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28.06.2012
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Netzwelt-Ticker

Asimovs Robotergesetze für Smartphones

Von Richard Meusers
Roboter von Hitachi: Smartphones übernehmen die Kontrolle
AFP

Roboter von Hitachi: Smartphones übernehmen die Kontrolle

Weil Smartphones zunehmend unseren Alltag dirigieren, müssen wir ihnen rechtliche Regeln einprogrammieren, fordert ein US-Professor. Außerdem im Überblick: Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen kritisiert geplanten Staatstrojaner-Einsatz.

In der Computerei ist die Zunahme an Komplexität ein kontinuierliches Phänomen, der derzeitige Stand der Technik liefert Software und Geräte, die eine zuweilen schon beunruhigende Autonomie an den Tag legen. Wer versucht, zu kontrollieren, wohin seine persönlichen Daten überall hin gelangen, weiß, was gemeint ist. Anderen kommt möglicherweise eher der boomende Bereich unbemannt und selbständig operierender Flugdrohnen in den Sinn. Doch der New Yorker Jura-Professor und Aktivist für freie Software Eben Moglen hat einen Vorschlag, der ganz normale Alltagsgeräte in den Blick nimmt. Er will Isaac Asimovs Robotergesetze ganz offiziell für Smartphones in Kraft setzen. Die Regeln wurden vom Science-Fiction-Schriftsteller bereits 1942 erstmalig formuliert und besagen:

1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.

2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen - es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.

3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.

Würden wir diese Regeln nicht schleunigst aufs iPhone und Co. anwenden, könnten wir uns schon bald als Diener unserer ehemaligen Helferlein wiederfinden, so Moglen. Denn die nützlichen Geräte hätten inzwischen gefährliche Nebenbeschäftigungen entdeckt: "Sie nehmen unser Geld. Sie nehmen uns unsere Autonomie. Sie spionieren uns aus. Und in der ganzen Welt führt das zu unserer Verhaftung, Prügel und Folter", erklärte der Jurist gegenüber "Forbes". Um die Kontrolle zurückzuerlangen, reiche es nicht aus, zum Beispiel von Apples restriktivem iOS zum freieren Android zu wechseln. Hier gehe es nicht um technologische Ansätze, sein Vorhaben sei ein rechtliches und ethisches Projekt.

NRW-Piraten kritisieren geplanten Staatstrojaner

Der Düsseldorfer Koalitionsvertrag ist kaum unter Dach und Fach, da haben die Landes-Piraten bereits Kritisierenswertes gefunden. Der Landtagsabgeordnete Daniel Schwerd wies jetzt auf einen Passus in der Vereinbarung in, in dem es heißt: "Wir wollen dem Verfassungsschutz NRW die sog. Quellen-Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) ermöglichen und die gesetzliche Grundlage dafür schaffen."

Was nichts anderes bedeute, als dass die Landesregierung plane, den verfassungsrechtlich zumindest umstrittenen Staatstrojaner auf NRW-Ebene einzuführen. Besonders bedenklich: Nicht etwa die Polizei solle mit den Überwachungsmaßnahmen betraut werden, sondern der Verfassungsschutz, obwohl der gar nicht über die notwendigen polizeilichen Befugnisse verfüge. Daher, so Schwerd, habe er am Dienstag eine kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet, in der er Aufschluss um die erwartete Effizienz der Maßnahmen und ihre rechtliche Fundierung fordert.

Rundum-Update bei Android-Apps von Google

Während Google auf der i/o-Konferenz das Publikum mit einer Vielzahl von Neuerung zu beeindrucken suchte, haben die hauseigenen Techniker weiter den Bereich der Bestandssoftware gepflegt. Dabei spendierten sie einer ganzen Reihe von Apps in Google Play ein Update. Wichtigste Aktualisierung ist dabei Chrome für Android, der mobile Google-Browser hat nun endlich die Betaphase verlassen und wird als stabile Version zum Herunterladen angeboten. Google Maps wartet jetzt mit der Fähigkeit zur Offline-Verwendung auf und YouTube ist in der Lage, Clips im W-Lan-Betrieb zwischenzuspeichern.

Auch das noch:

