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27.06.2012
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Online-Bezahlmodell

"Chicago Tribune" wird zum Artikel-Dealer

Pulse-Website: Der Aggregator verkauft Texte aus dem "Wall Street Journals"

Pulse-Website: Der Aggregator verkauft Texte aus dem "Wall Street Journals"

Die US-Zeitung "Chicago Tribune" will Online-Abonnenten auch E-Books und Artikel aus "Economist" und "Forbes" bieten, Kunden der Lese-App Pulse sollen einzelne Ressorts aus dem "Wall Street Journal" abonnieren.

Die US-Tageszeitung "Chicago Tribune" will ein Bezahlmodell für ihr Online-Angebot einführen. Das Unternehmen erprobt ein neues Modell: Hinter der Paywall sollen sich nicht nur Inhalte der "Chicago Tribune" selbst verbergen, zahlende Leser sollen auch Zugriff auf die Artikel weiterer Publikationen erhalten, zum Beispiel aus den Magazinen "Economist" und "Forbes". Das wird möglich, weil die Zeitungsmacher aus Chicagoan einer Plattform namens NewsCred teilnehmen. Dieser Dienst bündelt bereits jetzt nach eigenen Angaben weltweit über 750 Zeitungstitel und macht sie Nutzern gegen Gebühr zugänglich.

Nur mit einem derart erweiterten Angebot lasse sich eine Bezahlpflicht überhaupt begründen, so Digital-Chef Bill Adee. "Wenn Sie von den Leuten verlangen, mehr zu bezahlen als bisher, dann werden sie auch mehr als bisher erwarten." Dieses "mehr" könne neben einer Vielzahl von internationalen Zeitungen auch in der Möglichkeit bestehen, den Abonnenten zusätzlich Dutzende E-Books anzubieten. Entsprechende Planungen seien bereits im Gange.

Pulse verkauft Abos für "WSJ"-Ressorts

Auch Anbieter im Nachrichtenmarkt setzen auf profitable Vermarktung von Inhalten. Besonders zukunftsträchtig scheint hier der Mobilbereich zu sein, da immer mehr Menschen unterwegs ins Netz gehen. In den USA sind laut einer Studie bereits 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen überwiegend mit dem Smartphone im Web unterwegs.

Kein Wunder, dass Anbieter in diesem Bereich wie Pulse nun ebenfalls Geld machen wollen. Die News-App von Pulse wandelt Nachrichten aus unterschiedlichsten Quellen - darunter auch Facebook-Meldungen - schön übersichtlich in eine gekachelte Gesamtschau um. Am Dienstag führten der Aggregator einen "Premium Source"-Bereich zunächst nur für die Apple-iOS-Version ein. Für 99 Cent im Monat können die Leser auf ein erweitertes und bedienfreundlicheres Angebot zugreifen. Zum Premium-Angebot gehörten auch einige Ressorts Channel des "Wall Street Journals", die kosten aber zum Teil extra, ein Monat Zugriff auf den "WSJ Technology Digest" kostet 3,99 Dollar zusätzlich.

Neue Zwischenhändler drängen ins Mediengeschäft

Allerdings läuft das Geschäft der Zwischenhändler nicht überall reibungslos. Ein anderer Anbieter im Bereich der News-Aggregatoren ist Flipboard. Vor wenigen Tagen erschien für die ursprünglich nur für iOS erhältliche App auch eine Android-Version, am Dienstag konnten die Macher mit der "New York Times" einen prominenten Neuzugang im Nachrichten-Portfolio verkünden. Doch die Freude währte nur kurz, denn in einem überraschenden Schritt zog der Verlag Condé Nast seine Titel "The New Yorker" und "Wired" fast zeitgleich aus dem Flipboard-Kiosk zurück. Flipboard verdient vor allem mit Werbung Geld und beteiligt ausgewählte Medienpartner an diesen Umsätzen. Angeblich - so zitiert "PaidContent" einen "Wired"-Verantwortlichen - hätten die erzielten Werbeumsätze nie die erhoffte Höhe erreicht.

Andere ungenannte Quellen erklärten gegenüber "Mashable", die Flipboard-Leserzahlen gingen zu Lasten der eigenen Online-Auftritten und Tablet-Versionen. Beim Aggregator will Condé Nast die beiden Magazine nur noch mit Schlagzeilen anteasern, die eigentlichen Inhalte gibt es künftig nur noch auf den jeweiligen Webseiten.

meu

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