14.05.2012
Netzwelt-Ticker
Neues iPad verliert sein 4G-Label
Von Richard MeusersSeit Apple mit dem neuen iPad die dritte Gerätegeneration des erfolgreichen Tablets auf den Markt gebracht hat, häufen sich die Beschwerden wegen nicht eingelöster Versprechen zum superschnellen Übertragungsstandard 4G. Mit dieser Fähigkeit wurde aus Cupertino ordentlich Reklame gemacht. Doch es gab lange Gesichter, als sich zeigte, dass die 4G/LTE-Technik nur in den USA holperfrei funktioniert. In Australien hatte der Konzern daraufhin sogar eine Rücknahmeaktion angeboten.
Um sich weiteren Ärger mit nörgelnden Kunden zu ersparen, haben die Apple-Verantwortlichen nun begonnen, die Gerätebezeichnung zu ändern, wie 9to5mac.com berichtet. Statt wie bisher unter dem Label "Wi-Fi + 4G" angeboten zu werden, firmiert das Gerät nun unter "iPad Wi-Fi + Cellular". Für die Apple Stores in den USA, Großbritannien und weiteren Ländern wurden die Änderungen schon aktiviert, im deutschen Apple Store trug das Tablet bis zum Montagnachmittag noch die alte 4G-Bezeichnung.
Iran verbietet Firmen die Nutzung ausländischer Server
Iran ist auf dem Weg zum landesweiten Intranet ein weiteres Stück vorangegangen. Wie die Agentur AFP meldet, verbot die Regierung in Teheran Banken, Versicherungen und Telefongesellschaften, die Dienste ausländischer Internetanbieter in Anspruch zu nehmen. Ab sofort sei nur noch die Nutzung von im Inland registrierten Providern zulässig. Auch für Universitäten und die öffentliche Verwaltung soll der Server-Bann gelten. Laut offizieller Begründung ziele das Verbot keineswegs auf die Überwachung der Bürger ab; stattdessen werden Sicherheitsbedenken vorgeschoben.
Tatsächlich war Iran wiederholt das Ziel von zum Teil massiven Hackerattacken. So wurde erst Ende April 2012 die iranische Ölindustrie angegriffen. Durch einen Virus sollten offensichtlich Daten von den Servern des Erdölministeriums gelöscht werden, Hauptziel der Aktion sei das wichtigste Ölexportterminal des Landes auf der Insel Khark im Persischen Golf gewesen. 2010 war der Stuxnet-Wurm in Rechner des iranischen Nuklearprogramms eingedrungen. Dadurch waren einige zur Urananreicherung verwendete Zentrifugen lahmgelegt worden.
Der Streit ums Urheberrecht wird schmutzig
Manche Kontrahenten in der Auseinandersetzung um geistiges Eigentum schaden ihrem Anliegen eher, als sie ihm nutzen. Während sich einige um Mäßigung und Ausgewogenheit bemühen und wie "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher "Schluss mit dem Hass!" fordern, gießen andere noch Öl ins Feuer. Sängerin Jule Neigel gingen offensichtlich die Pferde durch, als sie Musik-Konsumenten im Streit ums Urheberrecht eine "verkrustete Internet-Herrenrassenidee" vorhielt. Auch andernorts ist die Debatte endgültig im Niveaukeller angekommen, wie die munter grassierenden Nazi-Vergleiche zeigen.
Da wollten einige wie immer selbsternannte Anonymi wohl nicht zurückstehen und waren sich nicht zu schade für die Veröffentlichung der Adressen und Telefonnummern einiger Unterstützer der Kampagne "Wir sind die Urheber". Überhaupt scheinen Anonymous-Hacker derzeit Spaß an fragwürdigen Aktionen zu haben. So hatten sie den Web-Auftritt des britischen Providers Virgin Media mit einer DDoS-Attacke lahmgelegt, nachdem der Anbieter auf gerichtliche Anweisung hin begonnen hatte, seinen Kunden den Zugang zu The Pirate Bay zu sperren. Die Betreiber des Torrent-Verzeichnisses waren wenig erfreut, sie kritisierten den Virgin-Media-Hack. Sie würden für ein freies Internet eintreten, man solle nicht die hässlichen Methoden derer anwenden, "die uns hassen".
Auch das noch:
- Apple bastelt an eigenen 3-D-Kartendienst. Auf die Zulieferdienste durch Google Maps möchten die Verantwortlichen in Cupertino nicht mehr angewiesen sein. Für das kommende mobile Betriebssystem iOS 6 wird ein eigener Service geplant, der mit umfangreichem 3-D-Material aufwarten soll.
- Samwer-Brüder scheitern mit eDarling-Verkauf. Eigentlich wollten die Samwers mit der Veräußerung des Online-Kuppeldienstes Kasse machen, aber der erhoffte Käufer eHarmony zierte sich, den verlangten Preis im hohen zweistelligen Millionenbereich zu zahlen.
- Fernseher mit Karnickelohren und andere Uraltsymbole in Hightech-Icons. Microsoft-Computerexperte Scott Hanselman wundert sich, warum für modernste Software-Anwendungen immer noch Symbole aus der Technik-Steinzeit herhalten müssen.
- Bitcoin-Bank gehackt: Die Plattform Bitcoinia ist offenbar schon wieder zum Ziel eines Hackerangriffs geworden, dabei sollen 18.000 Bitcoins entwendet worden sein, was derzeit etwa 90.000 US-Dollar entspricht. Die Hackerwährung Bitcoin ist wiederholt zum Ziel solcher Angriffe geworden.

