29.06.2012
Netzwelt-Ticker
Google präsentiert Privatsekretär mit Gruselfaktor
Von Carolin Neumann
Wird er "gruselig oder cool", Googles neuer persönlicher Assistent? Das Android-Feature Now soll zum Beispiel anhand der Kalenders oder der Aufenthaltsorte von Nutzern antizipieren, was sie den Tag über planen und welche Informationen vom Wetter bis zu Abflugzeiten jemanden gebrauchen könnte. Am hilfreichsten dürfte Now sein, wenn die Anwender die Privatsphäreeinstellungen möglichst lax definieren und Google mitlesen lassen, wo sie gerade sind. Andere Tipps soll das Programm basierend auf der Browser-History geben.
Die "New York Times" gibt zu bedenken, dass die meisten der angekündigte Angebote zwar längst durch Fremd-Apps zu haben seien, denen man diese Daten gebe. Doch gebündelt bei Google würden die Informationen möglicherweise für den erwähnten Gruselfaktor sorgen und bei aller Nützlichkeit mehr Sensibilität bei der Offenheit mit Daten hervorrufen.
RIM verschiebt Start von Blackberry 10
Es ist kein gutes Zeichen für die Zukunft des kanadischen Herstellers: Research in Motion (RIM) hat angekündigt, Version 10 des Blackberry-Betriebssystems erst 2013 zu veröffentlichen. Auf der Neuerung des hauseigenen Smartphone-Klassikers ruhen viele Hoffnungen des Konzerns, der in zuletzt vor allem durch sinkende Verkaufszahlen, technische Probleme und allerlei Negativschlagzeilen auffiel.
Am Donnerstag gab RIM einen Quartalsverlust von einer halbe Milliarde Dollar bekannt, der Aktienkurs fiel erwartungsgemäß. Für den Branchendienst "Ars Technica" steht RIM nun offiziell auf einer Liste möglicher Todeskandidaten und prophezeit, vom neuen Blackberry-System werde nun alles abhängen.
Kommen soll es im ersten Quartal 2013. Eigentlich waren die ersten Geräte mit Blackberry 10 für die gewinnbringende Vorweihnachtszeit geplant, und der neue Firmenchef Thorsten Heins betonte auch mehrfach, man sei im Zeitplan. Nun erklärte das Unternehmen die spätere Veröffentlichung mit Verzögerungen bei der Entwicklung der neuen Software.
WeiboScope deckt chinesische Internetzensur auf
Ein einfacher Datenabgleich sorgt für mehr Transparenz beim chinesischen Microblogging-Dienst Sina Weibo, der dort einen Marktführerstatus hat wie Twitter und ein wichtiges Meinungsmedium ist. Im Rahmen eines Universitätsprojekts haben Entwickler ein System namens "WeiboScope" geschaffen, das mehrmals am Tag die Profile von Nutzern des Dienstes herunterlädt und die dabei gewonnenen Daten miteinander vergleicht, um herauszufinden, wenn Inhalte zensiert wurden. Derzeit werden von rund 300 Millionen Nutzern nur etwa 300.000 beobachtet, die jeweils mehr als 1000 Leser haben. Der Leiter des Projektes, Journalismusprofessor Fu King-wa, hofft jedoch, das Programm bald ausweiten zu können.
Auch das noch:
- Sie können immer mehr, wenn auch nicht in der Qualität richtig guter Digitalkameras: Die integrierten Kameras in Smartphones machen sich laut Zahlen aus Großbritannien zunehmend auf dem Markt der Digicams bemerkbar.
- Das Geld verdienen klappt: Twitter kann Erfolge bei mobilen Umsätzen verbuchen.
- Google hat in seinem Netzwerk Plus Events und Eventeinladungen eingeführt und damit gleich mal für eine Spam-Welle gesorgt. Nutzer wurden massenhaft von allen möglichen Leuten zu Veranstaltungen eingeladen, im ersten Moment sogar per E-Mail. Das nervte zwar viele Kunden in kürzester Zeit, doch erst als sich die Stars und Sternchen des Social Networks regten, wurden Beschwerden gehört.
- Der Spieleklassiker "Age of Empires" wird in der schon seit längerem erhältlichen Onlineversion nun komplett kostenlos. Gamer und Fans hatten sich offenbar lange genug beschwert über die Preispolitik, die das angebliche Free-Game bislang doch an bestimmten Punkten mit Gebühren belegte. Nun kann man auch weiterhin Premium-Inhalte kaufen, aber man soll sie auch alle mit im Spiel verdienten Punkten bezahlen können.
- Die beim Fotodienst Instagram beliebte Community ist nicht länger auf den Mobilbereich beschränkt: Nutzer der App können bestimmte Funktionalitäten wie das Bewerten und Kommentieren von Bildern nun auch im Web nutzen.