25.05.2012
Instagram-Konkurrenz
Facebook veröffentlicht Foto-App
Die Kritiker scheinen sich einig zu sein: Facebooks gerade veröffentlichte Kamera-App ist eine klare Verbesserung. Nutzer können damit Fotos aufnehmen, bearbeiten, Freunde markieren und die Bilder teilen - auf Wunsch auch gleich ganze Alben. Das macht die Anwendung deutlich bequemer als die bisherigen Möglichkeiten, Fotos von unterwegs auf Facebook zu posten.
So urteilt etwa Mike Isaacs von AllThingsD , das Unternehmen scheine eine Menge von Instagram gelernt zu haben. Er lobt die Geschwindigkeit der neuen Applikation und klagt: Wenn doch nur Facebooks Haupt-App so gut funktioniert würde! TechCrunch hält die neue Anwendung sogar für "ausschlaggebend" für den künftigen Erfolg von Facebook im mobilen Bereich.
Aus diesen strategischen Überlegungen heraus war die Neuerung auch längst in Arbeit, als die Übernahme von Instagram vor anderthalb Monaten bekannt wurde. "Wired" hat Facebooks Produktmanager für Fotos, Dirk Stoop, dazu befragt. Das Teilen von Fotos sei nervig und zeitaufwendig gewesen, gerade wenn gleichzeitig noch weitere Dinge geschehen. Das habe man einfacher machen wollen.
Die "Facebook Camera" getaufte App, die zunächst nur für iOS und in englischsprachigen Ländern erhältlich ist, soll dieses Problem lösen. In den kommenden Wochen soll sie übersetzt und auch in anderen Ländern zur Verfügung gestellt werden. Google hatte bei Einführung seines sozialen Netzwerks Google+ eine Funktion eingeführt, mit der Fotos von verbundenen Android-Smartphones automatisch hochgeladen werden.
"Facebook Camera", ein Instagram-Killer?
Tech-Journalist Dan Frommer glaubt den Grund zu kennen, weshalb die App nicht als Instagram-Killer zu verstehen sei: Es gebe zwar eine Überschneidung, schreibt er, weil es in beiden Fällen um das Teilen von Fotos gehe. Doch Instagram teile mit zahlreichen anderen Diensten. Das Nutzerverhalten und die Netzwerke seien aber grundlegend anders, vermutet Frommer. Seiner Logik folgend ist nicht zu erwarten, dass die Apps sich gegenseitig Nutzer abjagen.
Bevor dennoch Instagram-Fans in Panik ausbrechen, dass ihre Lieblingsanwendung abgeschaltet werden könnte: Einem Facebook-Sprecher zufolge ist Instagram nicht gefährdet, sondern es sei vielmehr eine "gesunde Konkurrenz" zu erwarten. Ihm zufolge hat Konzernchef Mark Zuckerberg selbst bekräftigt, die beliebte Foto-App unabhängig von der eigenen Entwicklung voranzutreiben.
Im April hatte Facebook die Eine-Milliarde-Dollar-Übernahme von Instagram angekündigt, die noch von der US-Handelsaufsicht FTC geprüft wird.
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