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insgesamt 12 Beiträge
1.
Trouby 28.06.2012
Völlig richtig. Die Asimov'schen Gesetze sind sozusagen das absolute Minimum an Ethik, der künstliche Intelligenzen gehorchen MÜSSEN. Auch wenn es noch übertrieben erscheint, müssen wir nun beginnen, diese Gesetze tatsächlich [...]
Zitat von sysopWeil Smartphones zunehmend unseren Alltag dirigieren, müssen wir ihnen rechtliche Regeln einprogrammieren, fordert ein US-Professor. Außerdem im Überblick: Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen kritisiert geplanten Staatstrojaner-Einsatz. Asimovs Gesetze: Regeln für Smartphones und Flugdrohnen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,841428,00.html)
Völlig richtig. Die Asimov'schen Gesetze sind sozusagen das absolute Minimum an Ethik, der künstliche Intelligenzen gehorchen MÜSSEN. Auch wenn es noch übertrieben erscheint, müssen wir nun beginnen, diese Gesetze tatsächlich zu implementieren.
2. Wenn man bedenkt
felisconcolor 28.06.2012
welche Reichweite der "Spionage und Austrickserei" bereits gewonnen hat, ist es verwunderlich das jetzt nur von Smartphones die Rede ist. Asimovs Gesetze hätten schon von Anfang an als Richtlinien für das Verhalten [...]
Zitat von sysopWeil Smartphones zunehmend unseren Alltag dirigieren, müssen wir ihnen rechtliche Regeln einprogrammieren, fordert ein US-Professor. Außerdem im Überblick: Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen kritisiert geplanten Staatstrojaner-Einsatz. Asimovs Gesetze: Regeln für Smartphones und Flugdrohnen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,841428,00.html)
welche Reichweite der "Spionage und Austrickserei" bereits gewonnen hat, ist es verwunderlich das jetzt nur von Smartphones die Rede ist. Asimovs Gesetze hätten schon von Anfang an als Richtlinien für das Verhalten im Netz und netzbasierten Geräten gelten müssen. Erst jetzt diesen Ansatz umzusetzen gleicht dem Versuch einen Waldbrand mittels Teelöffel voller Wasser zu löschen. Es zeigt sich doch allein daran das sich kaum eine Softwarefirma zu Schade ist Programme zu entwickeln die gegen die Bevölkerung gerichtet werden kann. Von wirklich kriminellen Machenschaften mal ganz abgesehen. Eine Ethik hat sich im Netz nie wirklich verbreitet. Denn sonst hätten wir dieses Problem heute nicht.
3. Asimovsche Regeln jetzt auch für Hämmer und Nägel
Meckermann 28.06.2012
Nicht die Smartphones sind schuld, sondern deren Hersteller und Vertreiber. Das ist ein Fall für den Verbraucherschutz.
Zitat von TroubyVöllig richtig. Die Asimov'schen Gesetze sind sozusagen das absolute Minimum an Ethik, der künstliche Intelligenzen gehorchen MÜSSEN. Auch wenn es noch übertrieben erscheint, müssen wir nun beginnen, diese Gesetze tatsächlich zu implementieren.
Nicht die Smartphones sind schuld, sondern deren Hersteller und Vertreiber. Das ist ein Fall für den Verbraucherschutz.
4. Nicht nur Smartphones.
Hugh 28.06.2012
Hätten sich die Airbus-Ingenieure bei der Programmierung der Bordcomputer daran gehalten, hätte es den Fastunfall in Hamburg, bei dem der Computer die Piloten eine Weile an der Steuerung der Maschine hinderte, nie [...]
Zitat von sysopWeil Smartphones zunehmend unseren Alltag dirigieren, müssen wir ihnen rechtliche Regeln einprogrammieren, fordert ein US-Professor. Außerdem im Überblick: Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen kritisiert geplanten Staatstrojaner-Einsatz. Asimovs Gesetze: Regeln für Smartphones und Flugdrohnen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,841428,00.html)
Hätten sich die Airbus-Ingenieure bei der Programmierung der Bordcomputer daran gehalten, hätte es den Fastunfall in Hamburg, bei dem der Computer die Piloten eine Weile an der Steuerung der Maschine hinderte, nie gegeben.
5. .
aga100 28.06.2012
Öh ... welche ethischen Grundsätze liegen bitte dem Selbstschutz von ein paar Transistoren zugrunde? Bisschen übertrieben, oder? Abgesehen davon ist die Forderung danach so weltfremd, wie das restliche Rufen nach [...]
Zitat von TroubyVöllig richtig. Die Asimov'schen Gesetze sind sozusagen das absolute Minimum an Ethik, der künstliche Intelligenzen gehorchen MÜSSEN.
Öh ... welche ethischen Grundsätze liegen bitte dem Selbstschutz von ein paar Transistoren zugrunde? Bisschen übertrieben, oder? Abgesehen davon ist die Forderung danach so weltfremd, wie das restliche Rufen nach 'anständigen' Großfirmen und 'moralischen' AGs. Die Industrie hat es endlich geschafft, relativ unauffällig überall Sollbruchstellen einzuarbeiten. Sei es Verschleiß oder letztlich nicht mehr adäquate Hardware für die 'zwangläufig' enteilende Firm/Software. Praktisch arbeitet ein modernes Smartphone von Anfang an genau gegen das 3. Gesetz: mit immer neuen Updates und Begehrlichkeiten, die es beim User weckt, eliminiert es sich und seine begrenzte Hardware jeden Tag ein Stückchen selbst. Über Paragraph 1 in Verbindung mit den heutigen Produkthaftungsgesetzen und der gradezu panischen Angst der Firmen davor, will ich gar nicht erst nachdenken. In 5 Jahren hätten wir Geräte, die praktisch keinen Befehl mehr ausführen würden, außer wir befinden uns bei Angabe des Befehls fest angeschnallt, mit Helm und Brandschutzanzug im freien Raum - andernsfalls würde sich die KI sicher ein Szenario denken können, in dem wir uns bei Ausführung des Befehls 'pöse' verletzen könnten. Wir waren nie weiter von Asimovs Gesetzen entfernt. Aber als die entstanden, hatten Hersteller auch noch keine Angst davor, dass die User die Batterien des Gerätes fressen (oder warum warnen sie davor?). Aber das macht alles nichts, wir sind ja auch noch WEIT von künstlicher Intelligenz entfernt ...

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