27.06.2012
Netzwelt-Ticker
Dropbox sperrt Torrent-Sauger aus
Von Richard Meusers
Datenkraken: Dropbox blockiert die Anwendung Boxopus
Aus für Datensauger: Der Online-Speicherdienst Dropbox sperrt eine Anwendung aus, mit der Kunden Torrent-Downloads auf ihrer Online-Festplatte speichern konnten. Das Start-up Boxopus bot seinen Nutzern diesen besonderen Dienst: Sucht euch eine Torrent-Datei (beispielsweise in einem Verzeichnis wie The Pirate Bay), ladet sie bei uns hoch, wir saugen dann die Zieldatei und legen sie komplett in euren Dropbox-Ordner.
Zu diesem Zweck nutzte Boxopus eine Schnittstelle zum Anbieter Dropbox. Der zeigte sich allem Anschein nach über diese Zugriffsmöglichkeit auf seinen Cloud-Service wenig erfreut, vielmehr vermuteten die Verantwortlichen darin "die Ermutigung von Nutzern, durch die Dropbox-Nutzung das Urheberrecht zu verletzen". So laut Boxopus die via E-Mail zugegangene Begründung, warum den Neulingen nach wenigen Wochen am Montag schon wieder der Zugang zur Dropbox-Schnittstelle gekappt worden ist.
Für die Boxopus-Gründer komme das plötzliche Ende völlig unerwartet, gegenüber "TorrentFreak" erklärte einer Gründer, beim Start-up habe man angestrengt an der Verbesserung des Service gearbeitet, nachdem die Alpha-Version von Dropbox grünes Licht erhalten hätte: "Das hat uns mit einem Team von fünf Leuten drei Monate Arbeit und 30.000 Dollar gekostet."
Google+ mit erweitertem Empfehlungssystem
Der Google+-Button kann jetzt noch ein bisschen mehr als bisher schon. Konnten Nutzer bis dato auf Knopfdruck einen Link inklusive Kommentar in ihrem Google+-Profil veröffentlichen oder in der Google-Suche erfahren, welche Freunde eine +1 vergeben haben, wird jetzt die Übersicht erweitert. Beim Bewegen über einen +1-Button erscheinen nun Hinweise auf andere Inhalte auf der jeweiligen Webseite und Empfehlungen von Freunden. Im Google-Blog wird das so erklärt: "Wenn ich zum Beispiel zum Chrome Web Store gehe und mir die +1-Empfehlungen der Gmail-App anschaue, dann sehe ich auch passende andere Apps und Empfehlungen von Freunden." In den kommenden Wochen soll die Funktion allen Surfen zur Verfügung stehen, wer's schon jetzt ausprobieren will, kann sich bei der Developer Preview Group anmelden und wird um Rückmeldung gebeten.
Mozilla veröffentlicht neuen Firefox-Browser für Android
Die Android-Version des Firefox-Browsers ist lange nicht so beliebt wie die PC-Software. Zu langsam und mit einer umständlichen Lesezeichenverwaltung ausgestattet geriet die mobile Mozilla-App bald ins Hintertreffen. Nun wurde mit der Versionsnummer 14 eine völlig überarbeitete Fassung veröffentlicht, die diesen Kritikpunkten ein Ende machen soll. Ein sekundenschneller Start, flotte Ladezeiten, Tabbed Browsing und Sicherheitsfunktionen wie Track me not sollen dem Mobil-Fuchs wieder in die Erfolgsspur helfen.
Stein, Schere, Papier: Der Roboter gewinnt immer
Forscher an der Universität von Tokio haben ein schnelles Roboterhändchen entwickelt, das so blitzartig reagiert, dass es beim guten alten Spiel Stein, Schere, Papier immer gewinnt. Die Auswertung der Bewegungen des menschlichen Gegenübers erledigt der Roboter in Millisekunden, nicht viel langsamer kommt dann die Reaktion. Auch auf Täuschungsversuche fällt die Maschine nicht herein.
Auch das noch:
- Kaum hat das japanische Parlament die Androhung von Gefängnisstrafen für illegales Herunterladen beschlossen, erfolgte prompt die vorhersehbare Reaktion. Hacker unter dem Anonymous-Label griffen mehrere Regierungswebseiten an und ersetzten den üblichen Inhalt mit eigenen Botschaften. Das Finanzministerium schaltete daraufhin Teile seines Internetauftritts ab.
- Yahoo und Spotify kündigen weltweite Partnerschaft an. Der Musiklieferant wird ins Hunderte Millionen Nutzer umfassende Yahoo-Netzwerk eingebunden, umgekehrt bekommt Spotify eine App spendiert, mit der Musikfreunde auf weitere Unterhaltungsinhalte zugreifen können sollen.
- Bing Maps spielt HD-Luftaufnahmen ein. Ohne großes Trara hat Microsofts Kartendienst mal eben den Umfang seiner hochauflösenden Luftaufnahmen verdoppelt. 38 Millionen Quadratkilometer auf allen Erdteilen wurden erfasst, der Datenaufwand beträgt 165 Terabyte.