden abgleichen. (P.S. Haben sich die Festplattenhersteller und Provider eigentlich schon [...]
Zitat von dr.hammerund im mediamarkt räumen sie schon die neuen CDs und DVDs in die verkaufsregale um den erwarteten ansturm gerecht zu werden..
Das halte ich für verfrüht. Zunächst gilt es die 2-3 Terabyte, die man auf Festpltte hat, abzuarbeiten. Dann kann man noch mit Freunden abgleichen. (P.S. Haben sich die Festplattenhersteller und Provider eigentlich schon auf die zu erwartende Flaute eingestellt?)
4. Kommt mir bekannt vor
Querspass 23.01.2012
"Unser Service steht in ihrem Land derzeit nicht zur Verfügung." Dieses wird angezeigt, wenn man von hier, aus den Mediatheken von ORF und S sich was ansehen will und umgekehrt ZDF und ARD.
Zitat von sysopDie Angst geht unter den One-Click-Hostern um, nur Rapidshare gibt sich unberührt. Außerdem im Überblick: Twitter bekommt ein Büro*in Deutschland, und einem Indonesier droht Gefängnis, weil er sich via Facebook zum Atheismus bekannt hat. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,810755,00.html
"Unser Service steht in ihrem Land derzeit nicht zur Verfügung." Dieses wird angezeigt, wenn man von hier, aus den Mediatheken von ORF und S sich was ansehen will und umgekehrt ZDF und ARD.
5. Keinen Euro für die Griechen
Pat-Riot 23.01.2012
Ansonsten: Man sollte von seiner Systemplatte - ohnehin sinnvollerweise ein SSD - einmal in der Woche ein automatisches Backup machen und auf einer externen Festplatte sicher verwahren. Und von seinen Daten auf der [...]
Zitat von sysopDie Angst geht unter den One-Click-Hostern um, nur Rapidshare gibt sich unberührt. Außerdem im Überblick: Twitter bekommt ein Büro*in Deutschland, und einem Indonesier droht Gefängnis, weil er sich via Facebook zum Atheismus bekannt hat. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,810755,00.html
Ansonsten: Man sollte von seiner Systemplatte - ohnehin sinnvollerweise ein SSD - einmal in der Woche ein automatisches Backup machen und auf einer externen Festplatte sicher verwahren. Und von seinen Daten auf der entsprechenden (zweiten) Festplatte am besten ein laufendes Realzeit-Backup zum Beispiel in einer Cloud oder auf seinem Online-Space. Für Word-Texte und andere Datendateien empfehle ich das kostenlose Programm "AutoVer", das bei jeder Zwischenspeicherung sofort eine Kopie mit Zeitstempel erstellt. Und die sollte man eigentlich nie löschen. Dann kann auch aus Schusseligkeit nie ein Text verloren gehen. Und die Griechen werden Troja niemals erobern.

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Zum Autor

  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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